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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 14:32 Uhr

Ludwigslust : Menschen helfen als Berufung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Ordensschwestern Thaddäa und Margreth entschieden sich als junge Frauen für den Orden / Seit 1991 leben sie in Ludwigslust

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Seit fast 24 Jahren leben sie nun schon in Ludwigslust: Die beiden Ordensschwestern Margreth und Thaddäa fühlen sich von Gott berufen, Menschen zu helfen und ihren Glauben weiterzugeben.

Die Entscheidung, den Dienst am Glauben in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen, trafen die beiden Frauen schon im jungen Alter: „Ich war damals 22 Jahre alt“, sagt Schwester Thaddäa, die 1936 in Nordrhein-Westfalen geboren wurde. Ordensschwester Margreth (Jahrgang 1961, gebürtig aus Niedersachsen) habe schon mit 19 Jahren die Bestimmung gespürt, „alles für Gott zu geben“ und den Menschen zu helfen.

Doch auch wenn sie die Nähe Gottes gespürt haben, mussten sie sich trauen „den Sprung in das Ungewisse“ zu wagen, wie Schwester Margreth es beschrieb. „Es setzt Vertrauen voraus, sich Gott vollkommen zu fügen“, entgegnete Schwester Thaddäa. „Das ist wie bei Liebenden. Man spürt, ob man füreinander bestimmt ist“, fügt Schwester Margreth mit einem Lächeln hinzu. Zuerst haben sie Ordensschwestern in der näheren Umgebung beobachtet und sie besser kennen gelernt, um herauszufinden, ob sie sich auch mit diesem Leben identifizieren können. Nach einigen Gesprächen mit den Ordensschwestern stand ihre Entscheidung dann fest: Sie möchten die „Ausbildung zum Ordensleben“ beginnen – denn erst nach dieser ist eine Bindung auf Lebenszeit möglich.

„Ich habe auf mein Herz gehört und diesen Weg eingeschlagen“, sagt Schwester Margreth. So teilte sie ihre endgültige Entscheidung ihren Eltern und Geschwistern mit. Diese unterstützten sie bei ihrem Vorhaben und gaben ihr das Gefühl, hinter ihr zustehen. „Auch meine Eltern haben die Entscheidung gut aufgenommen“, sagt Schwester Thaddäa.

Dann begann die Ausbildung, die in mehrere Phasen unterteilt ist: Der „Kandidatur“, die der ersten Berufungsklärung dient und die Entscheidungshilfe zur nächsten Stufe, des „Postulats“, darstellt. Dabei sammeln die Schwestern erste Erfahrungen, wie sich das geistliche Leben, das Gemeinschaftsleben und der Berufsalltag vereinen lassen. Danach folgt für zwei Jahre die Phase der „Noviziat“, in der die Schwestern in das Ordensleben eingeführt werden und das Gelübde „Armut, Gehorsamkeit und Keuschheit“ für die ersten drei Jahre ablegen. Während dieser Zeit werden sie von den Ordensschwestern begleitet. In der letzten Phase wird dann die Entscheidung für oder gegen das Ordensleben im sogenannten „Juniorrat“ getroffen, in der das Gelübde verlängert wird und weitere Niederlassungen des Ordens kennen gelernt werden.

Nachdem sie die Ausbildung durchlaufen hatten, studierten beide Schwestern. Ordensschwester Thaddäa nahm das Studium zur Pädagogin im Bereich Hauptschule auf und Schwester Margreth, die vor der Ausbildung im Orden schon den Beruf der Erzieherin erlernt hatte, studierte im Orden Soziale Arbeit.

„Dann sind wir 1991 nach Ludwigslust gekommen“, erinnert sich Thaddäa. Ihr Alltag sehe wie folgt aus: Zuerst wird gemeinsam das Morgengebet abgehalten, danach folge das Frühstück und dann wird der Arbeit nachgegangen – Schwester Margreth arbeitet als Fachberaterin in Kindergärten, hilft unter anderem den Erziehern bei verhaltensauffälligen Kindern, coacht die Erzieher und hilft bei der Teamentwicklung; Schwester Thaddäa befindet sich im „Unruhestand“ wie sie es nennt und kümmert sich um ältere Menschen. „Es erfüllt mich, den Menschen zu helfen“, sagt Thaddäa abschließend. Schwester Margreth pflichtete ihr mit einem Nicken bei.

 

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