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Sanierung Schloss Ludwigslust Teil 1 : Letzte Pinselstriche im Schloss Ludwigslust

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Der Aufbau der neuen Ausstellung steht kurz vor dem Abschluss. Die Besucher können künftig digital im Zeichenbuch von Friedrich Franz I. blättern.

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 16:55 Uhr

Noch zehn Tage: Der Ostflügel des Ludwigsluster Schlosses wird am 6. März nach umfangreicher Restaurierung wieder eröffnet. SVZ gewährt bis dahin täglich einen Blick hinter die herrschaftliche Fassade.

Mit einem Pinselchen in der Hand liegt Jutta Allmann auf dem Fußboden im Studierkabinett des Ludwigsluster Schlosses. Vorsichtig setzt sie hier und da einen Tupfen auf die Beine eines Konsolentisches, um Ausbrüche in der Fassung zu retuschieren. „Es wird nicht alles perfekt hergestellt, nur so, dass die Fehler nicht ins Auge springen“, erklärt die Gemälderestauratorin des Staatlichen Museums Schwerin. Schließlich sollen ab 6. März wieder Besucher durch den Ostflügel des Schlosses flanieren, um sich ein Bild vom einstigen großherzoglichen Leben und von der großherzoglichen Kunst zu machen.

Einen Raum weiter, im ehemaligen Schlafzimmer des Herzogs, installieren Lukas Kaser und Steffen Blunk von der Firma „iart“ ein Medienboard. „Darauf können die Besucher künftig  im Zeichenbuch von Friedrich Franz I. blättern“, erklärt Schlossleiter Jörg-Peter Krohn, um wenig später ins russische Zimmer gerufen zu werden. Dort muss geklärt werden, ob die Türen offen bleiben oder geschlossen werden, um für die Büsten den richtigen Platz zu finden. In fast allen Räumen des Ostflügels wird noch gewerkelt. Lampen kommen an ihren Platz, Vitrinen werden aufgestellt und Möbel gerückt. Mehr als 20 Mitarbeiter des Staatlichen Museums und von externen Firmen sind damit beschäftigt, den restaurierten Räumen den letzten Schliff zu geben.

Ganz hinten ist das Wohnzimmer eines Gästeapartments schon fertig. Eine schwarz-rot-goldene Papiertapete, die allerdings wie eine Ledertapete aussieht, ziert die Wände. „Ganz nach historischem Vorbild. Dort oben hat der Restaurator ein Befundfenster gelassen“, erklärt Jörg-Peter Krohn und weist auf ein Fleckchen alter Tapete. Im Raum stehen Vitrinen mit kleinen Skulpturen und Büsten aus Elfenbein.

Fertig ist auch die Gemäldegalerie, in der sich zur Wendezeit noch mehrere Büros der Kreisverwaltung und sogar eine Toilette befanden. „Das, was wir jetzt sehen, ist der Zustand von 1800 etwa“, erklärt der Schlossleiter. Viele der Zwischenwände waren schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingezogen worden. An der Wand hängen Gemälde von italienischen und niederländischen Malern, aber auch von Hofmalern wie Matthieu, Suhrlandt oder Findorff. Von Letzterem beispielsweise die Kopie von Oudrys Clara.

Reine Ausstellungsräume, in denen Kunst unterschiedlicher Gattungen wie Miniaturen, Gemälde, Uhren oder Meissener Porzellane präsentiert werden, wechseln sich mit Ausstattungsräumen ab, die – entsprechend möbliert – ein Bild vom Leben am großherzoglichen Hofe vermitteln. Neben dem Goldenen Saal und dem davor gelegenen Gardesaal werden am 6. März insgesamt 18 restaurierte Räume wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vor knapp 30 Jahren, als Jörg-Peter Krohn seine Arbeit im Schloss aufnahm, konnten er und seine Kollegen neben dem Goldenen Saal gerade einmal drei Zimmer und einige Möbel aus den Büros und vom Dachboden für ihre museumspädagogische Arbeit nutzen. „Was jetzt passiert, habe ich mir seit 30 Jahren gewünscht“, sagt er mit Blick auf die Eröffnung. „Dass innerhalb von nur fünf Jahren der gesamte Flügel restauriert wurde, ist einfach toll.“

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