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Eichenhof-Hotel - Totalverlust befürchtet : Mehr als eine Million auf der Kippe

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Das ehemalige Hotel Eichenhof ist eine Ruine. Der ehemalige Betreiber insolvent. Nach dem Brand vor drei Jahren haben Frost und Nässe die komplette Immobilie durchdrungen. Das Gebäude ist hin.

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2011 | 09:09 Uhr

Heiddorf | "Das ehemalige Hotel Eichenhof ist eine Ruine. Der ehemalige Betreiber insolvent. Nach dem Brand vor drei Jahren haben Frost und Nässe die komplette Immobilie durchdrungen. Die Heizungsanlage ist defekt, dass komplette Leitungsnetz ist löchrig wie ein Sieb. Das Gebäude ist hin. Und doch ist immer noch viel Geld im Spiel. Wohl weit über eine Million Euro stehen im Raum. Geld, das als Versicherungssumme für den Brandschaden zu zahlen ist. Damit diese Summe nicht verfällt, hat die Gemeinde Neu Kaliß einen neuen Zwangsversteigerungstermin angestrengt." Besorgte Worte von Bürgermeister Burkhard Thees, der nochmals versucht, das ehemalige Hotel samt Parkplätzen an den Mann zu bringen.

Gemeinde hat 6000 Euro für neue Versteigerung investiert

Der erste Mann in der Gemeinde Neu Kaliß vermutet, dass die Möglichkeit, für das Gebäude doch noch einen Käufer zu finden, von der Versicherung absichtlich in die Länge gezogen werde. Wenn nämlich innerhalb einer Frist von drei Jahren niemand die Schadenssumme dort abrufe, verfalle dieser Anspruch und die Versicherung würde wohl auch die Immobile zufallen. Deshalb habe die Gemeindeverwaltung als letzter verbliebener Gläubiger des insolventen Unternehmens Witt GmbH aus der Bremer Region diesen neuerlichen Veräußerungstermin erwirkt. "Das Verfahren der Zwangsversteigerung wieder zu aktivieren, hat uns gute 6000 Euro gekostet. Nicht gerechnet, die unentgeltliche Sicherung des Gebäudekomplexes von der Gemeinde und der Abbruch eines Gebäudeteils. Die Gemeinde will einem Investor die Option eines finanziell gut gepolsterten Starts an die Hand geben. Deshalb der Termin am 27. Januar um 9 Uhr beim Amtsgericht Ludwigslust", informiert Thees. "Ich gehe davon aus, dass der 5. Mai der Stichtag für das Erlöschen der Zahlungspflicht der R+V-Versicherung ist. Haben wir bis dahin keinen neuen Eigentümer, bedeutet das den Totalverlust."

Die R+V-Zentrale in der Wiesbadener Taunusstraße hält sich in Sachen Schadenersatzforderung und Verfallsdatum bedeckt - bittet um Verständnis. Auch von der Rechtsanwaltskanzlei Rohde und Partner in Bremen kommt lediglich die Info, dass die Kanzlei weiterhin die Insolvenzverwaltung der Firma Witt GmbH wahrnehme.

Wie Thees zu Gehör kam, soll die Gläubigerbank, die VR-Bank eG in Schwerin, ihre Forderung, die sich auf etwa 300 000 Euro belaufen soll, von der R+V ausgeglichen bekommen haben. "Nach diesen Informationen wäre nur noch die Gemeinde Neu Kaliß ein Hemmschuh, damit die Versicherungssumme nicht fließen müsste", argumentiert der Bürgermeister.

Viele Möglichkeiten für mögliche Investoren

Zum Hintergrund: Das Hotel Eichenhof in Heiddorf war bis zum Brand am 5. Mai 2008 im Eigentum der Witt GmbH. Das Hotel bot einen modernen Komfort und wurde für Gesellschaften und Feiern gebucht. Der Öffentlichkeit bot sich ein florierender Betrieb. Nach dem Großbrand kam dann das Aus für das Haus und die Eigentümer. Das Bremer Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Als einziges Teilstück wurde ein großer Teil der Parkplatzfläche verkauft. Die Brandruine wurde nicht gegen Witterungsschäden oder Einbrüche geschützt. Verfiel zusehends. Die Ansicht von der vorbeiführenden Bundesstraße täuscht über die tatsächliche Substanz. Das Gebäude wurde zudem immer wieder von Einbrechern aufgesucht, teilweise wurden Räume verwüstet. Die schlimmsten Folgen sind allerdings die Schäden durch Nässe.

"Trotz der derzeit katastrophalen Gebäudesubstanz bietet der Platz und die Größe des Areals viele Möglichkeiten für Investoren", glaubt Thees an die Zukunft auf dem markanten Grund in Heiddorf. Möglicherweise erkenne ein Investor sogar die Chance, das Hotel in irgendeiner Art und Weise wieder zum Leben zu erwecken. Denkbar seien aber auch völlig andere Nutzungsarten,

Das Interesse der Gemeinde dürfte auch vor dem Hintergrund, dass in diesem Jahr auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Discountmarkt entstehen soll, besonders groß sein. Das vorbildliche Ortsbild in Heiddorf würde mit dem weiteren Verfall sehr leiden.


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