Ludwigslust : Mit dem Fahrstuhl bis zum Auto

Roland (r.) und Marianne Schütt (2.v.r.) fühlen sich in ihrer neuen Wohnung schon wohl. Christel und Siegfried Berthold-Meyer sind ebenso begeistert und möchten nun auch aus Kühlungsborn nach Ludwigslust ziehen.  Fotos: Kathrin Neumann
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Roland (r.) und Marianne Schütt (2.v.r.) fühlen sich in ihrer neuen Wohnung schon wohl. Christel und Siegfried Berthold-Meyer sind ebenso begeistert und möchten nun auch aus Kühlungsborn nach Ludwigslust ziehen. Fotos: Kathrin Neumann

Komfortables Wohnen im Ludwigsluster Parkviertel. Viele ältere Mieter sind in die neuen Vewoba-Häuser gezogen

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09. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Der Kuchen ist Marianne Schütt diesmal nicht geglückt. „Ich muss mich mit dem neuen Backofen noch einfuchsen“, sagt die 70-Jährige. Viel Zeit, das Gerät auszuprobieren, hatte sie noch nicht. Erst seit einem Monat wohnt sie mit ihrem Mann Roland in einem der neuen Vewoba-Häuser, die dem Ludwigsluster Parkviertel ein neues Gesicht geben. „Wir fühlen uns sehr wohl, und seit wir hier sind, blüht mein Mann richtig auf“, sagt Marianne Schütt. Vor allem seine Krankheit hatte das Ehepaar gezwungen, sich vom Haus in Altona bei Eldena zu trennen. Roland Schütt hatte 53 Jahre lang dort gelebt, rund die Hälfte der Zeit gemeinsam mit seiner Frau Marianne. „Zum Haus gehörte ein großes Grundstück“, sagt die 70-Jährige. „Das hätten wir nicht mehr geschafft.“ Und so entschlossen sie sich, nach Ludwigslust zu ziehen. „Hier sind alle unsere Ärzte.“

Die zunächst bezogene Wohnung in der Ludwigsluster Innenstadt war auch groß, hatte aber Dachschrägen. Und Marianne Schütt musste die Einkäufe die Treppe hochschleppen, konnte das Auto nicht in der Nähe parken. „Hier fahre ich in die Tiefgarage und mit dem Fahrstuhl bis vor die Wohnung.“

Die Schütts sind keine Ausnahme unter den Mietern in den neuen Häusern der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. „Es sind überwiegend ältere Menschen eingezogen, aber auch einige junge Familien“, sagt Vewoba-Geschäftsführer Harry Lutzke. So, wie er es sich gedacht hatte. „Wir wollten nicht altersgerecht, sondern ,allen gerecht’ bauen. Wo ein Rollstuhl durchpasst, hat auch eine Mutter mit Kinderwagen kein Problem.“

Knapp sieben Millionen Euro hat der Bau der insgesamt 42 Wohnungen in drei Häusern gekostet. Zuvor war der alte Plattenbau an der Findorff-Straße abgerissen worden – und mit ihm deutlich mehr Wohnungen, als jetzt entstanden. Damit setzt die Vewoba eine Anregung aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) 2003 um, das die konzentrierte Bebauung im Parkviertel moniert hatte.

Die neuen Wohnungen setzen innerhalb des Vewoba-Bestandes neue Maßstäbe. „Für uns sind sie nicht nur gehobene, sondern höchste Klasse“, so Harry Lutzke. Die Wohnungen haben Dreifachfenster, die den Straßenlärm aussperren, Fußbodenheizung und jeweils mindestens einen Balkon bzw. Terrasse. In der rund 93 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnung der Schütts sind es sogar zwei Balkone. „Wir haben ja früher in einem Haus gewohnt, da war es uns wichtig, dass die Wohnung nicht zu klein ist.“ Die Zufahrt zur Tiefgarage wird bei Glatteisgefahr beheizt. Der Komfort hat seinen Preis, die Miete je Quadratmeter liegt um einige Euro über dem Vewoba-Durchschnitt. „Aber das ist nicht zu viel, wenn ich bedenke, wie wohl wir uns hier fühlen“, sagt Marianne Schütt.

Auch Klaus und Ellen Paape gehören zu den neuen Mietern. Allerdings kommen sie nicht vom Land, sondern aus der Großstadt. Sie übergaben ihr Haus in Hamburg an ihren Sohn und gingen außerhalb auf Wohnungssuche. „Weil wir in Hamburg eine wesentlich höhere Miete zahlen müssten“, erklärt der 70-Jährige. Ludwigslust hat letztlich gegen Oldesloe, Segeberg und Boizenburg das Rennen gemacht. „Auch weil Herr Lutzke uns überzeugt hat, dass er eine gute Wohnung für uns hat“, so Klaus Paape. „Und wir sind voll zufrieden und von der Anlage begeistert.“ Trotzdem werden sie viele Wochen im Jahr nicht in Ludwigslust sein. Den Sommer und einen Monat über Weihnachten verbringen Klaus und Ellen Paape immer in Norwegen, in einer Wohnung in einem Fjord. Auch weil sie eine Bekannte in Grabow haben, ist Ludwigslust ideal. „Da kann sich jemand um die Wohnung und die Blumen kümmern, wenn wir nicht da sind“, so die 69-Jährige.

Die drei Klinkerbauten mit den flachen Dächern sind fast vollständig vermietet – „nur durch Hören-Sagen“, so Harry Lutzke. Lediglich zwei, drei Zwei-Zimmer-Wohnungen sind noch zu haben. Perspektivisch sollen alle Plattenbauten im Karree Suhrlandt-/Celestino-/Park-/Findorffstraße weichen, um weiteren Neubauten Platz zu machen. Erste Interessenten gibt es schon. „Ich möchte auch so eine Wohnung haben“, sagt Christel Berthold-Meyer, die Schwester von Marianne Schütt. „Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, war ich sofort begeistert.“ Sie will sich gleich vormerken lassen, um dann mit Mann Siegfried von Kühlungsborn nach Ludwigslust zu ziehen. „Dann wird das hier der Treffpunkt der Familie“, sagt die 69-Jährige, die in Neustadt-Glewe aufwuchs. Bis zum Umzug muss sich das Paar aber noch ein bisschen geduldig. Einen festen Zeitplan gibt es für den nächsten Neubau-Abschnitt noch nicht. Laut Vewoba-Wirtschaftsplan ist aber für 2018 der Rückbau des verbliebenen Plattenbaus an der Suhrlandtstraße angedacht.


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