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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 14:05 Uhr

Groß Laasch : Luther und seine Figurprobleme

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Laascher Sommertheater zeigt am Sonntag Komödie „Luther rudert“ / Zuschauer müssen Schauspielern helfen, ein Wette zu gewinnen Foto: 

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 07:54 Uhr

Während die einen schon die Requisiten auf die Bühne bringen, sind die anderen noch mit ihrem Kostüm beschäftigt oder üben immer wieder ihren Text: Vor der Generalprobe des Laascher Theaterclubs, der morgen sein Stück „Luther rudert“ auf die Bühne bringen will, sind alle schon in heller Aufregung.

Dabei ist das alles nichts Neues für die elf Schauspieler. Seit 2010 werden im Groß Laascher Pfarrpark jedes Jahr zwei Theaterstücke aufgeführt. Und da gibt es auch immer viele Zuschauer. „Die letzten Jahre waren es immer 200 bis 250“, erzählt die Pastorin und Regisseurin Sabine Schümann, von den Darstellern auch liebevoll „Reschisserin“ genannt. „Weil ich immer so viel meckere“, erklärt sie selber.

Doch alle haben viel Spaß an der Sache, wie Daniela Frese-Ihde, die Darstellerin der Katharina Luther in dem Stück, erzählt. „Deshalb sind wir ja auch immer wieder dabei. Mittlerweile sind wir zu einem festen Ensemble geworden.“

Dabei ist die ganze Sache auch mit viel Aufwand verbunden. „Einmal in der Woche haben wir uns getroffen, drei Monate lang. Es ist sehr viel Text zu lernen“, sagt die Pastorin. Außerdem mussten die Kostüme geschneidert und die Bühne vorbereitet werden. „Wir hatten zwar tatkräftige Unterstützung von einer Schneiderin aus dem Dorf, doch vieles müssen auch die Schauspieler vorbereiten.“

Und trotzdem muss man als Zuschauer keinen Eintritt bezahlen, erzählt sie. „Wir verkaufen Kuchen und Getränke, aber ansonsten verlangen wir kein Geld. Das machen wir jedes Jahr so.“

Dennoch gibt es dieses Mal einen kleinen Unterschied zu sonst. Denn es wird kein Märchen aufgeführt, wie es für das Sommertheater eigentlich Tradition ist. „Wir werden das Stück Luther widmen, anlässlich des fünfhundertjährigen Reformationsjubiläums“, erzählt Raimo Reincke, der Martin Luther in dem Stück darstellen wird. „Doch wie sonst auch wird es ein lustiges Stück – die Pastorin hat beim Schreiben wieder ganze Arbeit geleistet. Wir werden Luthers Figurprobleme thematisieren.“

Bei der Probe wird ständig gescherzt und zusammen gelacht. „Das Faszinierende ist: Wir kennen uns privat gar nicht, sondern treffen uns nur jedes Jahr für das Weihnachts- und das Sommerstück. Und trotzdem haben wir immer so viel Spaß zusammen“, erzählt Daniela Frese-Ihde, die nicht nur im Stück, sondern auch hinter der Bühne von Raimo Reincke „Herr Käthe“ genannt wird.

Und auch dieses Jahr haben die „Reschisserin“ und die Darsteller wieder eine Wette am Laufen: „Die Schauspieler wetten, dass die Zuschauer es zusammen schaffen werden, alle 95 Thesen Luthers aufzuschreiben. Ich wette dagegen. Wer verliert, muss Essen ausgeben“, erzählt Sabine Schümann. „Die letzten Jahre haben die Schauspieler allerdings alle Wetten gewonnen.“

Die Pastorin scheint es jedoch nicht allzu schwer zu nehmen. Sie ärgert die Schauspieler schließlich auch gerne mal. „Die Kostüme sind jedes Jahr eine Herausforderung“, erzählt Sandy Steinbrecher, die Fischerin im Stück. Zum Beweis lüftet sie ihren Rock und zeigt auf das große aufblasbare Kissen , das ihr Hinterteil wenig schmeichelhaft vergrößert. Dieses und andere interessante Kostüme kann man dann am Sonntag bewundern oder auch belächeln, wenn die Aufführung ab 16.30 Uhr losgeht. Wer Zeit und Hunger mitbringt, ist schon ab 15 Uhr herzlich zum Kaffeetrinken und Kuchenessen eingeladen.

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