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Lüblower Bürgermeister fühlt sich schlecht informiert : Lothar Seliger beklagt Infostau

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Die Straßenbauarbeiten in Wöbbelin wurden aufgenommen: Vor vollendeten Tatsachen sieht sich Lüblows Bürgermeister Lothar Seliger mit der Umleitungs- und Entlastungsstrecke durch seine Gemeinde gestellt.

svz.de von
erstellt am 26.Mär.2012 | 08:11 Uhr

Lüblow/Wöbbelin | Vor vollendeten Tatsachen sieht sich Lüblows Bürgermeister Lothar Seliger mit der Umleitungs- und Entlastungsstrecke durch seine Gemeinde gestellt. Durch das beschauliche Lüblow rollen seit Montag früh Auto um Auto und zig Lieferwagen, deren Fahrer die Großbaustelle auf der Bundesstraße 106 in Wöbbelin (SVZ berichtete) meiden. Und das Aufkommen wird künftig in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs eher zunehmen. Die Fahrzeuge müssen dabei durch Lüblow, an der Kindertagesstätte vorbei rollen, sorgt es den Bürgermeister. Ob dann auch alle Autofahrer ihre Geschwindigkeit auf Tempo 30 drosseln, das bezweifelt Seliger zudem, nach dem er gestern die Dokumentation der Geschwindigkeitsmessung in der Ortsdurchfahrt gesehen hatte.

Es hagelte dort gestern in der Tempo 30-Zone in kürzester Zeit so genannte Knöllchen. Polizeihauptkommissar Jürgen Kalkhorst und sein Kollege vom Autobahn- und Verkehrspolizeirevier Stolpe hatten so lange keinen ruhigen Job, bis die "Blitzerwarner im Rundfunk" die Lüblower Lasermessanlage immer wieder ansagten. Die Ordnungshüter werden jedoch erst einmal weiter in dem Dorf den Verkehrsfluss überwachen; weil schlicht zu viele Autofahrer ihre Ziele über die des Gesetzgebers stellen, bedauern die Polizisten das leichtfertige und gefahrvolle Verhalten von Temposündern.

Keine Gefühle von Versäumnis erwartet Bürgermeister Seliger hinter dem für ihn kurzfristigen Aktionismus der so genannten amtlichen Sperrkommission, die am 19. März unterwegs gewesen sein soll, um die Umleitungsstrecken fest zu zurren. Er habe aber erwartet, dass die Informationen der Verantwortlichen frühzeitig vorgelegen hätten, versteht der erste Mann in der Gemeinde Lüblow dieses Vorgehen nicht. Seliger als Bürgermeister habe von der ganzen Strecken-Aktion erst durch die Medien erfahren.

Der Bürgermeister ist deshalb über die Verkehrsüberwachung durch die Polizei erleichtert. Von den Kita-Kindern könne eine vorausschauende Handlungsweise zur oder von der Betreuungseinrichtung, die im Verlauf einer engen S-Kurve liegt, nicht erwartet werden. Wenn die entsprechenden Informationen die Gemeinde frühzeitig erreicht hätten, wären nötige Vorbereitungen und Informationen für die Bürger und deren Kinder rechtzeitig auf den Weg gebracht worden, rügt Seliger.

Was den Bürgermeister zusätzlich auf die Palme bringt, ist die für ihn kurzfristige Umsetzung der Streckenführung. Sonst sind die bürokratischen Hürden für ein Genehmigungsschreiben sehr hoch, wenn in Lüblow öffentliche Feste gefeiert werden sollen; beispielsweise müssen die notwendigen Maßnahmen für die amtliche Verkehrsanordnung zum Erntefest bereits vier Wochen vor Veranstaltungsbeginn eingereicht werden. Diese Umleitungsstrecke kam für Seliger hingegen sozusagen über Nacht.

Irgendwo zwischen dem Straßenbauamt Schwerin, der Unteren Straßenbauverwaltung im Landratsamt, dem Zweckverband kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Ludwigslust (ZkWAL) und dem Amt Ludwigslust-Land müssen die Informationen für Bürgermeister Seliger im Verwaltungsstau stecken geblieben sein: Vom Dezernenten Dietmar Greßmann im Straßenbauamt Schwerin war zu erfahren, dass es in den zurückliegenden Monaten mehrere Zusammenkünfte der Sperrkommission gegeben habe. Dazu wären alle Beteiligten eingeladen gewesen - auch das Amt Ludwigslust-Land. Allerdings fehlte von dort auch bei der letzten Sitzung ein Vertreter. Dass die Lüblower Strecke ausgewählt wurde, das stand schon seit längerem als Möglichkeit fest - also nicht so überraschend wie Bürgermeister Seliger es darstellt, meinte Greßmann.

Selbstverständlich war das Amt Ludwigslust-Land grundsätzlich informiert, beantwortet gestern der Leitende Verwaltungsbeamte Wolfgang Utecht die Anfrage der SVZ. Allerdings habe die seinerzeit favorisierte Umgehungs- und Entlastungsstrecke nichts mit dem nun ausgewiesenen Verlauf zu tun. Der Vorwurf, bei den Versammlungen nicht teilgenommen zu haben, könne anhand dieser Planungen so nicht hingenommen werden. Die Prioritäten für den Verkehrsfluss wurden von anderen gesetzt, wies Utecht die Äußerung vom Straßenbauamt zurück. Nicht zuletzt entkräftige die Tatsache den Vorwurf, dass die Unterlagen für die Umleitungs- und Entlastungsstrecken erst Freitagmittag das Amt zum Dienstschluss der Kernzeit erreicht habe.

Auf der B 106 durch Wöbbelin staute es sich gestern lediglich zu den Hauptverkehrszeiten. Dank der Ampel-Umschaltphasen verloren die Kraftfahrer nur wenige Minuten an dieser Großbaustelle, die bis zum 30. September 2013bestehen bleiben soll.

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