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Ludwigsluster Tageblatt

23. September 2017 | 20:05 Uhr

Dömitz : Mehr Kultur auf der Festung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Helmut Bode ist neuer Bürgermeister von Dömitz / In Sachen Festung will er das Land stärker in die Verantwortung nehmen

von
erstellt am 28.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Mit einem guten Gefühl kann Helmut Bode sein Amt als Dömitzer Bürgermeister antreten. Bei der Wahl am Sonntag hatten 902 Elbestädter für ihn gestimmt, nur 346 dagegen. Damit weiß er rund 72 Prozent der Wähler hinter sich. „Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, sagte er in einer ersten Reaktion. Ganz überraschend kam es aber vielleicht nicht. Auch bei der Wahl zur Stadtvertretung holte der für die CDU antretende 58-Jährige mit Abstand die meisten Stimmen.

Helmut Bode ist in Dömitz kein Unbekannter. Er betreibt in der Festungsstadt seit 1990 eine Fahrschule. Doch dort wird er in Zukunft etwas seltener anzutreffen sein. Noch in diesem Jahr will er den Betrieb an seinen Sohn übertragen, der seit rund drei Jahren in der Fahrschule mitarbeitet. „So habe ich mehr Zeit für meine Arbeit als Bürgermeister“, betont Helmut Bode, der auch Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes MV ist. „Hätte mein Sohn die Fahrschule nicht übernommen, hätte ich nicht für das Amt kandidieren können.“

Als Bürgermeister erwartet Helmut Bode, der in Sachsen-Anhalt gebürtig ist, aber schon seit 1977 in Dömitz lebt, viel Neues und die eine oder andere Herausforderung. Dennoch geht er selbstbewusst in das Amt, das zuvor 15 Jahre lang Renate Vollbrecht innehatte. „Ich sitze ja seit zwei Legislaturperioden in der Stadtvertretung. Insofern steige ich nicht komplett neu in die Dömitzer Kommunalpolitik ein.“

Worauf er sein Augenmerk legen will, ist bereits klar. „Zuerst ist es wichtig, dass die Hohe Brücke fertig gestellt wird, damit der Schwerverkehr aus der Stadt kommt“, sagte der 58-Jährige. „Das bringt eine spürbare Entlastung, wenn wir schon keine Umgehungsstraße bekommen.“ Für die Bewohner und Geschäftsleute in der Innenstadt sei es belastend, wenn die 40-Tonner über das Kopfsteinpflaster poltern.

Außerdem will der künftige Bürgermeister alles dafür tun, um mehr Unternehmen in Dömitz anzusiedeln. „Mit Tourismus allein bekommen wir die Jugend nicht gehalten“, sagt er. „Wir brauchen produzierendes Gewerbe.“

Ein Thema, das ihn gleich zu Beginn seiner Amtszeit beschäftigen soll, ist das Kaufhaus. „Es laufen bereits Verhandlungen, um das Kaufhaus in irgendeiner Form wiederzubeleben“, betont Helmut Bode. Das sei enorm wichtig für die Innenstadt. Denn stehe das Haus weiterhin leer, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis Vandalen dort ihre Spuren hinterlassen. „Es gibt bereits konkrete Vorstellungen in mehrere Richtungen.“

Sehr wichtig für Dömitz sei auch die Festung, die allerdings auch ein sehr großer Posten im städtischen Haushalt ist. „Für eine Stadt wie Dömitz eigentlich eine Nummer zu groß“, sagt Helmut Bode. „Deshalb möchte ich versuchen, das Land ein bisschen mehr in die Verantwortung zu nehmen.“ Bei den Sanierungsarbeiten funktioniert das schon ganz gut. Dafür fließen seit Jahren auch Fördermittel. Zudem sollte die Festung kulturell noch stärker erschlossen werden, so Bode.

Auf die Arbeit mit der Dömitzer Stadtvertretung, in der es fünf neue Gesichter geben wird, freut sich der neue Bürgermeister. „Die Zusammenarbeit zwischen Stadtvertretung und Bürgermeister war in Dömitz immer gut, weil es in der Kommunalpolitik mehr um die Sache geht als um Parteipolitik“, so Bode. „Das will ich beibehalten.“


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