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Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 04:16 Uhr

Grabow : Maja aus Grabow schwimmt mit Delfinen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Das kleine Mädchen, das am Angelman-Syndrom leidet, war bereits zweimal zur Wassertherapie im türkischen Marmaris/ Im September 2015 Fortsetzung geplant

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Maja freut sich, sie lacht. Im Wasser fühlt sich die Kleine wohl. Delfin Daisy ist ganz nah bei dem kleinen Mädchen, das unter dem Angelman-Syndrom leidet. Es ist eine seltene genetische Veränderung im Bereich des 15. Chromosoms. Charakteristisch für das Angelman-Syndrom sind eine starke Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung sowie das Ausbleiben der Sprache.

Im türkischen Marmaris befindet sich Europas erstes Meerwasser-Delfinarium, das sich auf diese und weitere Krankheiten mit Defekten im Genbereich spezialisiert hat und entsprechende Therapien anbietet. „Morgens und nachmittags fanden die Therapieeinheiten statt. 40 Minuten im Wasser und ebenso lange beim Physiotherapeuten. Daneben gab es noch andere Therapien zu absolvieren“, weiß Mutter Andrea Pohl zu berichten. 14 Tage waren Sven und Andrea Pohl mit Tochter Maja und dem kleinen Hannes, der im Februar zwei Jahre alt wird, in Marmaris. „Das war nach 2013 die zweite Delfintherapie, zu der wir uns entschlossen haben. Weil wir schon im Ergebnis der ersten Therapie im Wasser gesehen haben, dass es Maja in den Wochen und Monaten danach spürbar besser geht.“

Maja wird im April sieben Jahre und geht seit August 2014 in die Schule an der Bleiche in Ludwigslust. „Seit der zweiten Therapie ist Majas Konzentration besser geworden, sie kann sicherer laufen. „Auch die Motorik, so z.B. das selbstständige Essen, wenn der Löffel mit der Hand vom Teller zum Mund geführt wird, was auch in der Schule geübt wird, entwickelt sich gut.“ Im September 2015 will Familie Pohl wieder nach Marmaris. 2013 hatte die Familie dafür rund 9000 Euro an Kosten aufbringen müssen, allein 5500 Euro für die Delfintherapie. „Bei der zweiten Therapie 2014 kamen über Spenden rund 2000 Euro zusammen. Dafür möchten wir uns nochmals recht herzlich bei allen, die uns als Privatleute und Firmen unterstützt haben, bedanken“, so Andrea Pohl.


Angelman-Day jährt sich zum 50. Mal


50 Jahre Angelman-Syndrom: Am 15. Februar 2015 findet in Kooperation mit vielen Angelman-Organisationen weltweit der International Angelman Day statt. Die neurologische Störung wurde nach dem britischen Kinderarzt Dr. Harry Angelman benannt, der es erstmals 1965 als eigenes Krankheitsbild beschrieb – und das ist in diesem Jahr genau 50 Jahre her. In dieser Zeit hat sich sehr viel getan. Viele Angelman-Organisationen rund um den Globus haben durch ihr Engagement viel bewegt. Nicht zuletzt geben neueste Forschungen allen Betroffenen Anlass zur Hoffnung – wenn auch nicht auf Heilung, so doch auf Linderung und Therapierbarkeit.

Dieser Tag ist mittlerweile fest etabliert, um auf das Angelman-Syndrom aufmerksam zu machen. „Auch wir werden an diesem Tag Plakate in der Stadt aufhängen, um auf dieses Ereignis hinzuweisen“, erklärt Andrea Pohl.

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