neustadt-Glewe : Lewitz-Straßen bald gesperrt?

Typisches Bild in der Lewitz: Ein Traktor fährt durch eine Allee.
Typisches Bild in der Lewitz: Ein Traktor fährt durch eine Allee.

Bau- und Umweltausschuss Neustadt-Glewes legte der Stadtvertretung Beschlussvorschlag vor / Weitere Beratungen nötig

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18. März 2014, 07:00 Uhr

Unzählige Schlaglöcher, weggebrochene Fahrbahnen, Schottersteine – die Straßen in der Lewitz sind zu einem großen Teil nur noch Schrott. Deshalb gibt es Bestrebungen, einen Teil der Straßen und Wege für den Allgemein- und Durchgangsverkehr zu sperren. Einen entsprechenden Beschluss sollte die Stadtvertretung Neustadt-Glewes auf ihrer jüngsten Sitzung auf Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses fassen. So war es jedenfalls geplant. Allerdings gingen die Stadtvertreter bei der Sache nicht mit und verwiesen den Beschlussvorschlag zurück in den Bau- und Umweltausschuss sowie in den Finanzausschuss.

Hintergrund: Die meisten Straßen und Wege in der Lewitz entstanden in den 1960er- und 1970er-Jahren vor allem als Wirtschaftswege für die Landwirtschaft und den damaligen Autobahnbau. Auch die Binnenfischerei nutzte sie. Dementsprechend waren die Fahrbahnen nur für Fahrzeuge mit bis zu 12,5 Tonnen Nutzlast ausgelegt und für den öffentlichen Verkehr teilweise völlig gesperrt.

Nach der Wende stieg das Verkehrsaufkommen enorm an. Statt der für heutige Zeiten leichten W 50-Lkw rollten plötzlich Lastzüge mit bis zu 40 Tonnen über die Straßen und Wege. Mit der Folge, dass die Fahrbahnen in den Jahren regelrecht zerfielen.

Inzwischen bilden viele dieser Straßen eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer. Der Verfall sei mit normalen Unterhaltungsarbeiten aus finanziellen und bautechnischen Gründen nicht zu stoppen, verlautet aus dem Bau- und Umweltausschuss.

Deshalb, so die Empfehlung des Ausschusses, sollte die Stadt Neustadt-Glewe als Straßenbaulastträger beim Landkreis Ludwigslust-Parchim eine sogenannte Teileinziehung mehrerer Straßen und Wege in der Lewitz beantragen, die in insgesamt acht Punkten aufgezählt sind. Betroffen sind vor allem „quer verbindende“ Straßen und Wege, die laut Empfehlung künftig nur noch von Fußgängern, Radfahrern und dem landwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden sollen.

Allerdings setzte genau hier auch die Kritik der Stadtvertreter an. Jürgen Rosenbrock, Vorsitzender der SPD-Fraktion sagte: „Wir lassen die Straßen demnach für Laster frei. Aber die machen die Straßen ja gerade kaputt.“ Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke, Peter Warnecke, sagte gegenüber SVZ: „Ich habe Zweifel, dass der Landkreis einer Teileinziehung überhaupt zustimmen wird, weil der Beschlussvorschlag ja auch Durchgangsverbote beinhaltet. Ich befürchte, dass die Stadt bei Teileinziehungen von Straßen und Wegen keine Mittel mehr für deren Erhalt ausgibt und sie weiter verfallen.“

Sebastian Tappe von der CDU-Fraktion verwies darauf, dass laut Empfehlung von der Teilsperrung auch der „Birkenweg“, beginnend an der Landesstraße L 092, bis zum „Fahrbinder Damm“ gesperrt werden soll. Der Weg soll, so die Beschlussvorlage, aber für Fußgänger, Radler (Elbe-Ostsee-Radfernweg) und den land- und forstwirtschaftlichen Anliegerverkehr frei bleiben. „Wie soll ein solcher Fernradweg unser Aushängeschild sein?“ fragte Sebastian Tappe und regte an, den Beschlussvorschlag auch im Finanzausschuss Neustadt-Glewes zu beraten.

Denn auch bei einer teilweisen Sperrung der betroffenen Straßen bleibt Neustadt-Glewe als Baulastträger für deren Instandhaltung zuständig.

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