A24-Baustelle bei Wöbbelin : Messungen bremsen Raser nicht

Die Baustelle an der Anschlussstelle Wöbbelin an der A 24: Hier haben wegen Raserei schon Hunderte ihren Führerschein eingebüßt. Trotzdem wird weiter aufs Gas gedrückt.
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Die Baustelle an der Anschlussstelle Wöbbelin an der A 24: Hier haben wegen Raserei schon Hunderte ihren Führerschein eingebüßt. Trotzdem wird weiter aufs Gas gedrückt.

Polizei zieht verheerende Bilanz ihrer Blitzereinsätze an der A24-Baustelle bei Wöbbelin

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21. August 2016, 20:45 Uhr

Die Polizei sieht keinen Grund, die häufigen Geschwindigkeitskontrollen an der Anschlussstelle Wöbbelin im Zuge der Autobahn 24 zu verringern oder gar einzustellen. Das erklärte Frank Goede, der Chef der Autobahnpolizei in Stolpe. Hintergrund sind die jüngsten Zahlenerhebungen zu den Unfällen an dieser Stelle, die zugleich eine Baustelle ist. Denn trotz der zahlreichen Messungen, die besonders durch den Landkreis, aber auch durch die Polizei erfolgen, ist weder die Zahl der Unfälle an dieser Stelle zurückgegangen noch wird weniger gerast.

So hat die Polizei bis Ende Juli 21 Unfälle in diesem Bereich der Autobahn in beiden Fahrtrichtungen registriert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 20 Unfälle gewesen. Goede: „Und das trotz des Überwachungsdrucks, der ja seit Monaten an dieser Stelle besonders hoch ist.“ Die meisten Unfälle hätten aber vor allem mit der Einfädelungssituation an dieser Anschlussstelle zu tun. Sehr viele Autofahrer würden mit dem Stoppschild an dieser Stelle nicht richtig umgehen können oder wollen. „Viele halten nicht an, zögern und fahren dann doch noch auf und der nächste Fahrer gleich hinterher. Wenn dann noch in der Baustelle viel zu schnell gefahren wird und einer plötzlich auf die Eisen geht, dann haben wir die klassische Unfallsituation“, so Goede. Womit das zweite Thema angesprochen wäre, die Raserei an der Stelle, an der 60 km/h oder an einigen Stellen auch 80 km/h erlaubt sind.

Die Polizei hat ihre Einsätze jetzt extra noch einmal für die Schweriner Volkszeitung ausgewertet. Danach gab es vom 1. Januar bis vergangene Woche 71 Messeinsätze der Polizei. Von den 186 710 dabei gemessenen Fahrzeugen waren 15 136 zu schnell. Das sind 8,1 Prozent und damit deutlich mehr als sonst üblich. 2040 dieser zu schnellen Autofahrer waren dabei mindestens 20 km/h zu schnell, 1524 gehörten in die Kategorie bis 30 km/h, bis zu 40 km/h zu schnell waren noch 382. Und mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 40 km/h und damit im Fahrverbotsbereich wurden 134 Fahrzeuge gezählt. Und das alles nur bei den polizeilichen Messungen. „Wenn man dann noch erfährt, dass der Schnellste in der 80er-Zone mit 205 Sachen unterwegs war oder dass einer mit 142 km/h im 60er-Bereich gemessen wurde, dann weiß man, wie dort nach wie vor gerast wird. Und das obwohl dort seit Monaten regelmäßig gemessen und auch durch die Medien darüber zusätzlich informiert wird. Somit ist doch völlig klar, dass wir weitermachen müssen an dieser Stelle“, erklärt Goede die Lage. Nicht umsonst seien die Bauleute an der Brücke nach wie vor sehr dankbar, wenn dort kontrolliert werde.

Nach der absehbaren Fertigstellung der Wöbbeliner Brücke deutet sich mit Abriss und Neubau der Autobahnbrücke in Stolpe die nächste Dauerbaustelle an. Sicherlich der nächste Blitzer-Hotspot im Land Mecklenburg-Vorpommern.

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