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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 03:59 Uhr

Flugplatz Neustadt-Glewe : "Lufthoheit" behalten

vom

Stadtvertreter von Neustadt-Glewe fassen fast einstimmigen Beschluss zur Zukunft ihres Flugplatzes. Die Stadt und nicht der Luftsportverein ist Partner für alle Planungen für den künftigen Bebauungsplan des Flugplatzes.

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erstellt am 04.Feb.2012 | 02:10 Uhr

Neustadt-Glewe | Der wohl spannendste Tagesordnungspunkt der 21. öffentlichen Sitzung der Stadtvertretung Neustadt-Glewe war am Donnerstag Abend im Remter der Burg die Nummer 8: "Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit dem Luftsportverein Neustadt-Glewe e.V." Unter dieser Überschrift ging es im wesentlichen um die Frage, wer bei den notwendigen Planungen für das Gebiet des Flugplatzes künftig der Partner der Planer sein wird - der Flugsportverein oder aber die Stadt selbst. In der nach einer nochmaligen intensiven Diskussion mit 14 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme und ohne Enthaltung - von 18 gewählten Kommunalpolitikern waren vorgestern 15 anwesend - angenommenen Beschlussvorlage steht einer der entscheidenden Sätze unter Paragraph 2, Punkt 5: "Die Durchführung des Planverfahrens obliegt der Stadt Neustadt-Glewe". Mit ihrem Beschluss haben die Stadtvertreter also klargestellt, dass die Stadt und nicht der Luftsportverein Partner für alle Planungen für den künftigen Bebauungsplan "Flugplatz Neustadt-Glewe" ist.

Bürgermeister Arne Kröger: Klare Handlungsgrundlage

Das Stadtparlament hat sich damit gewissermaßen die "Lufthoheit" über alle Bauvorhaben gesichert, auch wenn es um eher irdische Dinge wie "die Regelung der jetzigen und zukünftigen baulichen Nutzungen des Flugplatzes, insbesondere im Interesse einer gesicherten Entwicklung des vereinsgebundenen sowie privaten Luftsportes auf dem Flugplatz" geht. Neustadt-Glewe gilt als das Luftsportzentrum Nr. 1 in Mecklenburg. Wie es in einer Selbstdarstellung im Internet heißt, könnten dort, in Deutschland einzigartig, gleichzeitig Motorflieger, Segelflieger, Fallschirmspringer, Drachen- und Gleitschirmflieger und nicht zuletzt die Modellflieger ihrem Sport nachgehen. Geschäftsflieger und Privatpiloten würden gern in Neustadt-Glewe landen.

Nach der Bedeutung dieses Beschlusses gefragt, sagte Bürgermeister Arne Kröger, dass "wir eine ganz klare Handlungsgrundlage haben, um mit dem Luftsportverein übereinzukommen, dass ein B-Plan aufgestellt wird". Mehr regele dieser Vertrag auch gar nicht. Zunächst gehe es darum, die auf dem Flugplatz vorherrschenden Zustände in "einen legalen Rahmen" zu bringen. Die Kosten des B-Planes würden sich auf ungefähr 30 000 Euro belaufen. Sobald dieser stehe, sei dann auch der jetzt beschlossene Vertrag erledigt. "Wenn es ein straffes B-Planverfahren ist", so fügte Kröger hinzu, "so kann das grundsätzlich in einem Jahr laufen". Aber das hänge natürlich auch von externen Faktoren ab, wie zum Beispiel davon, ob weitere Gutachten erforderlich würden. Auf eine weitere Frage nach den in der öffentlichen Sitzung thematisierten "Missständen" auf dem Flugplatz wollte Kröger nicht konkreter werden. Er sagte lediglich, dass es dort Nutzungen gebe, die über das durch den Paragrafen 35 des Baugesetzbuches (BauGB) eigentlich Erlaubte hinausgingen. Dieser Paragraf regelt, was in einem Außenbereich erlaubt ist und was nicht.

Nach diesem Abend besteht in Neustadt jedenfalls Hoffnung, dass dieses Thema jetzt abschließend gut gelöst ist. Jetzt sei der Luftsportverein gefragt. Und dann seien auch Stadtvertretung und Verwaltung wieder gefordert. "Wir wollen, dass Ruhe einkehrt und dass am Ende alle zufrieden sind", so CDU-Fraktionschef Christian Rosenkranz nach der Sitzung.

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