Audio-Tour im Test : Ludwigslust zum Anhören

SVZ-Mitarbeiterin Tara Gottmann ist mit dem GPS-gestützten Audio-Guide auf Tour gegangen.
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SVZ-Mitarbeiterin Tara Gottmann ist mit dem GPS-gestützten Audio-Guide auf Tour gegangen.

Interessierte können mit einem Audio-Guide die Lindenstadt erkunden. Angebot wird aber eher selten genutzt

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17. August 2016, 11:41 Uhr

Was in Museen längst gang und gäbe ist, ist inzwischen auch in Ludwigslust möglich: Gäste müssen sich nicht einer Gruppe mit Stadtführer anschließen, sondern können mit einem Audio-Guide auf eigene Faust losziehen. Ein Abspielgerät in Form eines handlichen Smartphones kann in der Ludwigslust-Information sowie über Hotels ausgeliehen werden. Auf der Startseite des Guides werden mehrere Touren angeboten: „Bei Hofe“, „Stadtkultur“ sowie „Schlosspark“. Alternativ kann direkt die gesamte Karte ausgewählt werden, auf der alle Stationen zu finden sind. Auch zu den Ortsteilen Glaisin und Kummer gibt es Karten. Und wie funktioniert das Ganze? Ich habe den Test gemacht.

Ich entscheide mich für die Tour durch den Schlosspark. Insgesamt gibt es hier 15 Stationen. Doch zuerst geht es von der Touristinformation zum Schloss. Eine gelbe Figur auf der Karte im Guide zeigt den aktuellen Standort an. Erste Station ist natürlich das Barockschloss. Allerdings dauert es etwas, bis ich verstehe, wie jetzt die Informationen zur Station wiedergegeben werden. Aber im Prinzip ist es einfach: Zuerst auf das Feld klicken, das die Station auf der Karte anzeigt. Dann erscheint oben rechts ein Feld, auf dem der Name der Station steht. Tippt man auf dieses Feld, öffnet sich eine neue Seite. Zu sehen ist nun ein Bild vom Schloss sowie Play-, Pause- und Stopptaste. Nun kann ich mir Wissenswertes anhören. Mit dem Zurückpfeil des Gerätes komme ich wieder zur Karte und weiter geht es.

Vom Schloss komme ich auf meiner Tour unter anderem am Blumengarten und dem Teehaus, an der Lügenbrücke sowie dem Louisenmausoleum vorbei, schlendere über die Hofdamenallee, erfahre etwas über die Grotte und das Denkmal von Herzog Friedrich. Zum Ende meiner Tour durch den Schlosspark erreiche ich die katholische Kirche. Auch über das Jägerdenkmal, das Helenen-Paulownen-Mausoleum, die Steinerne Brücke und den Inselteich ist auf dem Audio-Guide etwas zu hören, genauso wie über das Natureum und den Park an sich. Nach etwa anderthalb Stunden habe ich alles gesehen und gehört.

Etwas nervig ist die Funktionstüchtigkeit des Gerätes. Mehrmals stürzt das Programm ab, reagiert nicht mehr und nach kurzer Zeit mit schwarzem Bildschirm erscheint eine Fehlermeldung, dass das Programm unerwartet beendet wurde und neu gestartet werden muss. Als ich nach der Schlosspark-Tour die gesamte Karte mit allen Stationen öffnen möchte, wird das Display erneut schwarz und bleibt es auch. Erst nach einiger Zeit reagiert das Smartphone wieder, so dass ich es erneut probieren kann. Es dauert ziemlich lange, bis die Karte mit allen Stationen geladen ist. Aber dann funktioniert alles wieder.

Insgesamt ist ein Spaziergang durch die Lindenstadt mit einem Audio-Guide durchaus zu empfehlen. Wer nicht möchte, dass auch andere Spaziergänger mithören, kann Kopfhörer anstecken. Die angegebenen Stationen sind zahlreich, so dass Touristen – und auch Einheimische – viel über Ludwigslust und Umgebung lernen können. Trotzdem wird der Audio-Guide von Touristen kaum genutzt. „Es hat auch noch keiner direkt nachgefragt, ob es einen Audio-Guide gibt“, sagt Christiane Rüttinger von der Ludwigslust-Information. Werbung werde kaum gemacht: „Wir haben ab und zu Plakate damit, und die Hotels wissen von der Aktion“, erzählt Rüttinger. Auch auf der Internetseite der Stadt Ludwigslust wird auf den Audio-Guide hingewiesen. Trotzdem werde eher nach dem Stadtplan gefragt und Informationen von den Info-Tafeln abgelesen, so Christiane Rüttinger.

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