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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 02:47 Uhr

Grabow : Mit 102 täglich auf Achse

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Elli Roggmann spaziert gern durch Grabow und feierte ihren Geburtstag jetzt erstmals im Pflegeheim

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 05:00 Uhr

„Wenn mein Blutdruck jetzt nicht steigt, dann weiß ich auch nicht.“ Der Rummel um ihre Person macht Elli Roggmann ein bisschen nervös. Der Grabower Bürgermeister Stefan Sternberg ist schon da und Pastor Matthias Wanckel, Sohn Hartmut und Schwiegertochter Margret sowieso. Aber einen 102. Geburtstag feiert man nun einmal nicht alle Tage. Im DRK-Pflegeheim „Haus Concordia“, in dem Elli Roggmann lebt, war es am Sonnabend soweit.

Ganz in der Nähe, in Dadow, war Elli Roggmann am 8. Juli 1915 geboren worden. Ihr Vater fiel noch im Ersten Weltkrieg. Die Familie zog später nach Muchow, wo Elli zur Schule ging. In Kobande bei Crivitz gründete sie ihre eigene Familie, lebte dort viele Jahre mit ihrem Mann und Sohn Hartmut. Doch schließlich zog es sie zurück an die Elde. „Grabow ist meine Stadt“, sagt die 102-Jährige. Und so hatte sie mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann 1979 ein Haus am Steindamm gekauft und war hierher gezogen. „Die Schwester meines Mannes wohnte hier“, erklärt sie.

Bis vor vier Monaten lebte Elli Roggmann noch in ihrer eigenen Wohnung. Und erledigte viele Arbeiten. „Der Tritt zum Haus war immer blitzblank“, erzählt Bürgermeister Stefan Sternberg, der mit Tochter Henny als Blumenmädchen gekommen war, um der ältesten Bewohnerin des Amtsbereiches zu gratulieren. „Ich kann mich noch gut an die Kittelschürze erinnern, die Sie immer trugen.“ Die Schürze habe sie immer noch und ziehe sie auch an, wirft Elli Roggmann ein. Und einer Nachbarin, die jünger war als sie selbst, hatte sie häufig im Garten geholfen. Johannisbeeren ernten und sogar umgraben. „Der Garten war sehr groß“, sagt Elli Roggmann erklärend.

Auch mit über 100 ist Elli Roggmann noch sehr aktiv und am liebsten an der frischen Luft. „Ich gehe jeden Tag meine Runde am Hafen entlang, Richtung Stadt und bis zur Eisdiele“, erzählt die Seniorin mit einem spitzbübischen Lächeln. Manchmal gönne sie sich dann ein Eis. An ihrer Seite ist oft Erna Wohlfeil, die auch im „Haus Concordia“ wohnt. „Wir kennen uns schon seit 50 Jahren“, sagt Elli Roggmann. „Ihre Tochter ist meine angeheiratete Nichte.“

Ein Geheimrezept, wie man 102 Jahre alt werden und dabei so rüstig bleiben kann, verrät die Grabowerin nicht. „Bei dem einen ist es so, bei dem anderen so“, erklärt sie vielsagend. Elli Roggmann, die ihr Berufsleben in der Landwirtschaft verbracht hatte, erfreute sich jedenfalls immer guter Gesundheit. „Sie war nur zweimal im Krankenhaus“, erzählt Schwiegertochter Margret. „Einmal zur Geburt ihres Sohnes und in diesem Jahr für eine Nacht.“

Dass das so bleiben möge, wünschte auch Pastor Wanckel, der mit der Jubilarin und ihren Gästen „Lobe den Herren“ anstimmte. Die verteilten Liedzettel hätte Elli Roggmann zumindest für die ersten Strophen nicht gebraucht. „Die kann ich aus dem Kopf singen“, sagt die 102-Jährige, die auch noch gern zum Seniorenkreis der Kirchengemeinde geht.

 

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