Gross Laasch : „Lolle“ als Helfer des kleinen Thore

Labrador „Lolle“ könnte als Rehahund für den kleinen Thore schon im April 2016 bei Familie Jahnke einziehen.
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Labrador „Lolle“ könnte als Rehahund für den kleinen Thore schon im April 2016 bei Familie Jahnke einziehen.

Ein Labrador als Rehahund soll einem kleinen kranken Jungen in Groß Laasch den Alltag erleichtern

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30. November 2015, 17:32 Uhr

Der kleine Thore Jahnke sitzt auf dem Schoß seiner Mutter Conny (36). Auf den ersten Blick ist er ein lebendiges kleines Kind, er bewegt seine kleinen Arme, er rutscht hin und her. Aber der kleine Thore, jetzt 1 Jahr und fünf Monate alt, ist nicht wie ein Kleinkind in seinem Alter. Er wird vermutlich sein Leben lang Hilfe und Unterstützung brauchen, Reha-Maßnahmen werden seinen Alltag bestimmen. Seine Motorik ist eingeschränkt, er hat Probleme mit dem Sehen, er reagiert nicht auf Licht, er erkennt nur hell und dunkel. „Thore hat mehrere Zysten im Kopf und schwer einstellbare epileptische Anfälle. Diese Anfälle haben das Gehirn schon sehr geschädigt“, war von Mutti Conny zu hören, die viele sicher noch unter ihrem Geburtsnamen Kranich kennen. „Ein Rehahund würde ihm da sehr helfen. Es gibt da speziell für diese epileptischen Anfälle ausgebildeten Hunde.“ Einen solchen Hund hat die Familie Jahnke schon in Aussicht. Kontakt zum Verein Rehahunde Deutschland e.V. in Tessin bei Rostock fand Conny Jahnke auf Hinweis ihrer Freundin aus Grebs. Und dass es schon bald mit solch einem treuen Begleiter für Thore klappen kann, darüber freuen sich auch Papa Roy (40) und Schwester Amelie (9). Vor drei Wochen war der Hund schon mal bei Jahnkes in Groß Laasch, denn es muss ja alles passen. „Es ist ein schwarzer Labrador-Rüde mit Namen Lolle. Die Grundausbildung hat er schon hinter sich, jetzt wird er speziell auf Thore ausgebildet. Alles in allem dauert das mehr als zwei Jahre“, war von Thomas Groß, dem 2. Vorsitzenden des Vereins, zu hören. „Die Ausbildung eines solchen Therapiehundes mit allem, was dazugehört, kostet rund 25  000 Euro. Aus diesem Grund hat die Familie Jahnke über den Verein einen Spendenaufruf gestartet, um über viele Mitstreiter und Unterstützer das nötige Geld zusammenzubekommen.“, ergänzt Thomas Groß. Nähere Informationen zum Spendenaufruf gibt es auch auf der Internetseite der Gemeinde Groß Laasch.

Thore ist ein Zwilling, geboten am 10. Juli 2014. „Sein Bruder Arvid hat leider das Licht der Welt nicht erblicken können. Er verstarb vor der Geburt“, blickt Conny Jahnke auf den schweren Schicksalsschlag zurück.

Die Eltern merkten schnell, dass mit Thores Augen etwas nicht stimmt und er sich nicht für Spielzeug interessiere. Zu allem Übel kam dann noch hinzu, dass sich der Kleine immer so steif machte, für die Eltern ein Zeichen, dass etwas gesundheitlich nicht in Ordnung sei. „Aber in den letzten Wochen hat er sich schon gemausert, wir sind jetzt dabei, seine Motorik zu verbessern. Aktuell geht es jetzt erst einmal darum, zu üben, dass er seinen Kopf halten kann.“ Conny Jahnkes Tagesprogramm ist mit der Betreuung von Thore voll ausgefüllt. „Er hat eine guten Wach-Schlafrhythmus. Mit dem Füttern ist es unterschiedlich. Das Mittagessen geht eigentlich recht schnell, aber wenn er Brot bekommt, dauert es fast eine Stunde, bis er fertig ist.“ Zum festen Tagesablauf gehören auch die regelmäßigen Therapiemaßnahmen. „Am Dienstag kommt die Frühförderung und am Donnerstag die Sehförderung zu uns ins Haus. Am Freitag fahre ich dann mit ihm zur Physiotherapie nach Schwerin“, ergänzt Conny Jahnke. Ein Rehahund würde da auch die junge Mutter bei der Betreuung von Thore entlasten. „Wir rechnen damit, dass Labrador Lolle im Frühjahr 2016 bei uns einziehen wird. Zuvor hoffe ich, dass ich mit Thore noch auf eine vierwöchige Reha nach Brandenburg an der Havel fahren kann, ein entsprechender Antrag ist schon gestellt.“ Conny Jahnke befindet sich noch in der Elternzeit, sie will diese bis Juli 2016 verlängern. Danach wird sie wohl ihren Job in Ludwigslust aufgeben, um noch mehr für ihr Kind und die Familie da zu sein. Vater Roy hat seinen Fernfahrer-Job aufgegeben, er arbeitet bei der Schweriner Firma Bauservice Nord. Auch der 40-Jährige hat dadurch mehr Zeit für seinen Sohn und seine Familie - und das es ist ihm wert.

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