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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 22:52 Uhr

Baumaßnahmen A14 : Mehr Stahl als im Eiffelturm

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Brücke im Zuge des Autobahnbaus A14 über die Elde wächst. Stahlbaumontage wird bis Herbst abgeschlossen sein

von
erstellt am 22.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Millimetergenau bewegt der Kran die tonnenschweren Stahlteile. Die ersten Stahlsegmente, die so genannten Vouten, das sind Teile des Rahmens, wurden am Eldekanal für die 505 Meter lange Eldebrücke im Zuge des Neubaus der A14 gesetzt. „Die Vouten befinden sich im Endzustand“, so Baudirektor Stefan Anker vom Straßenbauamt Schwerin. „Der Spezialkran mit einer Kapazität von 500 Tonnen wird dabei nicht an seine Grenzen stoßen, die Segmente haben eine Masse von rund 70 Tonnen, das schwerste Stahlbauteil wiegt 80 Tonnen. Das wird der Riegel für die Brücke sein, der über die Alte Elde montiert wird“, so der Projektleiter der A  14 in MV. Diese Maßnahme ist Bestandteil der Arbeiten an der A14 in der Verkehrseinheit VKE 6 von Grabow bis Groß Warnow. „In diesem Brückenbauwerk werden rund 11  400 Tonnen Stahl verbaut, das ist mehr als beim Bau des Eiffelturms verwendet wurde. Dort lag der Materialeinsatz bei 10  000 Tonnen“, schmunzelte Stefan Anker, als er im SVZ-Gespräch am Rande des Auftakts der Segmentmontage diesen ungewöhnlichen Vergleich vorbrachte.

Aktuell werden zwei Brücken nebeneinander gebaut, das sind dann standardmäßig zwei Teilbauwerke. „Begonnen haben wir mit der Montage der Segmente für die Richtungsfahrbahn der A14 nach Wismar, das andere Teilbauwerk wird dann in der Gegenrichtung Magdeburg–Dresden errichtet“, so Stefan Anker. Bauausführende Firmen sind hier in diesem Bereich das Unternehmen Matthäi mit Filialen in Leezen und Magdeburg und die Bilfinger MCE aus dem österreichischen Linz. Der Krandienst Lange aus Grimmen hatte den Spezialkran mit dabei.

Die Bauarbeiten des Abschnitts zum Neubau der A  14 auf mecklenburgischer Seite laufen auf Hochtouren. Erst im Juni letzten Jahres war der Spatenstich an der Müritz-Elde-Wasserstraße erfolgt und im August/September soll der Lückenschluss an der Brücke über der Müritz-Elde-Wasserstraße vollzogen sein.

Der von der künftigen Anschlussstelle Grabow (in früheren Planungen Ludwigslust-Süd genannt) bis zur Anschlussstelle Groß Warnow reichende Bauabschnitt ist knapp elf Kilometer lang und reicht rund einen Kilometer ins Land Brandenburg hinein. Das herausragende Bauwerk im Abschnitt Grabow-Groß Warnow ist 505 Meter lang. Die Brücke wird künftig die Müritz-Elde-Wasserstraße und auch das aus Naturschutzsicht sensible Tal überspannen. Ihr Bau ist für alle an diesem Projekt Beteiligten eine Herausforderung. „Der Baugrund ist sehr schwierig, der nicht tragfähige Boden reicht bis in eine Tiefe von 22 Metern“, erklärte Thomas Taschenbrecker, Leiter des Straßenbauamtes Schwerin vor Ort. „Allein die Eldetal-Brücke wird rund 26 Millionen Euro kosten.“

Das Projekt ist eines von insgesamt neun Brückenbauwerken auf der Strecke. Die Gesamtbaukosten für den Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Grabow und Groß Warnow werden derzeit auf rund 101 Millionen Euro geschätzt. Wenn der Verkehr ab Ende 2017 auf der A 14 durchgehend von Wismar bis nach Karstädt rollen kann, würden die Anwohner entlohnt werden, ist Infrastrukturminister Christian Pegel überzeugt. Profitieren würden von der Autobahn zudem die Häfen in Wismar und Rostock sowie die gewerbliche Entwicklung entlang der Autobahn.

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