Ludwigslust : Markisen begehrt in aller Welt

Gerda Faust aus der Näherei gehört beim Ludwigsluster Unternehmen Lewens Sonnenschutz-Systeme zu den Mitarbeitern der ersten Stunde. Im Januar 1999 nahm sie in diesem Fertigungsbereich ihre Arbeit auf.  Fotos: Michael Seifert
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Gerda Faust aus der Näherei gehört beim Ludwigsluster Unternehmen Lewens Sonnenschutz-Systeme zu den Mitarbeitern der ersten Stunde. Im Januar 1999 nahm sie in diesem Fertigungsbereich ihre Arbeit auf. Fotos: Michael Seifert

Ludwigsluster Hersteller von Sonnenschutz-Systemen erweiterte Produktionsstätten zum Saisonstart. Die Exportquote liegt bei über 30 Prozent

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13. April 2017, 05:00 Uhr

Das Surren der Nähautomaten erfüllt die große Produktionshalle der Firma Lewens. Hier, in der Näherei, werden aus verschiedenen vorgeschnittenen Stoffbahnen Markisen zusammengenäht. Eine der Frauen, die einen solchen Automaten bedienen, ist Gerda Faust. „Ich bin fast von Anfang an dabei“, sagte die Grabowerin, die aus dem Schneiderhandwerk kommt. „Im Oktober 1998 startete das Unternehmen hier in der Bauernallee in Ludwigslust und im Januar 1999 begann meine Tätigkeit“, sagte die Näherin, als sie einen Knopf am Bedienpult des Automaten drückt. „Das sieht aber bei mir an der Nähmaschine anders aus“, lacht Maike Friemann-Jennert.

Die CDU-Landtagsabgeordnete gehörte gestern zur Delegation von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der einer Einladung der Geschäftsführung zum Betriebsrundgang mit Götz Albrecht Lewens gefolgt war. „Das Unternehmen Lewens Sonnenschutz-Systeme hat sich einen nationalen und auch internationalen Kundenstamm aufgebaut. Rund ein Drittel aller Waren gehen nach Europa, Asien und Amerika. So werden aus Ludwigslust Sonnen- und Wetterschutzprodukte in die Welt geliefert. Unternehmen, die exportieren, sichern und schaffen Arbeitsplätze bei uns in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Angesichts der Tatsache, dass sich Alstom/GE Grid Messwandler GmbH aus Ludwigslust zurückzieht, sieht Minister Glawe in der Firmenerweiterung von Lewens ein Zeichen dafür, dass es auch anders geht, wichtige Produktionszweige nicht in andere Bundesländer oder ins Ausland verlagert werden müssten. Für Harry Glawe ist das Engagement ein Beleg, dass das mittelständische Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt ist. Das machten auch die beiden Geschäftsführer Götz Albrecht Lewens und Dr. Clemens Janning bei der Vorstellung des Unternehmens deutlich. Pünktlich zum Saisonstart hat die Firma Lewens aus Ludwigslust ihre Produktionsstätten erweitert. Der Spezialist für die Herstellung von Sonnenschutz-Systemen, Glasdächern und Markisen investierte hierfür mehr als vier Millionen Euro in Gebäude und Maschinen, um die steigende Nachfrage nach seinen Produkten bedienen zu können.

Produktpalette komplett made in Germany


Diese Vorhaben wurden auch vom Land unterstützt und finanziell gefördert. So wurde bei Lewens unter anderem die vorhandene Pulverbeschichtungsanlage vergrößert, der Montage- und Lagerbereich erweitert sowie der Zuschnitt- und Verpackungsbereich ausgebaut. Davon konnten sich beim Rundgang durch die verschiedenen Bereiche die Begleiter von Minister Glawe ein Bild machen. Mit dabei waren neben dem Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach auch die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Südwestmecklenburg (Wifög), Berit Steinberg.

Kennzeichnend für das Unternehmen ist auch die hohe Fertigungstiefe vor Ort. „Unsere gesamte Produktpalette ist zu hundert Prozent made in Germany. Selbst die Rohstoffe und Vorprodukte stammen ausschließlich aus Deutschland und der EU“, sagte Götz Albrecht Lewens. Im Jahre 1988 hatte der Hamburger Kaufmann und heutige Geschäftsführende Gesellschafter das Unternehmen gegründet.

Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung wuchs das Unternehmen kontinuierlich von anfänglich 2000 auf nunmehr 18 000 Quadratmeter Produktionsfläche. Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich auf 30 Millionen Euro.

Derzeit werden im Unternehmen, das die derzeitige Mitarbeiterzahl von 170 auf 200 erhöhen will, schon wieder erste Schritte für neue Vorhaben geplant. „Wir wollen weiter in die Zukunft investieren. Die Glasdachproduktion ist ein Standbein, das wir explizit weiterentwickeln wollen. Der Bau einer neuen Fertigungshalle und die nochmalige Erweiterung der Markisenproduktion sind mittelfristig vorgesehen, um uns im Wettbewerb noch besser aufstellen zu können. Dabei bleibt der Standort Ludwigslust als Teil der Metropolregion Hamburg für uns eine hervorragende Wahl“, so Götz Albrecht Lewens. Aktuell sucht das Unternehmen weitere Mitarbeiter, die Freude am selbstständigen Arbeiten in der Pulverbeschichtung oder in der Markisenkonstruktion haben.

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