Lewitz-Werkstätten : Ludwigslust und Parchim im Takt

Lewitz-Sound aus der Werkstatt Ludwigslust sorgte mit Musik von den Toten Hosen und den Puhdys für Stimmung bei der Festveranstaltung von Parchim.  Fotos: Michael Beitien
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Lewitz-Sound aus der Werkstatt Ludwigslust sorgte mit Musik von den Toten Hosen und den Puhdys für Stimmung bei der Festveranstaltung von Parchim.

Hier funktioniert das Miteinander im Großkreis: Lewitz-Werkstätten feiern ihr 25-jähriges Bestehen. Erfolgreiche Arbeit für Behinderte.

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12. Mai 2017, 20:45 Uhr

Silbernes Jubiläum feiern die Lewitz-Werkstätten. Seit 25 Jahren kümmert sich die gemeinnützige Gesellschaft mit Einrichtungen zwischen Ludwigslust, Plau am See und Crivitz um behinderte Menschen. Sie ist damit zwei Jahrzehnte vor dem Großkreis Ludwigslust-Parchim entstanden, worauf gestern mehrere Redner bei der ersten Festveranstaltung im Jubiläumsjahr in Parchim verwiesen.

Am 19. Mai 1992 hatten die Lebenshilfe aus Ludwigslust und Parchim, der Behindertenverband Ludwigslust und die beiden Landkreise die Gründung der Gesellschaft notariell beglaubigt. Damit verschmolzen die Friedrichsruher Werkstätten und das Rehabilitationszentrum in Ludwigslust. „Dieses Zusammengehen geschah nicht ohne Bauchschmerzen und Sorgen um die zukünftige Entwicklung, auch bezogen auf die Unterschiedlichkeit der beiden Einrichtungen“, erklärte der heutige Geschäftsführer Marko Schirrmeister. Danach begannen die Jahre des schnellen Aufbaus vieler Einrichtungen. Dazu gehörte der Neubau von zwei Gebäuden für die Werkstatt in Parchim, die Wohnstätte Ludwigslust, die Wohnanlage Würfel in Parchim mit dem gleichnamigen Café, Anbauten an die Werkstatt in Ludwigslust und ein neuer Anbau dort im vergangenen Jahr. Die Wohnstätte Plau wurde vollständig rekonstruiert. Umgebaut wurde an den Standorten Spornitz, in den Kindertagesstätten Lewitz-Zwerge in Ludwigslust und Regenbogen in Parchim. Die Zeit war untrennbar verbunden mit dem Wirken von Bert Behling als Geschäftsführer.

Heute haben die Lewitz-Werkstätten 280 Angestellte und 1200 Betreuungsplätze. Neue gesetzliche Bestimmungen – das Bundesteilhabegesetz – könne die Arbeit sowohl positiv als auch negativ verändern, war Schirrmeisters Worten zu entnehmen. Er wünsche sich, dass alle behinderten Menschen und ganz besonders auch die schwerst mehrfach Behinderten alle Elemente der Eingliederungshilfe in Anspruch nehmen können und nicht in die Finanzierung der Pflegeversicherung abgeschoben werden.

Unter den Festrednern war Parchims Bürgermeister Dirk Flörke, der die Lewitz-Werkstätten als gutes Beispiel für das Zusammenwachsen der beiden Altkreise bezeichnete. Er blickte auf ein neues Kapitel voraus, dass die Stadt, die Wohnungsgesellschaft Wobau und die Lewitz-Werkstätten aufschlagen: die Nutzung des historischen Giebelhauses. Das bringe Menschen mit und ohne Handicap im Zentrum der Stadt zusammen.

Für mächtig Eindruck bei den Festgästen sorgte gestern das Ensemble Lewitz-Sound aus Ludwigslust. Die Menschen mit Behinderungen brachten „Das ist der Moment“ von den Toten Hosen auf die Bühne und regten zum Mitsingen von „Alt wie ein Baum“ an.

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