Ludwigslust : „Mein Nachbar räuchert mich zu“

Dicker Rauch über den Gärten und Eigenheimgrundstücken sorgt wieder für Ärger bei den Nachbarn.
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Dicker Rauch über den Gärten und Eigenheimgrundstücken sorgt wieder für Ärger bei den Nachbarn.

Seit 1. März lodern wieder die Gartenfeuer / Erste Beschwerden beim Landkreis

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06. März 2014, 17:44 Uhr

Gestrüpp, vertrocknete Grasbüschel, Reste vom Baumschnitt - bei Peter Jopp landet altes Grünzeug aus dem Garten nicht im Feuer, sondern im großen Container in Groß Laasch. Der Hobbygärtner aus Neustadt-Glewe würde nie im März ein Gartenfeuer zünden. „So etwas macht bei uns in der Nachbarschaft keiner“, sagt er. „Das stinkt viel zu sehr. Da nehmen wir alle Rücksicht aufeinander.“

Nicht jeder denkt so wie Jopp. Seit 1. März lodern hier und da im Landkreis wieder die Feuer. Auch in Ludwigslust zogen in dieser Woche dicke Rauchsäulen aus den Gärten hoch über die Dächer. Eigentlich sollten sie das nicht, denn laut Landesverordnung dürfen Pflanzenabfälle nur da verbrannt werden, wo nicht kompostiert werden kann, keine anderen Entsorgungssysteme angeboten werden oder der Weg dorthin nicht zumutbar ist. „Nun ist ’zumutbar’ immer ein dehnbarer Begriff“, sagt Gangolf Hergert von der Kreisverwaltung. Hergert ist als Ansprechpartner im Abfallratgeber genannt. Wer ihn anruft, beschwert sich entweder über den Qualm: „Hilfe, mein Nachbar räuchert mich zu“ oder will sich absichern, bevor er das Feuer zündet: „Wir sind alt und haben keinen Anhänger. Dürfen wir jetzt Feuer machen?“

Generell, so Hergert, seien die Gartenfeuer in den vergangenen Jahren weniger geworden. Wer gegen die strengen Auflagen (Container nutzen, maximal zwei Stunden am Tag, nur auf dem eigenen Grundstück und auf keinen Fall am Sonntag verbrennen...) verstößt, muss mit Bußgeldstrafen rechnen. „Davon haben wir im letzten Oktober etliche verhängt“, sagt Hergert. Ob in einer Gemeinde Pflanzenabfälle verbrannt werden dürfen, entscheidet am Ende die Kommune selbst. So galt im Landkreis Güstrow bis zur Kreisgebietsreform ein absolutes Verbrennungsverbot. Auch in Schwerin darf bis heute das ganze Jahr über kein Grünzeug verbrannt werden.

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