Ludwigslust/Hagenow : Lulu: Gericht hat sich „vergrößert“

Siegmar Hackbarth (l.) und Andreas Merklin arbeiten ab Montag gemeinsam in Ludwigslust.
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Siegmar Hackbarth (l.) und Andreas Merklin arbeiten ab Montag gemeinsam in Ludwigslust.

Ab Montag ist Ludwigsluster Amtsgericht auch für den Hagenower Bereich zuständig / Demo gegen Schließung des Gerichts in Hagenow

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14. März 2015, 07:00 Uhr

Ungewöhnliches Treiben in der vergangenen Woche im Amtsgericht Ludwigslust. Handwerker arbeiteten in Räumen und Sälen, legten unter anderem Elektroanschlüsse. Denn ab kommendem Montag „vergrößert“ sich das Gericht.

Aufgrund der Gerichtsstrukturreform gibt es das Amtsgericht Hagenow ab Montag, 0 Uhr, nicht mehr. Siegmar Hackbarth, amtierender Direktor des Hagenower Amtsgerichts: „Alles, was bisher in Hagenow erledigt wurde, geht nun in die Zuständigkeit des Amtsgerichts Ludwigslust über. Auch wer noch Vorladungen ins Gericht nach Hagenow hat, muss ab Montag nach Ludwigslust kommen.“

Damit ist Ludwigslust nun auch für die bisher zum Amtsgerichtsbezirk Hagenow gehörenden Städte und Gemeinden zuständig. Andreas Merklin, Direktor des Amtsgerichts Ludwigslust: „Alle Verfahren und sonstigen Angelegenheiten, die bei dem Amtsgericht Hagenow anhängig sind oder waren, gehen ab 16. März in die Zuständigkeit des Amtsgerichts Ludwigslust über. Anträge und Schriftsätze können daher ab Montag rechtswirksam und fristwahrend nur noch beim Amtsgericht Ludwigslust eingereicht werden.“ Die Adresse: Amtsgericht Ludwigslust, Käthe-Kollwitz-Straße 35, 19288 Ludwigslust, Tel. 03874 435-0, Fax: 03874 435-100. Die etwa 35 Mitarbeiter des Hagenower Gerichts ziehen nach Ludwigslust um, wo es ab Montag dann rund 80 Beschäftigte gibt. Die Zahl der Richterinnen und Richter in Ludwigslust verdoppelt sich auf zehn. Um allen entsprechende Arbeitsmöglichkeiten zu bieten, wurde der Raumbestand im Ludwigsluster Gericht um ein Drittel erweitert. Das war ohne Erweiterungsarbeiten möglich, weil die früher von den sozialen Diensten genutzten Räume im Gebäude zur Verfügung stehen. Die Zahl der Verhandlungssäle erhöhte sich von bisher drei auf jetzt fünf.

Doch nicht nur die Menschen sind umgezogen. Siegmar Hackbarth, der ab Montag in Ludwigslust Richter ist: „Vom Umzug betroffen sind auch über 20  000 Akten einschließlich des Hagenower Archivs.“ Wie Direktor Merklin sagt, kann es wegen des Umzugs in Einzelfällen zu Verzögerungen bei der Bearbeitung kommen. Er betont aber: „Die unverzügliche Bearbeitung von unaufschiebbaren Angelegenheiten ist sichergestellt.“

Derweil gingen in Hagenow gestern Nachmittag noch einmal 200 empörte Menschen auf die Straße, um lautstark gegen die Schließung des Hagenower Amtsgerichts zu demonstrieren. Höhepunkt war die symbolische Zumauerung des Amtsgerichtsgebäudes in der Augustenstraße mit großvolumigen Pappkartons, die anschließend ebenso symbolträchtig wieder „gesprengt“ wurden.

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