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Ludwigsluster Tageblatt

16. Dezember 2017 | 19:52 Uhr

tuckhude : Lewitz-Ranger verlässt Domizil

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

SVZ sprach am Osterwochenende mit Ralf Ottmann, der nun aus der Wiesenmeisterei in Tuckhude auszieht

von
erstellt am 18.Apr.2017 | 09:00 Uhr

Er organisiert Naturführungen durch die Lewitz, ist als Autor ebenso bekannt wie als Fotograf: Ralf Ottmann. Seine Arbeit widmet er vor allem dem Naturschutz im EU-Vogelschutzgebiet Lewitz, an dessen Rand – in Tuckhude – er seit vielen Jahren lebt. Von hier aus, der Wiesenmeisterei, starteten in der Vergangenheit zahlreiche Exkursionen. Gleichzeitig war Ottmanns Domizil Anlaufpunkt für alle, die sich für die Lewitz interessieren. Nachdem die Stadtvertretung Neustadt-Glewes und der Hauptausschuss bereits vor einiger Zeit die Bürgermeisterin beauftragt hatten, die Wiesenmeisterei 2017 zu verkaufen (SVZ berichtete), verlässt der ehrenamtliche Lewitz-Ranger Tuckhude nun. SVZ-Redakteur Andreas Münchow sprach am Osterwochenende mit Ralf Ottmann über diesems Thema.

Für wann ist Ihr Umzug geplant?

Ende April verlasse ich die Wiesenmeisterei, nach immerhin sieben Jahren.

Wie lautet ihr Fazit nach dieser Zeit als ehrenamtlicher Lewitz-Ranger und selbstständig tätiger Naturführer?

Es waren sehr schöne und aufregende, aber auch erfüllte Jahre. Ich denke, durch mein Wirken konnte ich dazu beitragen, dass die Wiesenmeisterei nicht ganz in Vergessenheit geraten ist, vor allem durch die Naturführungen, die von hier aus starteten. Für mich war es immer ein schönes Gefühl, wenn die Teilnehmer an den Führungen mit mir gemeinsam hautnah die Natur erleben konnten.

Wie groß ist die Enttäuschung, jetzt wegzuziehen?

Sehr groß. Mit dem beschlossenen Verkauf der Wiesenmeisterei stirbt ein Stück historischer Lewitz. Damit wird es nun nicht mehr möglich sein, an diesem Standort mit der Wiesenmeisterei ein touristisches Tor zur Lewitz zu entwickeln.

Hätte es diesen Beschluss nicht gegeben, was hätten Siedenn der Stadt Neustadt-Glewe hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Wiesenmeisterei vorgeschlagen?

An diesem Standort hätte man eine Lewitz-Information aufbauen, betreiben und weiterentwickeln können. Eine multimediale Dauerausstellung über die Lewitz wäre genauso denkbar wie der Vertrieb regionaler Produkte, ein Café und eine Aufladestation für Elektro-Fahrräder. Letztlich hätten hier am Südrand der Lewitz die Voraussetzungen für eine nachhaltige touristische Entwicklung geschaffen werden können, sozusagen ein kompetenter Anlaufpunkt für Radfahrer, Wanderer, Naturfotografen und sonstige Naturfreunde.

In den vergangenen sieben Jahren, in denen Sie hier waren, ist in dieser Hinsicht aber nicht passiert.

Nach meinem Gefühl bestand seitens der Stadt nie ein Interesse an einer solchen Entwicklung und man ist in dieser Beziehung leider nicht an mich herangetreten. Ich möchte von dieser Kritik die jetzige Bürgermeisterin ausdrücklich ausnehmen. Sie trifft keine Schuld an der aktuellen Entwicklung. Bei ihren Vorgängern sehe ich das aber anders.

Die Gemeinde Domsühl hat mit dem Pingelhof in Alt Damerow einen solchen Schatz...

...und die Verantwortlichen für den Beschluss, die Wiesenmeisterei zu verkaufen, sollten hinterfragen, warum eine kleine Gemeinde so etwas schafft, Ähnliches aber in der wesentlich größeren Amtsgemeinde Neustadt-Glewe nicht möglich ist.

Blicken wir in die Zukunft. Bleiben Sie der Lewitz erhalten?

Gute Nachricht: selbstverständlich! Ich ziehe sozusagen nur um die Ecke, nämlich nach Garwitz. Der Ort liegt, wie die Wiesenmeisterei, am Rande des Vogelschutzgebietes Lewitz.

Werden sie auch künftig als ehrenamtlicher Lewitz-Ranger tätig sein?

Natürlich, wie auch als Naturführer und Fotograf werde ich meine Arbeit mit voller Hingabe weiterführen. Ich werde weiterhin Naturführungen durch die Lewitz organisieren und begleiten, aber auch durch andere schöne mecklenburgische Landschaften, wie den Ludwigsluster Schlosspark. Als ehrenamtlicher Lewitz-Ranger werde ich weiter Naturschutzwart und Schutzgebietsbetreuer in der Lewitz bleiben, natürlich nur, wenn das die zuständige Naturschutzbehörde möchte.

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