dadow : Mit der Kettensäge Buchen zerlegt

Angehende Forstwirte aus dem Forstamt Grabow bei der Windbruchaufarbeitung in einem Laubholzabschnitt im Revier Dadow.
Angehende Forstwirte aus dem Forstamt Grabow bei der Windbruchaufarbeitung in einem Laubholzabschnitt im Revier Dadow.

Forstwirt-Azubis des 1. und 2. Lehrjahres sind seit Jahresbeginn im Revier Dadow mit der Aufarbeitung von Windbruch beschäftigt

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06. Januar 2018, 12:00 Uhr

Das Geräusch von Motorkettensägen durchdringt die Stille des Waldes. Hier in einem Abschnitt des zum Forstamt Grabow gehörenden Reviers Dadow ist Forstwirt Jan Möller mit drei Auszubildenden bei der Windwurfaufarbeitung. „Wir sind immer noch mit der Beseitigung der Sturmschäden von ,Xavier’ vom Oktober letzten Jahres beschäftigt“, sagt Revierförster Hans-Jürgen Schmidt beim Vor-Ort-Termin mit der SVZ. Durch den starken Regen der letzten Tage ist der Waldboden aufgeweicht, ohne Hilfe von Traktor und Seilwinde könnten die Stämme nicht an den Wegesrand gezogen werden. „Es wäre gut, wenn bald Frost käme und der Boden besser befahrbarer“, ließ sich Revierförster Hans-Jürgen Schmidt vernehmen. „Denn sonst bekommen wir Probleme, das Holz abtransportieren zu können.“ Die angehenden Forstwirte Richard Lüpke, 1. Lehrjahr, Florian Becker und Paul Vick, beide im 2. Lehrjahr, sind zurzeit beim Laubholzeinschlag. „Das gehört mit zur Lehrlingsausbildung und ist für die jungen Leute etwas ganz Besonderes. Denn soviel Laubholz haben wir in den Revieren nicht. Das sind nur rund 150 Festmeter im Jahr, die wir schlagen“, so Frank Mahler vom Forstamt Grabow. Der Umgang mit der Kettensäge beim Holzeinschlag gehört als Zwischenprüfung zur praktischen Prüfung. Gegenwärtig werden im Fordstamt sechs Azubis ausgebildet.


Laubholzeinschlag als große Herausforderung

„In jedem Lehrjahr sind das zwei, drei sind zurzeit beim Holzeinschlag, die anderen in der Berufsschule“, fügt Frank Mahler hinzu. Die jungen Leute arbeiten aber meist in Kieferbeständen. „In diesem Abschnitt im Revier Dadow sind es Buchen und Eichen, mit denen sie zu tun haben“, ergänzte Frank Mahler, der lange Jahre Revierförster war und im Forstamt Grabow für Holzvermarktung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Lehrlinge bei Kursen in Güstrow geschult

Unter fachlicher Anleitung von Jan Möller stellen sich seit Jahresanfang die jungen Leute dieser Aufgabe und das ist auch eine Herausforderung für die Forst-Azubis. „Laubholzeinschlag ist schon gehobenes Niveau“, so Jan Möller, der sich neben Forstwirtschaftsmeister Detlef Blank auch um die Ausbildung der jungen Leute kümmert. „Weil das harte Holz unter Spannung steht und wie man da richtig handelt, wird unseren Lehrlingen bei Schulungen in Güstrow beigebracht“, so der erfahrene Forstmann, der in diesem Jahr seinen Abschluss zum Forstwirtschaftsmeister machen wird.

„Das Gute daran ist, dass das aktuell durch den Windbruch aufzuarbeitende Laubholz noch nicht so hart ist. Im Gegensatz zum Nadelholz, wo die Jungs bereits im Einsatz waren, steht Laubholz stark unter Spannung. Wenn man dann an einer Buche die Äste unten abschneidet und die dann hervorgeschossen kommen, dann spürt man schon, dass man Schienbeine hat“, sagt Frank Mahler. Bei der Laubholz-Aufarbeitung gehen die Forstleute sortimentweise vor. „Von den wertvollsten bis zu den niederen Sortimenten. Wir unterscheiden da Stammholz, das in das Sägewerk nach Malchow geliefert wird und Industrieholz, das nach Heiligengrabe kommt“, weiß Frank Mahler zu berichten. Aber mit einem Werteverlust beim Verkauf des Holzes muss das Forstamt Grabow rechnen. Wenn das Sturmtief ,Xavier’ nicht gewesen wäre, hätten sich die Bestände weiter entwickeln und an Wert gewinnen können. „Die Buchen hier sind etwa 80 Jahre alt, bis 150 Jahre hätten sie noch stehen bleiben können“, lächelte Revierleiter Schmidt. „Wir hoffen, dass sich hier in diesem Bereich durch Naturverjüngung der Bestand rasch wieder erholt und frisch bewaldet“, so Jan Möller, der hinzufügt, dass die Forstämter Grabow, Kaliß und Friedrichsmoor durch die schweren Stürme am meisten betroffen sind. Frank Mahler dazu: „Bislang haben wir bei uns im Forstamt rund 6000 Festmeter Bruchholz aufgearbeitet, wir schätzen, dass rund 25 000 Festmeter in unserem Bereich anfallen. Bei den Arbeiten werden wir auch von zwei Fremdfirmen mit Harvestertechnik unterstützt.“

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