Ludwigslust/Wittenförden : Meister der Jäger im Kreis tritt ab

Wilfried Röpert bereitet am heimischen Schreibtisch den Rechenschaftsbericht vor.
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Wilfried Röpert bereitet am heimischen Schreibtisch den Rechenschaftsbericht vor.

Wilfried Röpert übergibt in wenigen Tagen einen der stärksten und gesündesten Kreisjagdverbände im Bundesland an seinen Nachfolger

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13. März 2016, 19:00 Uhr

Am kommenden Freitag wird es in Grabow soweit sein, dann wird es die große Mitgliederversammlung des Kreisjagdverbandes Ludwigslust geben und dann wird deren langjähriger Chef Wilfried Röpert das Zepter an seinen Nachfolger übergeben.

Eigentlich sollte er den „Job“, den er immer als Berufung aufgefasst und gelebt hat, nur für zwei Jahre übernehmen. Im Jahr 1998 war er vom erfahrenen Stellvertreter zum Chef des Verbandes aufgestiegen. Jetzt sind es 18 Jahre geworden und noch immer gibt es Anrufe von Jagdfreunden und Kollegen bei dem 67-Jährigen, er möge doch weiter machen. Doch Röpert, der seit 1984 Jäger ist, hat sich fest entschlossen, die Geschicke seines Verbandes in jüngere Hände zu übergeben.


Kreisverband ist in guter Verfassung


Es geht um 1200 Jäger, die in 16 Hegeringen organisiert sind, es geht um einen der aktivsten, gesündesten und auch stärksten Kreisverbände im ganzen Land. Wobei der Titel politisch nicht ganz korrekt ist, denn im Landkreis gibt es ja noch die Jägerschaft Parchim für den dortigen Altkreis. Und das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben, da ist sich Röpert ziemlich sicher. „Wir arbeiten in vielen Bereichen, beispielsweise bei den Hundeobleuten, eng mit den Parchimern zusammen. Es gibt aber nach wie vor keinen Grund, dass wir zwangsweise zusammengehen, nur weil der Kreis größer geworden ist. Und ich weiß eigentlich alle Jäger im Altkreis da hinter mir.“

Der Verweis auf die anderen kommt nicht von ungefähr, denn der Mann aus Wittenförden bei Schwerin war schon immer ein Netzwerker. „Ich hatte in all den Jahren immer das Glück, mich auf viele gute Leute verlassen zu können.“


Generationswechsel ist in vollem Gange


Dazu gehören nicht nur viele Hegeringleiter, bei denen der Generationswechsel der Nachwendeleute in vollem Gange ist. Dazu zählt er den langjährigen Landeschef der Jäger, Dr. Volker Böhning, und dazu gehört für ihn der erst vor kurzem verstorbene Otto Ohnedorfer aus Hagenow, von dem er einst das Amt übernahm. „Von ihm habe ich viel gelernt, er hat mich und andere sehr geprägt.“

Es geht ihm um die Ausübung der Jagd nach altem Verständnis. Es gehe bei weitem nicht nur ums Schießen und Jagen, es gehe nicht um ein teures Hobby, es gehe um Berufung, um Naturverbundenheit und Hege.

Alles Facetten der Jägerei, die nach seiner Meinung in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu kurz kommen. Und so gehörte die schleppende oder in vielen Fällen schlicht nicht existierende Öffentlichkeitsarbeit vieler Hegeringe und Verbände zu den Ärgernissen, mit denen sich der gelernte Elektriker immer herumplagen musste. Das muss jetzt sein Nachfolger lösen.


„Pflichtschießen für Jäger muss her“


Obwohl der Verband gut dasteht, wird Röpert nicht ohne Sorgen gehen. Zumal das mit dem Rückzug nur zum Teil stimmt, denn Vizechef des Landesverbandes wird er bleiben.

Es sind die Gesetze anderer Bundesländer, die ihm Sorgen machen. Einige haben die Jagdzeiten für Rehböcke erweitert, Röpert hält das für unsinnig. Genauso wie Jagdverbote für Wildarten wie Gänse, Enten oder Waschbären, die es in einigen Bundesländern schon gibt. „Wir brauchen auch weiterhin die zugelassene Jagd für alle Arten und wir brauchen auch keine Wiederkehr der Jagdsteuer, für deren Abschaffung wir einst gekämpft haben.“

Die Überalterung der Jägerschaft sieht er im Gegensatz zu anderen Verbänden für den Bereich Hagenow-Ludwigslust gestoppt. „Wir haben als einer der ganz wenigen Verbände jedes Jahr einen Jungjägerlehrgang mit vielen Absolventen am Start. Die Jägerei ist und bleibt auch für Jüngere attraktiv.“

Viel schlechter sieht es da mit den Schießkünsten vieler Weidgenossen aus. „Ich bin ganz klar für das Pflichtschießen. Viele Jäger drücken sich aus Bequemlichkeit davor, dabei ist es auch aus Achtung vor dem Wild enorm wichtig, seine Waffe zu beherrschen. Ich selbst gehe mindestens dreimal im Jahr auf den Schießstand. Wir haben in den vergangenen Jahren viel versucht, doch ohne Zwangsmaßnahmen kommen wir da wohl nicht weiter.“

Und er? Was macht er nach seinem Abschied am Freitag? Er werde viel öfter in seinem Revier vor der Haustür in Wittenförden jagen können. „Dort kann ich wunderbar entspannen und in eine andere Welt eintauchen. Auch das macht die Jagd aus.“

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