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Ludwigsluster Tageblatt

23. August 2017 | 10:20 Uhr

Ludwigslust : Mit dem Trabi nach Monaco

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Rüdiger Kuropka aus Ludwigslust fuhr 6000 Kilometer mit dem DDR-Kultauto quer durch Europa und entwickelte eine Geschäftsidee

Ob Fürst Albert und Fürstin Charlène von Monaco den Trabi aus Ludwigslust wahrgenommen haben, ist nicht überliefert. Ihre Untertanen allerdings haben mehr als einen Blick riskiert. Das war vor zwei Jahren, als Rüdiger Kuropka und sein Sohn auf einer 6000-Kilometer-Tour quer durch Europa waren. Das Trabi-Ziel lag in Roquebrune-Cap-Martin, das zum Stadtstaat Monaco gehört.

Eigentlich sollte die sommerliche Trabant-Tour zu Selbsthilfegruppen führen. Einer der Söhne des Ludwigslusters leidet unter dem Tourette-Syndrom, einer neuropsychiatrischen Erkrankung, die durch nervöses Zucken gekennzeichnet ist. Stationen waren Berlin, Werdau und das Ruhrgebiet. „Da waren wir schon fast in Frankreich, also sind wir weiter in Richtung Paris gefahren“, erzählt Rüdiger Kuropka. Etwa 320 Kilometer südwestlich der französischen Hauptstadt liegt der kleine Ort Saint Gervais les Trois Clochers. Es ist der Geburtsort des Arztes Georges Gilles de la Tourette (1857 bis 1904), der die Krankheit entdeckt hat. – Und dann sind es „nur noch“ neun Stunden Autofahrt bis Monaco am Mittelmeer.

Der Trabant hat Aufsehen erregt. Und das Interesse steigt auch hierzulande wieder. Rüdiger Kuropka hat daraus eine Geschäftsidee entwickelt. Seit 1. April betreibt er neben seinem Reifenhandel einen Trabant-Verleih. Das Auto, das er dafür zur Verfügung stellt, ist bisher bereits zwölfmal ausgeliehen worden. „Es sind vor allem ältere Interessenten, die mal wieder Trabi fahren wollen“, erzählt der Geschäftsmann.

Und es scheint zu funktionieren. Jedenfalls so gut, dass Rüdiger Kuropka bereits daran denkt, den Trabi-Verleih weiter auszubauen. 30 Autos hätte er zur Verfügung – wenn denn alle bereits aufgebaut wären. Aber das braucht Zeit. Aber im nächsten Jahr mit vier Trabanten in die Ausleihe zu gehen, das sieht er schon als realistisch an. Ein Cabrio, ein Kübelwagen und zwei Limousinen werden dann den Wagenpark bilden. Auf dem Ludwigsluster Lindenfest hat Rüdiger Kuropka seinen Trabant-Verleih bereits vorgestellt.

Der Trabant hat nahezu die gesamte DDR-Zeit mitgeprägt. Seit 1958 war die „Rennpappe“ in Zwickau gebaut worden. Der zur Zeit seiner Einführung moderne Kleinwagen ermöglichte ähnlich wie der VW Käfer im Westen die Massenmotorisierung in der DDR. Politisch motiviert, blieb der Trabi aber in seiner Entwicklung stehen.

 

 

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erstellt am 20.Jun.2014 | 19:53 Uhr

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