Neu Kaliss : Mehr Spielraum für Gemeinden

Burkhard Thees an der Elbe bei Dömitz: Der Hochwasserschutz hat für ihn Priorität.
Burkhard Thees an der Elbe bei Dömitz: Der Hochwasserschutz hat für ihn Priorität.

Burkhard Thees will sich für eine bessere Finanzausstattung einsetzen und eine kommunalpolitische Sicht in den Landtag bringen.

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18. August 2016, 07:00 Uhr

In der Dömitzer Region gibt es wohl nur wenige, die ihn nicht kennen. Burkhard Thees ist seit fast 30 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv – als Gemeindevertreter, Bürgermeister und Amtsvorsteher. „Die Leute kennen mich, und ich kenne sie“, sagt er. Und so sprechen sie den 56-Jährigen nicht nur in seinen offiziellen Sprechstunden als Bürgermeister oder Amtsvorsteher an, sondern (fast) immer und überall. Früh am Morgen, später am Abend und auch am Wochenende. „Aber das ist gut so. Man muss dieses Ehrenamt mit ganzem Herzen machen oder es ganz sein lassen.“

Was im Kleinen funktioniert, wünscht sich Burkhard Thees auch im Großen. „Es ist wichtig, dass die Bürger die Mitglieder des Landtags kennen, dass sie sie direkt ansprechen können und dass ihnen wirklich zugehört wird“, sagt der 56-Jährige. Deswegen kandidiert er im Wahlkreis 17 für den neuen Landtag. „Als Kommunalpolitiker hat man eine ganz andere Sicht auf die Dinge“, betont der gelernte Maschinenbauer. „Ich möchte helfen, Politik für die Menschen wieder glaubwürdiger zu machen.“

Vor 30 Jahren war Burkhard Thees, der aus Glaisin stammt, nach Neu Kaliß gezogen, nahm wenig später seine Arbeit bei der Gemeinde auf. 1999 wurde er in Direktwahl zum ersten Mal zum Bürgermeister gewählt und bei den folgenden Wahlen immer wieder im Amt bestätigt. „Wir haben immer eine gute Gemeindevertretung gehabt, gemeinsam Prioritäten gesetzt und die Vorhaben konsequent realisiert“, so Thees. „So konnte sich Neu Kaliß stetig weiterentwickeln.“

Doch der Kalisser Bürgermeister weiß, dass es vielen Gemeinden deutlich schlechter geht. Deshalb will er sich dafür einsetzen, dass das Finanzausgleichsgesetz so aufgestellt wird, dass die Kommunen wieder Perspektiven und Spielraum für Entscheidungen bekommen. „Wenn ich vor Ort nur noch beschließen kann, ob die Straßenbeleuchtung an- oder ausgeschaltet wird, kann ich doch niemanden mehr für Kommunalpolitik interessieren“, so Burkhard Thees. „Und wenn eine Gemeinde jedes Jahr gezwungen ist, die Steuersätze zu erhöhen, damit ihr nicht die Schlüsselzuweisungen gekürzt werden, hat das doch nichts mit kommunaler Selbstverwaltung zu tun.“ Und so solle es auch Gemeindefusionen nur auf freiwilliger Basis geben.

Ein klares Signal fordert er für den Erhalt auch kleinerer Grundschulen. „Sie brauchen langfristige Sicherheit, damit sie sich entwickeln können“, so Thees. „Durch die Inklusion stehen sie ohnehin vor besonderen Herausforderungen.“ Wichtig sei ihm außerdem, dass ausreichend Kita-Plätze bereitgestellt werden. „Es kann nicht sein, dass es da lange Wartelisten gibt.“ Um die Betreuung personell absichern zu können, müssten Alternativen, zum Beispiel der Einsatz von Seiteneinsteigern, geprüft werden. „In der Schule geht das doch auch.“ Der flächendeckende Breitbandausbau mit Glasfaserkabel, die gerechtere Verteilung von Fördermitteln für Infrastrukturvorhaben und der Hochwasserschutz sind weitere Schwerpunkte.

Und wenn es der FDP-Politiker in den Landtag schafft? Dann bleibt er den Kalissern trotzdem erhalten. „Ich bleibe Bürgermeister, solange es die Wähler wollen und ich es kann“, betont Burkhard Thees. Das Gleiche gilt auch für den Männerchor des Karnevalsvereins NKCC „Linie 10“. „Den Freitagabend halte ich mir immer frei für die Probe“, so der zweifache Familienvater.

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