Neustadt-Glewe : Malerei wichtigste Sache in seinem Leben

Ex-Fußballprofi Rudi Kargus hat sich seit vielen Jahren der Malerei verschrieben und zeigt ab Sonntag in Neustadt-Glewe eine Auswahl seiner Werke

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27. März 2015, 07:00 Uhr

Er galt einst als „Elfmetertöter“ in der Fußball-Bundesliga, jetzt präsentiert er eine Ausstellung auf der Burg in Neustadt-Glewe: Rudi Kargus. Am Sonntag um 11 Uhr eröffnet Bürgermeister Arne Kröger die Exposition „Malerei von Rudi Kargus“ im Alten Haus der Burg.

Bevor die Ausstellung am Wochenende startet, waren am gestrigen Donnerstag noch einige Handgriffe vor Ort nötig. Dabei hatte SVZ die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch mit Rudi Kargus. „Die Malerei, die Beschäftigung damit, ist für mich die wichtigste Sache in meinem Leben geworden. So, wie ich früher intensiv Fußball gespielt habe, befasse ich mich nun mit der Malerei“, sagt der 62-Jährige, der den Großteil seiner Torwart-Profikarriere beim Hamburger SV (1971-1980) verbrachte und anschließend noch bei anderen Vereinen im Tor stand. Danach machte er eine Trainerausbildung, arbeitete als Nachwuchstrainer.

„Irgendwann merkte ich, dass ich die letzten 35 Jahre lang jeden Tag nur Fußball im Kopf gehabt hatte. Für andere Dinge war kein Platz gewesen“, erinnert sich Rudi Kargus. Er musste sich damals einer Hüftoperation unterziehen, nahm eine Auszeit. Jetzt hatte er Zeit, sich mit Literatur, Theater oder Kino zu befassen und nach einer neuen, sein Leben ausfüllenden Beschäftigung zu suchen. Er begann zu malen, versuchte es auch mit Musikinstrumenten. „Ich hätte gerne zum Beispiel Gitarre oder Klavier gespielt, aber es war die pure Hoffnungslosigkeit. Die Malerei dagegen fühlte sich gut an“, erzählt Kargus. Er entwickelte Interesse für die Ölmalerei, besuchte Museen und Ausstellungen. Welche Richtung er bevorzugt, kann er derzeit nicht sagen. „Ich kann meinen Arbeiten selbst keine Einordnung geben, vielleicht später einmal“, meint er und ergänzt: „Es ist eine kraftvolle körperliche und gestische Malerei.“ Seine Motive findet Rudi Kargus u. a. in Zeitungsausschnitten und Bildern, die er sammelt. Diese Motive, die er abändert, sind Grundlage für seine Werke, die bisher schon in vielen überregionalen Ausstellungen zu sehen waren, darunter in Wien, Hamburg, Köln und Düsseldorf. In Mecklenburg stellt Kargus erstmals einige seiner Arbeiten aus.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag spricht der Künstler Hellmut Martensen mit Rudi Kargus über das Leben nach der Fußballkarriere und über das, was die Malerei aus ihm gemacht hat. Die Ausstellung ist bis zum 25. Mai 2015 zu sehen und kann dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr besucht werden.

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