Suchthilfe-Seminar in Ludwigslust : Mit "DiaPoli" über Cannabis aufklären

<fettakgl>Cannabis-Pflanzen</fettakgl>. In der Bundesrepublik Deutschland ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge.<foto>Archiv</foto>
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Cannabis-Pflanzen. In der Bundesrepublik Deutschland ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge.Archiv

Das Suchthilfezentrum Parchim führt auf Grund vieler Nachfragen in Ludwigslust ein Seminar mit dem Schwerpunkt illegale Drogen durch. Aktuelles Thema war Cannabis.

svz.de von
23. Januar 2013, 10:43 Uhr

Ludwigslust | "Egal, ob wir nun an der Förderschule oder am Gymnasium zum Thema Drogen mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen und ihnen ausführlich die Gefahren ihres Handelns aufzeigen, hören wir immer wieder: Wir haben das einfach nicht gewusst", sagte Andrea Schott bei der jüngsten Fortbildung zum Thema "Durchblick oder Dschungeblick?" in Ludwigslust. Vor ihr im Beratungsraum des Suchthilfezen trums Ludwigslust in der Kanalstraße 20 saßen etwa 15 Männer und Frauen, die als Mulitiplikatoren in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Aufklärungsarbeit leisten und für die jungen Menschen Ansprechpartner und Vertrauensperson zugleich sein sollen. Schwerpunkt dieser insgesamt vier Schulungsveranstaltungen in Ludwigslust sind illegale Drogen aus polizeilicher Sicht und aus Sicht der Suchtberatung.

Angebot innerhalb des Kooperationsprojekts "DiaPoli"

Auf Grund der vielen Nachfragen haben sich das Suchthilfezentrum Parchim, hier ist Präventionsfachkraft Jacqueline Röhr Ansprechpartnerin, und die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Schwerin, vertreten durch Andrea Schott, dazu entschlossen, innerhalb des Kooperationsprojektes "Dia Poli" (eine Kombination aus Diakonie und Polizei) ein Seminar mit dem Schwerpunkt illegale Drogen zu veranstalten.

Am Montagabend ging es dann ganz konkret um das Thema "Cannabis - Meinungen, Mythen und (Halb)Wahrheiten". In vier Veranstaltungen werden die Teilnehmer geschult, erhalten am Ende ein Zertifikat und aktuelles Info-Material. "Ziel ist es, dass die Schulungsteilnehmer besser in der Lage sind einzuschätzen, worüber die Jugendlichen eigentlich reden", erklärt Jacqueline Röhr. Für viele der anwesenden Jugendsozial- und Schulsozialarbeiter, Lehrer, Mitarbeiter der Kompetenzagentur, von Bildungsträgern, der Polizei und aus der Suchthilfe war so manches Neuland, was Andrea Schott in Wort und Bild präsentierte. So wurden die Fragen beantwortet, ob es sichere Erkennungszeichen für Drogen gibt, warum Jugendliche eigentlich Drogen konsumieren, wie ich mich verhalte, wenn ich den Verdacht habe, dass ein Schüler oder einen Schülerin Drogen genommen hat. Da wurden die aus Cannabis hergestellten Produkte wie Haschisch und Marihuana erklärt sowie den darin enthaltenen Wirkstoff THC erläutert. Andrea Schott hatte als Präventionsfachkraft der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle verschiedene Proben mitgebracht, von getrockneten Blüten bis hin zum gepressten Harz in Form von "Cannabis-Brot", wurden die szenetypischen Begriffe der Jugendlichen besprochen. Auch ein Quiz, dass Schülern ab der 9. Klasse vorgestellt wird, durfte nicht fehlen. Mit Fragen, die so leicht nicht zu beantworten waren, so zum THC-Gehalt in Haschisch, Marihuana oder Haschischöl, zur Wirkung von Cannabis, wenn es z.B. als Haschkekse gegessen oder als Tee getrunken wird, oder auch zu den längerfristigen Risiken des Cannabis-Konsums. Immerhin haben laut Statistik 26 Prozent aller jungen Leute zwischen 12 und 25 Jahren in Deutschland zumindest einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert.

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