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Ludwigsluster Tageblatt

19. Oktober 2017 | 18:37 Uhr

Ludwigslust : LWL-Kennzeichen an der Spitze

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Zum Jahreswechsel bereits 3574 LUP-Nummernschilder / Auch Lübz-Fan aus Hagenow darf mit LBZ-Kennzeichen fahren

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 17:17 Uhr

Monatelang hatte die Politik sie als Zeichen neuer Bürgerverbundenheit angekündigt. Nun, wo die neuen Kennzeichenschilder alter Prägung wieder zu haben sind, wollen sie viele Bürger offenbar nicht. Das jedenfalls legen die ersten Zahlen nahe, die die Zulassungsstelle des Landkreises jetzt auf Bitten der Schweriner Volkszeitung vorgelegt hat.

Danach gab es zum Jahreswechsel 3956 HGN-Kennzeichen. Klingt nach einer großen Zahl, sie ist es jedoch nicht. Denn zum Zeitpunkt der Wiedereinführung von HGN zum 1. August vergangenen Jahres waren in der amtlichen Kartei noch 3172 alte Hagenower Zulassungen verzeichnet, die vor 1994 vergeben wurden. Hinter dieser hohen Zahl verbergen sich laut Fachdienstleiterin Petra Rambow vor allem Anhänger und Traktoren sowie natürlich die älteren Fahrzeuge oder Motorräder. Nach Einführung der neuen Kennzeichen gab es dann die erwartete Welle von neuen HGN-Schildern. „Das hat aber nur so drei Wochen angehalten, dann war es wieder vorbei“, weiß Michael Stieg, der einen Schilderladen im Hagenower Rathaus betreibt und schon viele Jahre im Zulassungsgeschäft ist. „Es gibt einige, denen das mit dem Hagenow-Kennzeichen sehr wichtig ist. Es gibt aber auch eine ganze Menge, denen ziemlich egal ist, was an ihrem Auto steht“, weiß er aus Erfahrung. Und so ist die Zahl der Hagenower Kennzeichen bereits zum Jahresende wieder leicht gesunken, obwohl man als Beobachter im Straßenverkehr eine andere Wahrnehmung hat. Das hat damit zu tun, dass die neuen HGN-Zulassungen natürlich sehr viel häufiger auf den Straßen unterwegs sind als die Uraltkennzeichen.

Wer bei einer Neuanmeldung eines Fahrzeuges nichts anderes will und angibt, der fährt mit LUP-Kennzeichen herum. Davon gab es zum Jahreswechsel bereits 3574 Kennzeichen. Wer nicht gerade Lupo-Fahrer ist und diese Kombination nicht haben will, kann auch eines der anderen im Kreis zugelassenen Schilder ordern. So ist es für einen Lübz-Fan, der in Hagenow wohnt, kein Problem sein Auto mit LBZ an- oder umzumelden. Das kostet auch noch kein Geld. Nur wer dann eine bestimmte Buchstaben-Zahlenkombination haben möchte, der muss die zehn Euro für das sogenannte Wunschkennzeichen bezahlen.

Unangefochtener Spitzenreiter im gesamten Landkreis ist nach wie vor LWL. Da waren zum letzten Stichtag noch 100 470 Anmeldungen in der Kartei, zum 8. Oktober hatte es noch 113 587 LWL-Schilderkombinationen gegeben. Am 1. August 2013 hatte die Zahl gar bei 115 000 gelegen. Bei PCH-Schildern ist die Zahl von einst 81 000 auf nun 75 058 gesunken.

Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl der Lübzer Kennzeichen. Davon sind derzeit 1750 registriert, der Altbestand von vor 1994 lag bei 1272. Differenzierter sieht es im Sternberger Bereich aus. Da gab es noch 734 ganz alte Kennzeichen, das stieg auf ein Hoch von 1139 an. Doch inzwischen sinkt die Zahl wieder, aktuell liegt sie bei 1054.

Und dann gibt es noch diejenigen, die ein Schweriner Kennzeichen haben und im Landkreis wohnen. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen verbergen sich hinter den SN-Fahrern die Bewohner des alten Landkreises Schwerin, den es noch bis 1994 gab und die ihr Kennzeichen nicht gewechselt haben. Merkmal für die Unterscheidung in Stadt- und Landkreis war damals übrigens die Zahl der Buchstaben nach dem SN. Die Umlandbewohner bekamen meist nur einen Buchstaben dazu. Die zweite, ganz junge Tendenz, liegt in den Stadtflüchtigen, die aber nicht mit einem ländlich anmutenden Kennzeichen herumfahren wollen. Wer innerhalb des Landes MV umzieht, darf sein Kennzeichen behalten, wenn er will. Aktuell sind 1929 Fahrzeuge mit SN registriert, deren Halter im Landkreis wohnen. Insgesamt gibt es 53 919 SN-Kennzeichen.

Die abebbende Begeisterung für die neuen Kennzeichen hat nach Ansicht des Schilderexperten Stieg auch finanzielle Gründe. Für eine Zulassung sind um die 40 Euro fällig, plus 20 Euro für die Schilder. Da belässt es doch mancher lieber bei seinen alten Kennzeichen.

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