Polizeihunde in Ludwigslust : Mit Donna auf der richtigen Spur

Johanna Schmidt und ihre sechsjährige Fährtenhündin „Donna von der Hubertusmeute“.
Johanna Schmidt und ihre sechsjährige Fährtenhündin „Donna von der Hubertusmeute“.

Polizeikommissarin Johanna Schmidt führt die Diensthundegruppe in Ludwigslust mit acht Frauen und Männern sowie zehn Hunden

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01. April 2017, 15:00 Uhr

Heute vor einer Woche nahe Eldena: Eine 83-jährige Frau wird in den Abendstunden vermisst. Die Polizei bietet alles auf, was sie hat, um die Seniorin zu finden. Auch Polizeikommissarin Johanna Schmidt wird alarmiert. Sie ist Diensthundeführerin und soll mit ihrer Fährtenhündin Donna die Spur der Vermissten aufnehmen. Nach rund zwei Stunden Aufatmen: Die Rentnerin ist gefunden und lebt. Der Polizeihubschrauber mit seiner Wärmebildkamera war nur einen Tick schneller als Johanna Schmidt mit ihrer vierbeinigen „Kollegin“. Da hatten die beiden bereits 2,7 Kilometer im Wald zurückgelegt. Die Hündin hatte die richtige Witterung.

Diensthundeführer bei der Polizei zu sein, ist nicht wie mit Fiffi Gassi zu gehen. Da wird hoher körperlicher und mentaler Einsatz verlangt. Wenn der Hund zieht, heißt es mitzuhalten. „Sie sind ständig in Bereitschaft und kommen oft zum Einsatz, wenn alles andere nicht funktioniert hat“, sagt Gilbert Küchler, der Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust. „Oft geht es um Leben und Tod, sind gefährliche Straftäter mit im Spiel“, ergänzt er noch und: Auch kriminalistischen Spürsinn solle ein Diensthundeführer möglichst haben. Deshalb ist auch nicht jeder Polizeibeamte für diesen Dienst geeignet, genauso, wie nicht jeder Hund für den Polizeidienst taugt. Der erste Vierbeiner, den Johanna Schmidt hatte, war so ein Fall, wie sich am Ende herausstellte.

Nicht so Donna. Vollständig heißt sie „Donna von der Hubertusmeute“ und ist ein Schwarzwälder Schweißhund. Seit zwei Jahren arbeitet die Kommissarin mit ihr. Die Hündin ist eine gute Fährtensucherin und die Hoffnung ist begründet, dass sie sich zum Personenspürhund weiter entwickelt. Donnas Arbeitskameraden sind sämtlich Spezialisten. Zur Ludwigsluster Diensthundegruppe gehören zwei Rauschgiftspürhunde, zwei Sprengstoffspürhunde sowie sechs Personenspür- und Fährtenhunde. Die fünf Männer und drei Frauen, die in der Gruppe Dienst tun, haben sich bereits überregional einen guten Ruf erarbeitet. Insgesamt gibt es fünf Diensthundegruppen im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock.

Johanna Schmidt kommt eigentlich von der Bereitschaftspolizei. „Bei einem Praktikum während meines Studiums haben ich die Diensthundegruppe in Ludwigslust kennen gelernt. Die Arbeit hat mir Spaß gemacht und der Kontakt ist erhalten geblieben“, erzählt die 26-Jährige. Seit dem 16. Mai 2016 führt sie die Diensthundegruppe der Inspektion, die beim Polizeihauptrevier in Ludwigslust angesiedelt ist. Hundeführerin zu sein, bedeutet nicht, die vierbeinige „Kollegin“ nach Feierabend abzugeben. Beide sind 24 Stunden ein Team.

Hunde, die in den Polizeidienst sollen, durchlaufen ein intensives Auswahlverfahren. Sie sind teuer und darum müssen Fachleute ran. Bevor Vierbeiner dafür in Frage kommen, sollten sie ein Jahr alt sein, damit sie auch aufnehmen können, was von ihnen verlangt wird. Zwei bis drei Jahre Dienst versehen sie, bis die Hunde ihre Spitzenleistungen erreichen. Donna sei zum Beispiel als Schutzhund völlig ungeeignet, sagt Johanna Schmidt, allerdings auf der Fährte eine hervorragende Helferin. Wenn die Diensthunde über zehn Jahre alt sind, gehen sie in der Regel in den Ruhestand. Der älteste in der Ludwigsluster Gruppe hat es auf elf Jahre gebracht.

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