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Ludwigslust : Ludwigsluster Kanal säumen restaurierte Wälle

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kleinod im Schlosspark rechtzeitig vor Jahresende fertig gestellt / Formen wie im Barock ausgeprägt

von
erstellt am 23.Dez.2014 | 07:00 Uhr

Der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes (BBL) hat in diesen Tagen im Ludwigsluster Schlosspark die Restaurierung des Bereiches von der Steinernen Brücke bis zum Mönchbauwerk als größere Maßnahme abgeschlossen. Es war noch einmal eine Herausforderung, weil der ganze Bereich der barocken Wälle durch Erosion stark gelitten hat. Sie waren nicht mehr als geometrische Form erkennbar, wie es ursprünglich im 18. Jahrhundert gedacht war. Die heutige Steinerne Brücke hat ihre jetzige Form erst seit 1780. 1759 war die Vorgängerin als Holzbrücke entstanden. In den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts ist auch bereits der Kanal entstanden – es gab erheblichen Erneuerungsbedarf.

Den Machern war es wichtig, den barocken Charakter wieder stärker herauszuarbeiten – wegen des Baumbestandes nicht ganz einfach. Die Bäume haben in den letzten Jahren gelitten. Experten haben sie begutachtet. Es wurde festgestellt, dass sie extrem geschädigt waren. Naturschutz und Denkmalpflege haben zugestimmt, so dass die restlichen Bäume gefällt werden konnten. Es hätte auch nur ohne Bäume Sinn gemacht, die barocken Ausformungen wieder herzustellen, weil für die Bauarbeiten zu tief ins Wurzelwerk hätte vorgedrungen werden müssen.

Nach den Baumfällarbeiten im Januar ging es mit Beginn des Frühjahrs richtig los. Die geometrischen Formen wurden hergestellt, der Weg am Wasser und auch der Dammkronenweg wieder angelegt. Letzterer war nur noch ein Trampelpfad, der vor allem von Mountainbikern benutzt wurde. „Meine große Sorge ist, dass auch in Zukunft die Wege wieder so zweckentfremdet werden könnten. Das sollte möglichst nicht passieren“, so Dietmar Braune vom BBL, der das Projekt begleitete.

Eine Frage war auch noch, wie die Scharfkantigkeit der Formen herausgearbeitet werden könnte. Im Barock war das Erdreich einfach scharf abgestochen worden, die Treppenwangen bestanden aus Schalbrettern und Holzpfosten. Das hatte natürlich einen ständigen Reparaturaufwand zur Folge.

Dies sollte jetzt alles etwas langlebiger angelegt werden. Also wurden Stahlkonstruktionen auf Betonfundamenten eingebaut, von denen jetzt nichts mehr zu sehen ist. Sie sind mit Brettern verkleidet worden. Diese bestehen aus besonders widerstandsfähigem Accoya-Holz, das speziell chemisch behandelt, die Haltbarkeitseigenschaften von Tropenholz erreicht. Es wird deshalb gern im Wasserbau und im Feuchtebereich eingesetzt. Die Struktur der Wälle mit den Treppenabgängen, wie sie jetzt besteht, ist historisch nachweisbar bis 1850.

Auf einer Zeichnung des Architekten und Baumeisters Hermann Willebrand aus dem Jahre 1877 ist erkennbar, dass die Treppenwangen aus Sandstein waren. Diese sind auch noch vorhanden gewesen, zum Teil mit Einschüben für Holzbretter versehen, damit Bänke entstanden. Die Älteren werden sich noch erinnern, dass da mal Treppen am Wasser waren. „Die Wangen haben wir geborgen, restauriert und mit dem schönen Natursteinpflaster ergänzt wieder eingebaut“, so Dietmar Braune, „so, wie es historisch einmal war.“ Wer die Bänke vermisst – durch die Ausformung der Wall-Geometrie sind Rasenbänke entstanden. Sie laden in der Sommerzeit zum Ausruhen ein.

In dem besonnten Teil der Wälle ist Rasen angesät worden, im mehr schattigen breiten sich künftig Efeupflanzen aus. Auch zwischen dem Holz der Terrassen wächst künftig Efeu, so dass das Holz irgendwann nicht mehr zu sehen sein wird.

Insgesamt hat die Maßnahme über 400 000 Euro gekostet. Drei Viertel davon werden von der EU gefördert.

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