ludwigslust : Mehr Platz für die Bio-Produktion

Martin Schult (r.), Leiter Technik, und Geschäftsführer Ulrich Müller zeigen Minister Till Backhaus die neue Energiezentrale.
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Martin Schult (r.), Leiter Technik, und Geschäftsführer Ulrich Müller zeigen Minister Till Backhaus die neue Energiezentrale.

Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten eröffnen Erweiterungsbau mit Energiezentrale / 50 Prozent des Stroms selbst erzeugen

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29. September 2015, 07:00 Uhr

Umweltfreundlicher Energieeinsatz trifft biologisch erzeugte Lebensmittel: Um der steigenden Nachfrage im Bio-Bereich gerecht werden zu können, hat die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG (LFW) ihre Produktionsfläche vergrößert und gleichzeitig eine moderne Energiezentrale installiert. Gestern wurde der Erweiterungsbau offiziell eröffnet. Dort, wo künftig Kochschinken, Schinkenspeck und andere Pökelwaren hergestellt werden, empfingen der geschäftsführende Gesellschafter Ulrich Müller und Geschäftsführerin Urte Warncke Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) sowie Vertreter von Verwaltungen, beteiligten Baufirmen und der finanzierenden DZ Bank. Die neue, rund 1000 Quadratmeter große Halle bietet auch Platz für weitere Kochkessel, Räuchertechnik, ein zusätzliches Lager für den Bio-Bereich und die Energiezentrale.

Herzstück der Energiezentrale ist ein Blockheizkraftwerk, das mithilfe von Erdgas Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Erzeugung von Dampf genutzt, der in der Produktion etwa zum Kochen oder Brühen genutzt wird. „Damit können wir jetzt 50 Prozent des benötigten Stroms selbst produzieren“, erklärte Ulrich Müller. „Das hat auch einen ökonomischen Vorteil, weil uns die Erneuerbare-Energien-Zulage stark belastet.“ Rund 400 000 Euro habe das Unternehmen pro Jahr dafür aufwenden müssen. Zudem bringt die Investition eine Verringerung des CO2-Ausstoßes um etwa 30 Prozent.

Rund 3,1 Millionen Euro hat die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG in die Erweiterung investiert. Rund 770 000 Euro davon kamen als Fördermittel über das Land. Minister Backhaus hob hervor, dass sich das Unternehmen seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und in Richtung Zukunftssicherheit aufgestellt habe. „Dieses Unternehmen steht für Qualität, Tradition und Innovation.“

Die Erweiterung der Produktionsfläche war vor allem mit Blick auf die Bio-Produktion, unter anderem für Edeka, notwendig geworden. Rund 50 Prozent des Umsatzes werden in diesem Jahr bereits mit biologisch erzeugten Lebensmitteln gemacht, so Ulrich Müller. In Deutschland zähle man damit zu den ersten Drei im Bio-Bereich, manch einer sehe die Ludwigsluster sogar als die Nummer 1. Mecklenburg-Vorpommern biete mit seinem hohen Anteil an ökologischer Landwirtschaft dafür beste Voraussetzungen. „Im Bio-Bereich beziehen wir 90 Prozent unserer Rohstoffe aus dem Land, für die konventionelle Produktion immerhin 70 Prozent“, so der geschäftsführende Gesellschafter.

Sehr, sehr schwer sei es dagegen, geeignete Mitarbeiter in der Region zu finden, erklärte Ulrich Müller. Und so kämen auf die 180 eigenen Leute derzeit rund 140 Arbeitskräfte aus Arbeitnehmerüberlassung oder über Werkverträge. „Ohne Werkvertrag-Mitarbeiter sind gewisse Bereiche nicht mehr abzudecken.“ Einen ausdrücklichen Dank sprach er seiner Führungsmannschaft aus. „Eine tolle Truppe.“

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