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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 06:32 Uhr

Ludwigslust : Mehr Wohngeld für mehr Leute

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Zahl bewilligter Erstanträge hat sich in der Region durch die Reform im ersten Quartal dieses Jahres verdoppelt. Zudem fallen die Wohngeldzahlungen zumeist höher aus als bisher.

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erstellt am 19.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Die Zahl der Wohngeldempfänger in Ludwigslust und Umgebung ist in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich gestiegen. Grund ist die Wohngeldreform, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist. „Das Wohngeld wurde erstmals seit 2009 wieder erhöht“, erklärte Tina Lendt von der gemeinsamen Wohngeldstelle der Stadt und des Amtes Ludwigslust-Land. Lohnerhöhungen bei gleich bleibendem Wohngeld und die Mütterrente hatten nach ihren Angaben dafür gesorgt, dass immer weniger Menschen Anspruch auf diese staatliche Hilfe hatten. Doch jetzt geht es wieder aufwärts. „Im ersten Quartal dieses Jahres haben wir 58 Erstanträge bewilligt, doppelt so viele wie im ersten Quartal 2015“, erklärte die Verwaltungsmitarbeiterin. Damit gab es Ende März rund 200 Wohngeldempfänger in der Region. „Wir empfehlen einkommensschwachen Haushalten, einen Wohngeldantrag zu stellen, um prüfen zu lassen, ob auch sie von der Gesetzesänderung profitieren.“ Dazu gehören unter anderem Empfänger von Arbeitslosengeld I, Geringverdiener, Rentner und Alleinerziehende.

Doch nicht nur die Zahl der Wohngeldempfänger ist gestiegen, sondern in den allermeisten Fällen auch die jeweils gezahlten Beträge. Wer zum Jahreswechsel schon Wohngeld bekam, musste dafür keinen neuen Antrag stellen. „Wir haben zu Jahresbeginn automatisch neue Bescheide verschickt“, so Tina Lendt. Die Erhöhung habe in der Regel zwischen 50 und 100 Euro gelegen.

Beispiel 1: Eine vierköpfige Familie mit einem Nettoeinkommen von 1500 Euro (das Kindergeld zählt nicht dazu) und einer Kaltmiete von rund 590 Euro erhielt bisher 123 Euro Wohngeld. Jetzt sind es rund 210 Euro.

Beispiel 2: Eine alleinstehende Person mit 810 Euro Nettoeinkommen und einer Kaltmiete von 350 Euro bekam früher 15 Euro Wohngeld, jetzt sind es rund 55 Euro.

Die Miete zur Ermittlung des Wohngeldes ergibt sich dabei aus der Grundmiete plus der kalten Betriebskosten wie zum Beispiel Kaltwasser, Abwasser oder Müll. Die Betriebskosten für Heizung und Warmwasser gehören nicht dazu.

Das Gesamteinkommen errechnet sich aus den Einkünften aller Haushaltsmitglieder, gemindert um bestimmte Frei- und Abzugsbeträge. So werden jeweils zehn Prozent abgezogen, wenn man Einkommensteuer, Pflichtbeiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung und Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat. Freibeträge gibt es zum Beispiel für Schwerbehinderte oder Alleinerziehende.

Übrigens: Die staatliche Hilfe bei den Wohnkosten gibt es nicht nur für Mieter, sondern auch für Haus- oder Wohnungseigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen. Dann heißt sie Lastenzuschuss. Zur Belastung gehören dabei unter anderem Zinsen und Tilgung für ein Darlehen sowie pauschal 36 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für Instandhaltungs- und Betriebskosten.

Auf den Haushalt von Stadt und umliegenden Gemeinden hat das höhere Wohngeld keinen Einfluss. Zwar werden die Anträge von der Wohngeldstelle der Stadt und des Amtes bearbeitet, das Geld kommt aber vom Bund.

 

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