Ludwigsluster Filmtheater : "Luna" strahlt am Kino-Himmel

Christian Quis. Er und Bettina Westermann betreiben seit sieben Jahren das 'Luna Filmtheater' Ludwigslust.uwe köhnke
Christian Quis. Er und Bettina Westermann betreiben seit sieben Jahren das "Luna Filmtheater" Ludwigslust.uwe köhnke

Das Ludwigsluster Kino erfährt seit sieben Jahren eine Erfolgsgeschichte. Im letzten Jahr schauten 20 000 Besucher das Programm. Jetzt wird digitalisiert.

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12. September 2012, 10:02 Uhr

ludwigslust | Das Ludwigsluster Kino "Luna Filmtheater" ist im Terminkalender derjenigen, die mehr wollen als Pantoffel-Kino, wieder fest verankert. Wer noch einen Schubs braucht, es ebenfalls kennen zu lernen, erhält ab dem morgigen Donnerstag einen kleinen Anreiz. Da veröffentlicht SVZ erstmals einen Kinogutschein fürs "Luna", der künftig wöchentlich donnerstags abgedruckt wird. Wer ihn zu zweit oder allein an der Kinokasse vorweist, erhält Karten um einen Euro pro Ticket verbilligt.

Das Kino hat in den letzten sieben Jahren eine erfolgreiche Entwicklung genommen. Die Betreiber Christian Quis und Bettina Westermann erhalten in diesem Jahr wieder den Kinoprogramm-Preis. Er wird durch den Staatsminister für Kultur und Medien der Bundesregierung, Bernd Neumann, vergeben und prämiert die besten Kinoprogramme Deutschlands. Er dient als Anreiz, nicht nur amerikanische, sondern auch deutsche und europäische Streifen zu spielen. Die Ludwigsluster Kinobetreiber erringen den Preis jetzt zum fünften Mal. Er ist mit einer angenehmen Geldspritze verbunden, das verhehlen sie nicht. 5000 Euro sind das jedes Mal gewesen. Keine Spitzensumme, aber das Ludwigsluster Kino kann sich auch nicht mit anderen Filmtheatern in großen Städten messen, die etwa vorwiegend studentisches Publikum haben, und die mehr Filmkunst machen können. Hier in Ludwigslust ist es ein Mischprogramm zwischen Mainstream und Familienfilmen, auch mal ein Dokumentarfilm dabei. "Unser Anliegen ist es, möglichst jeden Publikumsgeschmack zu treffen", sagt Christian Quis. Einen ähnlich gearteten Preis gibt es auf Landesebene in MV nicht, anders als zum Beispiel in Brandenburg.

Demnächst wird der digitale Projektor eingebaut. Für die Digitalisierung wiederum gibt es Förderung vom Land.

Die beiden Betreiber sind mit der Entwicklung des Ludwigsluster Kinos in den letzten sieben Jahren eindeutig zufrieden. Zumal es durchaus auch zu vollen Sälen kommt. Etwa bei "Ice Age", den 2500 Zuschauer sahen. Im letzten Jahr waren es 20 000 Besucher, die ins "Luna" kamen. Ein bemerkenswertes Resultat für so eine kleine Stadt. "Besonders wenn man weiß, dass der Bundesdurchschnitt momentan bei unter einem Kinobesuch pro Person und Jahr liegt", ergänzt Bettina Westermann. Mag sein, dass sich auch auszahlt, dass es nach dem Umbau bei den 104 Plätzen in beiden Sälen zusammen geblieben ist. Das bedeutet Bequemlichkeit, statt in engen Reihen eingepfercht zu sein.

Der Umbau des Kinos hat sich bezahlt gemacht. Waren es vorher rund 12 000 Besucher pro Jahr, hat sich das Interesse seit Fertigstellung im Oktober 2009 Schritt für Schritt gesteigert.

Quis und Westermann rechnen es der Stadt als Eigentümer hoch an, dass sie ihre Zusagen, die sie bei Vertragsunterzeichnung gemacht hat, auch einhielt. Dass die Kommune hinter ihrem Kino steht, ist auch einer der Gründe, warum die Betreiber eine Perspektive für das "Luna" sehen, anders als vergleichbare Kinos in den ländlichen Regionen. Christian Quis hat einen Satz der stellvertretenden Bürgermeisterin Petra Billerbeck nicht vergessen: "Wenn wir schon kein Schwimmbad besitzen, müssen wir wenigstens ein Kino haben." Das ist für ihn der beste Beweis, dass die Ludwigsluster Kommunalpolitik hinter ihrem Kino steht. Es bekommt übrigens keinen jährlichen Zuschuss von der Stadt wie in anderen Kommunen. Quis sagt, es sei ihnen wichtig gewesen, das Kino als selbstständige Unternehmer zu betreiben, ohne das jemand ins Programm hineinredet. Und angesichts knapper kommunaler Kassen ist Unabhängigkeit auch ein Stück Überlebensstrategie.

Als Christian Quis und Bettina Westermann im Spätsommer 2005 erstmals nach Ludwigslust kamen, hing im Schaukasten noch ein altes Plakat des Films "Madagaskar". Im Oktober startet "Madagaskar 3", und das wird der erste Film sein, der auf dem neuen digitalen Projektor gespielt wird.

Zweimal Kinderprogramm, außer montags

Bis auf montags gibt es fast jeden Tag zweimal Kinderprogramm. Es wird auch mal gemischt, so dass es auch Filme für älteres Publikum gibt, das im Dunkeln nicht mehr ausgehen mag. Das Kinderprogramm sei ihnen aber wichtig, sagt Quis, denn Kinder sind die Zukunft. Außerdem werden die Kleinen größer und bleiben auch später ein dankbares Publikum. Und nicht zuletzt ist jeder Baustein wertvoll, der junge Familien in der Region hält.

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