Ludwigslust : Mehr Autos denn je zugelassen

Das Auto ist für die Mobilität in der ländlichen Region unverzichtbar. Grafik: ZDS
Das Auto ist für die Mobilität in der ländlichen Region unverzichtbar. Grafik: ZDS

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist statistisch auf jeden zweiten Bewohner ein Fahrzeug angemeldet. Benziner und Diesel sind gefragt.

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24. August 2016, 07:00 Uhr

Nie gab es mehr Kraftfahrzeuge als heute im Kreis Ludwigslust-Parchim: Die Aussage basiert auf den Daten, die das Kraftfahrt-Bundesamt für alle Stadt- und Landkreise veröffentlicht hat. Die Gesamtzahl aller Kraftfahrzeuge stieg danach auf 154 374, die das KBA zum Jahresbeginn in seiner Datenbank hatte. Darunter sind 123 470 Pkw. Im Vorjahr hatte die vergleichbare Zahl der Kraftfahrzeuge noch bei 152 486 gelegen, die der Pkw bei 122 320. Bei den Pkw insgesamt stieg die Zahl der Fahrzeuge damit um 1 150 oder 0,94 Prozent.

Viel oder wenig? Wird der Pkw-Bestand auf je 1000 Einwohner umgerechnet, dann kommen im Kreis Ludwigslust-Parchim 581 Pkw auf 1000 Menschen vom Baby bis zum Greis. Oder 1,7 Menschen auf einen Pkw. In der Bundesliga der Pkw-Besitzer reicht das zu Platz 232 unter 402 Stadt- und Landkreisen. Einsamer Spitzenreiter ist Wolfsburg. Da kommen 1148 Pkw auf 1000 Menschen. Ist im Sinne des Wortes eine Autostadt.
„Diesel, Benziner, Gas, Elektro?“ Die Antwort fiel in den letzten Jahren fast überall in der Republik unter dem Strich jedes Jahr gleich aus: Der Diesel stieg in der Gunst der Autokäufer, die noch nichts von Dieselgate wussten. Oder von Blauen Plaketten, die jetzt wieder auf Eis gelegt wurden. Derzeit dürfen sich alle, die einen Benzin-Motor haben, als die schadstoffärmeren Menschen fühlen: Denn alternative Antriebe spielen noch immer keine Rolle, wie ein Blick unter die Motorhauben im Kreis Ludwigslust-Parchim zeigt: 66,32 Prozent der Pkw sind Benziner, 32,01 Prozent haben einen Dieselmotor und nur der Rest von rund 1,67 Prozent war zu Jahresanfang mit anderen Motorarten oder Treibstoffen unterwegs.

Der Siegeszug des Diesel begann vor über 25 Jahren mit einer neuen Technik, bekannt unter dem Kürzel TDI: Fiat und Audi spritzten den Diesel ein und aus dem Treckermotor wurde das heutige Durchzugswunder mit allem Fahrkomfort plus optimaler Spritverwertung. Kleiner Pferdefuß: Feinstaub, der mit Partikelfiltern bekämpft werden kann. Und Stickoxide, die zusätzliche Reinigungstechnik erfordern.

Die Elektroautowelle plätschert im Moment auch eher verhalten. Angesichts hoher Haltbarkeit moderner Autos wandelt sich der Bestand ohnehin nur langsam: Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der Benziner im Kreis Ludwigslust-Parchim von 82 885 auf 81 890 Pkw gesunken. Das Minus von 995 Fahrzeugen in dieser Gruppe entspricht einer Abnahme von 1,20 Prozent. Bei den Dieseln ist die Zahl von 37 277 auf 39 522 Pkw gewachsen. Das Plus von 2 245 Diesel-Pkw entspricht einer Zunahme von 6,02 Prozent.

Der Fahrzeugbestand wird dabei immer schadstoffärmer: Binnen eines Jahres sind im Kreis Ludwigslust-Parchim beispielsweise 544 Pkw der alten Euro-1-Norm und weitere 2 612 der Euro-2-Norm sowie 1 723 der Euro-3-Norm aus dem Verkehr gezogen worden. Macht zusammen 4 879 Fahrzeuge dieser Schadstoffklassen weniger. Der Gesamt-Pkw-Bestand wuchs um 1 150 Pkw, das heißt, alle verschwundenen Altfahrzeuge wurden durch Neu- oder modernere Gebrauchtfahrzeuge ersetzt.

Bei den Elektro-Autos ist im Kreis Ludwigslust-Parchim der Bestand von 8 auf 16 gewachsen. Das ist ein Zuwachs von 100 Prozent. Das ist aber zu wenig. Denn wenn die Million angestrebter Elektro-Autos auf Deutschland entsprechend der derzeitigen Pkw-Verteilung umgerechnet wird, fehlten am Jahresanfang im Kreis Ludwigslust-Parchim noch 2 765.

Seit 18. Mai lockt der Staat mit 1 500 Euro für Plug-in-Hybride und 2000 Euro für Elektro-Pkw (plus Hersteller-Rabatte). Allerdings lockt das bis jetzt kaum Käuferinnen und Käufer hinter dem Lenkrad vor. Auf 785 Elektro-Pkw bundesweit ist der Absatz im Juli trotz Prämie eingebrochen.

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