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Ludwigsluster Tageblatt

19. Oktober 2017 | 18:36 Uhr

Lübtheen : Meister Adebar im Liebesrausch

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Rotstrumpf hat im Elbebereich inzwischen an die 80 Prozent der Nester „bezogen“ / Mangelnde Nahrung sorgt für Skepsis

In einigen Orten ist das Klappern von Herrn Rotstrumpf bereits seit einigen Wochen zu hören. „Die ersten Störche waren schon sehr früh in diesem Jahr auf ihren Nestern“, sagt Helmut Eggers, Storchenbeauftragter des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Allerdings seien nur vereinzelt Störche schon im Februar auf ihren Nestern erschienen, fügt der Lübtheener hinzu. Durch das Ablesen der Ringe konnte belegt werden, dass diese Störche ihren Winterurlaub nur in Spanien verlebt hatten.

„Die überwiegende Zahl der Störche in unserer Region zieht jedoch auf der Ostroute und überwintert schon noch in Afrika“, sagt der Storchenexperte weiter. Aufgrund der Wetterbedingungen seien die Vögel aber in den vergangenen Tagen in großer Zahl hier in der Region auf ihren Nestern angekommen.

Vor etwa zwei Wochen belegten viele Störche ihre angestammten Nester. Dieser Trend setzte sich in den darauffolgenden Tagen bis jetzt weiter fort. Meister Adebar hat im Elbebereich inzwischen an die 80 Prozent der Nester „bezogen“. Das ist auch für ostwärts ziehende Störche eine sehr frühe Ankunft. „Wir wollen hoffen, dass uns auch die fehlenden Störche in den nächsten Tagen und Wochen erreichen.“

Unter den bereits angekommenen Störchen seien auch alte Bekannte. Das verraten ihm die Ringnummern, erklärt der Storchenexperte. So konnte beispielsweise Dirk Seemann auf seinem Nest in Valluhn das Storchenweibchen mit der Ringnummer 7X055 selbst durch Ringablesung identifizieren. Dieses Weibchen sei nun schon vier Jahre alt und war auch in den beiden Vorjahren als Brutstorch auf diesem Nest.

Bereits als zweijähriger Storch hatte sie 2012 zwei Jungstörche aufgezogen. Das ist recht außergewöhnlich und widerlegt alte Annahmen, dass Störche erst mit drei Jahren erstmals und dann meist erfolglos brüten. Im Vorjahr hatte sie dann sogar vier Jungstörche im Nest und dasselbe wollen wir für dieses Jahr erhoffen. Ein neuer Partner, erkennbar wiederum am Ring, steht dafür schon zur Verfügung. Während momentan vielfach am Nest gebaut wird, beginnt dann aber auch bald das Brutgeschäft mit der Eiablage. Die Zahl der Eier wird durch die Konstitution des Weibchens und damit in erster Linie durch die Nahrungsgrundlage bedingt.

„Und damit sieht es in diesem Jahr nicht so gut aus, denn die momentan herrschende Trockenheit sorgt nicht gerade für Nahrung in Hülle und Fülle. Das macht uns als Storchenschützer große Sorgen, zumal das Nahrungsareal immer wieder durch Dauergrünlandverluste schwindet. Insofern haben wir Zweifel, ob es trotz früher Ankunft der Brutstörche ein gutes Storchenjahr 2014 werden wird“, meint Helmut Eggers ein wenig sorgenvoll.

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