Ludwigslust : Lindenstadt eins mit der Musik

Finale des Spergerwettbewerbs  am 15. Mai im Goldenen Saal des Schlosses. Maria Krykov aus Finnland war eine der drei Besten, hier begleitet vom Orchester Concerto Celestino. Fotos: Archiv
Finale des Spergerwettbewerbs am 15. Mai im Goldenen Saal des Schlosses. Maria Krykov aus Finnland war eine der drei Besten, hier begleitet vom Orchester Concerto Celestino. Fotos: Archiv

IX. Internationaler Johann-Mathias-Sperger-Wettbewerb für Kontrabass und Festspiele MV prägten Kulturleben in Ludwigslust mit

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29. Dezember 2016, 07:00 Uhr

Es war eines der herausragenden musikalischen Ereignisse des Jahres 2016 in Ludwigslust: der IX. Internationale Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb für Kontrabass, der eine Woche lang die Besten auf diesem Instrument aus aller Herren Länder in die Lindenstadt führte. Vom 7. bis 15. Mai traten 50 Nachwuchs-Kontrabassisten in den Wettstreit. Wie sich die jungen Musiker schlugen, konnten Zaungäste jeden Tag im Freizeitzentrum Zebef mitverfolgen. Höhepunkt war dann der 15. Mai. Nachmittags im Goldenen Saal herrschte große Spannung, denn die drei Bestplazierten aus den Vorspielen sollten sich nun in jeweils dem gleichen musikalischen Werk beweisen. Spergers Konzert für Kontrabass und Orchester Nr. 16 D-Dur stand auf dem Programm. Am Ende ging die Publikumswertung mit der der Fachjury ein wenig auseinander. Doch alle drei Finalisten eroberten die Herzen der Zuschauer. Die Nase vorn hatte am Ende Marek Romanowski aus Polen. Er ist wie seine beiden Kontrahenten trotz seiner Jugend bereits ein Hochkaräter, studierte in Katowice, Bern und Krakow, besuchte zahlreiche Meisterklassen international, trat auf verschiedenen Festivals in Polen auf und erhielt einen Sonderpreis des Polnischen Nationalen Kulturzentrums.

Zu guter Letzt sollte die Qualitätsdichte so groß sein, dass die Jury den beiden anderen jeweils einen zweiten Platz zusprach.

Mit dem Spergerwettbewerb eng verbunden ist der Name Professor Klaus Trumpf. Er hat den Ludwigsluster Komponisten und Hofkapellmeister Sperger vor 50 Jahren wiederentdeckt. Trumpf ist es auch gewesen, der in diesem Jahr den berühmten Dirigenten Daniel Barenboim als Schirmherrn des Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerbs für Kontrabass gewinnen konnte. Der nächste Wettstreit soll Ende Juli 2018 wieder in Ludwigslust stattfinden.

Auch im Jahre 2016 prägten die Festspiele MV das musikalische Leben in Ludwigslust mit. Sie haben sich nicht nur als Träger des Kleinen Festes im großen Park etabliert, sondern auch klassisch-musikalische Spitzenleistungen in die Lindenstadt geholt. Festspielintendant Dr. Markus fein betonte bei der Vorstellung des Programms dieses Jahres: „Die Veranstaltungen in Redefin und Ludwigslust sind unverzichtbare Klassiker im Festspielprogramm und machen ein Drittel unserer Gesamtbesucherzahl aus!“

Einer der Höhepunkte in diesem Festspielsommer: Die von der Körber-Stiftung ermöglichte Konzertreihe „Pavillons der Jahrhunderte“ schuf neue Zugänge zur Musik. Der „Pavillon Barock“ warf in Konzerten und Begleitprogrammen mit hochkarätigen Künstlern und der Akademie für Alte Musik Berlin – einem der bekanntesten Ensembles für Alte Musik – einen musikalischen Blick in die Epoche des Barock.

Der letzte Tag des „Pavillon Barock“ führte nach Ludwigslust. Es erklangen Werke des europäischen Barock im Goldenen Saal des Schlosses – zum Beispiel Händels Ouvertüre und Gavotta aus „Amadigi di Gaula“ und Vivaldis Violinkonzert g-Moll „La Notta“. Im Anschluss lockten Tanz- und Musik-Workshops im Park. Den krönenden Abschluss bildete ein Konzert mit der Akademie für Alte Musik Berlin und dem lyrischen Tenor Lothar Odinius in der Stadtkirche.

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