Ludwigslust : Licht aus, wenn’s hell genug ist

Der Blick auf das Lichtmessgerät zeigt: Hier müsste keine Lampe leuchten. Fotos: Neumann
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Der Blick auf das Lichtmessgerät zeigt: Hier müsste keine Lampe leuchten. Fotos: Neumann

Energieteam der Pestalozzi-Schule Ludwigslust ist Energiefressern auf der Spur / Schon 2000 Euro für die Schule „erwirtschaftet“

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28. Juni 2016, 07:00 Uhr

„Dürfen wir kurz stören?“ Mit ihrem Lichtmessgerät – und dem Segen des Schulleiters – platzen Domenic, Lucas und die anderen Mitstreiter des Energieteams in die Unterrichtsstunde. Draußen scheint die Sonne, trotzdem brennt das Licht im Klassenraum. „1200 Lux“, liest Domenic vom Display ab. Viel zu viel, wenn man Strom einsparen möchte, erkennen die Schüler der Ludwigsluster Pestalozzi-Schule gleich. Sie haben noch die Worte von Hannes Völsch, dem Klimaschutzmanager des Landkreises, im Ohr: „Für einen Schreibtischarbeitsplatz wie zum Beispiel in Klassenräumen sind laut Vorschrift 500 Lux festgelegt.“

Das Energieteam, das aus Freiwilligen aus verschiedenen Klassenstufen besteht, befindet sich gerade auf dem Strom-Rundgang. Dabei schauen die Schüler nicht nur, ob irgendwo unnötig Licht brennt, sondern auch ob Geräte im Standby „heimlich“ Strom fressen. „Wir wollen sehen, was man einsparen kann, wenn alle Geräte konsequent komplett ausgeschaltet werden“, so Hannes Völsch.

In vielen Räumen ist gar kein Stromverbrauch messbar. „Der Hauptschalter ist noch nicht an“, erklären die Schüler und weisen auf einen roten Knopf an der Tür eines Klassenraumes. „Am Wochenende werden die Räume komplett stromlos gemacht“, bestätigt Hausmeister Patrik Rausche. Darauf achte er auch, wenn er am Freitagnachmittag als Letzter einen Rundgang durchs Gebäude macht.

Ein paar Räume weiter entdeckt das Energieteam dann doch einen Computer im Standby. Er hängt zwar an einer ausschaltbaren Steckerleiste, doch die ist nicht ausgeschaltet. Rund 11 Watt Stromverbrauch zeigt das Messgerät an. Später kommen noch 25 Watt an einem Drucker dazu, 3 Watt an einem Schredder, 17 Watt an einem Medienschrank... Unterm Strich werden es schon bei den Stichproben 124 Watt, die sich über das Jahr auf knapp 1100 Kilowattstunden summieren. „Das wären rund 280 Euro, wenn wir alle Geräte – außer das Aquarium natürlich – ausschalten“, rechnet Hannes Völsch mit den Schülern aus. Weitere 280 Euro, denn der Strom-Rundgang war nicht die erste Aktion des Energieteams. Die ersten technischen Maßnahmen und die Sensibilisierung der Schüler für das Thema hatten im vergangenen Jahr schon eine Einsparung von rund 4000 Euro gebracht – vor allem bei der Heizenergie, aber auch bei Strom, Wasser und ein bisschen beim Müll.

„Für uns war es selbstverständlich, dass wir beim Klimaschutzprojekt mitmachen“, sagt Schulleiter Jörg Liedtke. „Es passt gut in unsere Arbeit, zu der auch die Umwelt- und Ernährungserziehung gehören.“ Gerade sei die Schule für ihr Projekt „Vom Quadratbeet auf den Teller“ mit dem „International Eco-Schools Award Certificate“ ausgezeichnet worden.

Dass die Energieeinsparung durch das Klimaschutzprojekt so groß sein würde, hätte er nicht gedacht. Die Hälfte des gesparten Geldes kann die Schule nun selbst ausgeben. „Die Schüler haben Vorschläge gemacht. Ein Schwimmbad, die Modernisierung der Streetballanlage und Klassensätze von Romanen waren darunter“, so Liedtke. „Die Entscheidung darüber trifft das Energieteam, der Schulleiter berät nur.“

Im Test-Klassenraum schalten die Schüler das Licht aus. Mit 790 Lux ist es noch immer hell genug. „Wenn in einem Raum an nur 60 Tagen sechs Stunden lang unnötig das Licht an ist, kostet das rund 46 Euro“, so Hannes Völsch. „Da wisst ihr, worauf ihr ab sofort achten könnt.“ In Absprache mit dem Lehrer, fügt er hinzu.  

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