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Ludwigsluster Tageblatt

22. August 2017 | 01:53 Uhr

Brenz : Manchmal gab es schlaflose Nächte

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Henni Müller stand zehn Jahre der Volkssolidarität in Brenz vor. Jetzt will die 77-Jährige die Verantwortung in jüngere Hände legen

Henni Müller blättert im Aktenordner, macht sich auf einem Zettel Notizen. „Die Tour in den Spreeewald 2013 war toll. Auch darüber werde ich berichten“, sagt die Seniorin. Die 77-Jährige bereitet gerade den Bericht der VS-Ortsgruppe Brenz für 2013 vor, den sie auf der bevorstehenden Jahreshauptversammlung geben wird. Etwas Wehmut schwingt in den Worten mit, denn für die adrett gekleidete Frau (cremefarbener Pullover, rote Weste), wird es die letzte Versammlung als Vorsitzende der Brenzer Volkssolidarität sein. Henni Müller, der ihr Alter nicht anzusehen ist, wird nach zehn Jahren nicht mehr für den Vorstand kandidieren. „Nach so vielen Jahren ist es Zeit, die Aufgabe in jüngere Hände zu geben“, sagt sie. „Mit zunehmendem Alter macht man sich vor Veranstaltungen Gedanken, ob alles klappen wird, wie man es am besten anstellen kann. Da habe ich zuletzt oft schlaflose Nächte gehabt. Denn immerhin müssen die Wünsche und Ideen von 75 VS-Mitgliedern in Brenz unter einen Hut gebracht werden.“

Dabei ging es nicht nur um die Ausflüge, die Henni Müller zweimal im Jahr organisiert hat (Außer der Fahrt in den Spreewald gab es 2013 auch einen Ausflug nach Schwerin mit einer Petermännchen-Rundfahrt, einen Besuch auf dem Fernsehturm und eine Bootsfahrt). Auch die vielen Veranstaltungen, wie zum Beispiel Spielenachmittage, bereitete Henni Müller vor, ging unter anderem Kuchen einkaufen.

Christa Mertens war über viele Jahre in der VS die rechte Hand von Henni Müller. „Henni ist resolut, hat immer alles im Griff gehabt“, lobt Christa Mertens. Und genauso resolut ist Henni Müller, wenn jetzt doch mal die Frage des Weitermachens kommt: „Auf keinen Fall. Das Alter macht sich bemerkbar. Aber klar, dass ich weiter in der Volkssolidarität aktiv bleibe, aber eben nicht mehr als Vorsitzende.“

Seit 1971 ist Henni Müller in der Volkssolidarität. „Ich trat damals sozusagen als Ersatz für meine Schwiegermutter ein, die gestorben war.“ Zu den Beweggründen sagt sie: „Es geht nicht nur darum, Veranstaltungen zu organisieren. Es ist einfach schön, für andere Menschen da zu sein, ihnen zu helfen. Viele freuen sich auch, wenn sie einfach nur jemanden zum Reden haben.“ Und es kommt auch jetzt noch vor, dass Brenzer bei Henni Müller anrufen und fragen, wann dieser oder jener Arzt seine Praxis geöffnet hat.

Bürgermeister Henry Topp würdigt die vergangenen zehn Jahre mit Henni Müller an der Spitze: „Die VS ist der zahlenmäßig stärkste Verein im Dorf und sehr rührig. Ich wünsche mir, dass sich künftig noch mehr Menschen in der Volkssolidarität engagieren, vielleicht auch noch mehr Mitglieder aus der Gemeindevertretung.“ Jetzt aber gehen die Blicke voraus auf die Jahreshauptversammlung der VS Brenz am 22. Januar (16.30 Uhr) in der Alten Schule, wenn ein neuer Vorstand gewählt wird. In dem Henni Müller leider nicht mehr vertreten sein wird.

 

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erstellt am 09.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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