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Lüblow : Matschweide ruft Tierfreund auf den Plan

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Veterinärüberwachung des Landkreises befindet Fläche für zu nass / Schlamm aber nicht generell schädlich

Platschend stapft das Pferd durch den Morast. Sein Artgenosse steht mit den Vorderhufen in einem alten Reifen, in dem etwas Stroh für trockene Fesseln sorgt. Beide schauen neugierig zu dem Fotografen, der sich durch das Buschwerk an die Koppel heran gepirscht hat.

Heiko Goldschmidt hat die Tiere seit Wochen beobachtet. Er ist Lokführer bei der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) und kommt regelmäßig am Bahnhof Lüblow vorbei. In der Nähe befindet sich die ca. 200 Quadratmeter große Koppel. „Seit Wochen haben die Tiere dort gestanden, ohne einen trockenen Fleck Boden zu haben“, empört sich der Tierfreund und informiert die Polizei.

Die nimmt den Fall auf und leitet ihn zuständigkeitshalber an den Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim weiter.


Besitzerin will schnell Abhilfe schaffen


Wie SVZ auf Nachfrage erfuhr, hat sich dieser Tage eine Fachfrau auf den Weg nach Lüblow gemacht und sich von den Gegebenheiten vor Ort überzeugt. Das Fazit, das daraufhin der Landkreis zieht: Die Koppel ist zwar groß genug für die beiden Pferde, aber entschieden zu feucht.

Mit der Besitzerin der Tiere sei vereinbart worden, dass diese umgehend Abhilfe schaffen werde, so die Mitteilung aus der Kreisverwaltung. Der Fachdienst werde sich demnächst davon überzeugen, dass die beiden Pferde trockenen Hufes weiden können.

Dürfen Pferde im Matsch stehen? Ist das schädlich für die Tiere? Diese Frage spaltet viele Pferdefreunde, wie in diversen Internetforen nachzulesen ist. Das Hauptproblem scheint zu sein, dass Kot und Urin für Jauche sorgen, die den Hufen der Tiere nicht bekommt.

Dass die Tiere zeitweilig auf durchnässtem schwarzem Boden stehen, befinden viele Pferdeliebhaber dagegen nicht von vornherein als schädlich, wenn eine regelmäßige Pflege der Hufe hinzukommt. Hinter der Diskussion steht die Gefahr von teils gefährlichen Erkrankungen. Beispielsweise entsteht die Strahlfäule, bei der sich ein Pferdehuf von innen zersetzt, durch Bakterien, die eigentlich im Kot der Tiere siedeln und beim Hineintreten übertragen werden. Durch eine sorgfältige Hufpflege ist das zu vermeiden.

Nässe und Urin können auch zu einer Entzündung des Fesselbereiches von Pferden führen, eine Krankheit, die Mauke genannt und von den Pferdehaltern ebenfalls gefürchtet wird.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 17:38 Uhr

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