Zierzow : Mit Äpfeln zu neuer Existenz

Stephan Schepler, hier mit seiner Frau Dagrun Diehn, will in Zierzow seine eigene Kelterei aufbauen.
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Stephan Schepler, hier mit seiner Frau Dagrun Diehn, will in Zierzow seine eigene Kelterei aufbauen.

Stephan Schepler tritt in die Fußstapfen seines Vaters Hans Hermann und baut sich in Zierzow eine eigene Kelterei auf

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06. September 2017, 19:00 Uhr

Stephan Schepler ist in diesen Tagen viel unterwegs: Flyer verteilen, Äpfel annehmen, den Baufortschritt auf dem eigenen Grundstück verfolgen. „Lohnmost 2017 – Kelterei Schepler“ steht auf dem Infoblatt, das der 43-Jährige Zierzower an diesem Nachmittag noch landauf landab verteilen will. Stephan Schepler baut sich hier in Zierzow seine eigene Existenz auf – der Anstoß dazu kam von seinem Vater Hans-Hermann Schepler in Banzkow. „Mein Vater betreibt dort seit 1984 eine Kelterei. Und nun, als er Rentner wurde, hat er sich gefragt, was mit der Mosterei passieren soll. Entweder einstampfen oder weiterbetreiben. Er hat sich dann entschlossen, weiterzumachen und mit der Mosterei hierher nach Zierzow zu ziehen“, so Stephan Schepler. Für den Zierzower ist das ein Fulltimejob rund um die Uhr, wenn die Äpfel in Massen da sind und angenommen werden. Das hat er vor zwei Jahren schon erfahren, als er in der damaligen Saison im September und Oktober 16 Tonnen Äpfel angenommen hatte, um zu sehen, wie die Sache ankommt.

Der Rohbau für die eigene Kelterei indes nimmt Gestalt an. „Im Juni haben wir mit dem Bau begonnen, im Frühjahr 2018 werden wir voraussichtlich fertig sein und dann kann es richtig losgehen.“ In den Neubau zieht dann die ganze Technik aus der Kelterei seines Vaters in Banzkow. „Einiges an Ausrüstung ist auch schon hier, selbst haben wir uns eine gebrauchte Flaschenwaschmaschine zugelegt und eine neue Packpresse“, ergänzt Stephan Schepler, der eigentlich gelernter Bankkaufmann ist. Eine Zeit lang hat er als selbstständiger Makler gearbeitet und ist später dann beim Bau gelandet – bei einer Kernbohrfirma. Aber als der Vater ans Aufhören dachte, sagte sich Stephan Schepler, das könnte sein nächstes Standbein werden. Und so ist der Zierzower zu dem zurückgekehrt, was er schon als Kind bei seinem Vater kennenlernte – zur Mosterei. „Wir nehmen hier in Zierzow in der Grabower Chaussee 23 in der Zeit vom 1. September bis 4. November dienstags und freitags von 15 bis 18.30 Uhr sowie am Sonnabend von 10 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung Äpfel an. Birnen und Quitten aber nur nach Absprache“, sagt Stephan Schepler. Die Annahmezeiten bei seinem Vater in Banzkow in der Straße des Friedens 16 sind dienstags und freitags von 15 bis 18.30 Uhr. Die Äpfel werden in der Regel am Tag nach der Anlieferung verarbeitet, gewaschen, gemahlen und die Maische auf traditionelle, schonende Weise mit einer Packpresse abgepresst. Schonend heißt, dass der Pressvorgang rund 20 Minuten dauert. Danach wird der Saft gefiltert, pasteurisiert und in Flaschen gefüllt. Kunden, die ihre Äpfel anliefern, bekommen sofort im Tausch Saft aus dem vorhandenen Sortiment. Das „Saftguthaben“ kann aber auch später eingelöst werden, jedoch nur bis zur nächsten Saison. „Aber wir kaufen keine Äpfel an, das Obst stammt überwiegend von Kleingärtnern und Besitzern von Streuobstwiesen“, so Stephan Schepler. Der Zierzower will aber in seiner Kelterei nicht nur Apfelsaft oder diesen z.B. in Kombination mit Quitten, Holunderbeeren, Kirsch, Zitrone oder Orange-Karotte anbieten, er will seine Produktpalette auch noch ein bisschen ausbauen. „Wenn die Mosterei dann läuft, will ich versuchen, da wieder hinzukommen, auch im Frühjahr Rhabarber anzunehmen und zu verarbeiten“, so Stephan Schepler, der bei seinem Vorhaben auch von seiner Frau Dagrun Diehn unterstützt wird. „Die Resonanz der Leute nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch aus umliegenden Gemeinden, auf die Idee, eine eigene Kelterei aufzubauen, ist durchweg positiv. Das Projekt wird gut angenommen und ich denke, dass sich das in der Zukunft gut entwickeln wird.“

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