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Restauriertes Körner-Denkmal steht wieder an seinem Platz in Wöbbelin : Leier hat ihre Saiten zurück

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Zum Schluss schraubten Frank Haidan und Ronald Genzler noch das Schwert an und vergoldeten den letzten Bolzen. Das Denkmal Theodor Körners steht wieder auf seinem alten Platz in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin.

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 07:18 Uhr

Wöbbelin | Zum Schluss schraubten sie noch das Schwert an und vergoldeten den letzten Bolzen.

Das Denkmal Theodor Körners steht wieder auf seinem alten Platz in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Gestern montierten Frank Haidan und Ronald Genzler die Platten. Ein Kran setzte schließlich die ca. 80 Kilo schwere Deckelplatte mit der Leier auf die Platten mit den Inschriften. Damit endete die rund dreimonatige Restauration des Denkmals in der Metallwerkstatt & Denkmalpflege von Frank Haidan in Schwerin (SVZ berichtete). Unterstützt wurde Haidan vom Schweriner Unternehmen LG-Metallbau, dessen Chef Ronald Genzler ist.

"Erst Montagabend war ich mir sicher, dass es mit dem Aufbau am Dienstag auch wirklich klappt", verriet ein sichtlich erleichterter Frank Haidan gestern unmittelbar nach der Montage. "Noch am Montag habe ich einzelne Buchstaben nachvergoldet, schließlich die Leier auf der Verdeckelung befestigt", sagt Haidan.

In den vergangenen Monaten hat Frank Haidan eine Kleinarbeit ohnegleichen geleistet. Erst wurde die alte Farbschicht abgestrahlt, dann mussten fehlerhafte Blattornamente abgenommen und nachgegossen werden. Als die neuen Ornamente angebaut waren, begann Frank Haidan mit der Erneuerung der Schrift, aber auch der anderen Flächen, die aus den Platten heraus ragten: unter anderem Kanneluren, Blattornamente und Löwenköpfe. Zum Schluss, nach vielen mühsamen Arbeiten, kam das Schwierigste. Frank Haidan musste alle Buchstaben und Verzierungen vergolden. Dafür verwendete er Rosenobel-Doppelgold von 23 3/4 Karat, reines Blattgold. Als Grundfarbe des Denkmals wählten Ramona Ramsenthaler, die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, sowie Experten der Denkmalpflege novagrau.

Ramona Ramsenthaler freute sich gestern ebenfalls, dass das 199 Jahre alte Denkmal nun wieder an seinem Platz steht. "Jetzt können wir es offiziell, wie geplant, am kommenden Sonnabend anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 200. Todestag Theodor Körners enthüllen."

Frank Haidan hat nicht nur das Denkmal restauriert, sondern auch fehlende Teile nachgegossen. Und die Leier besitzt jetzt wieder Saiten. Die waren vor einigen Jahren gestohlen worden. Haidan verwendete für die neuen Saiten Edelstahl.

Auf die Frage, was denn der schwierigste Teil der Restauration war, antwortete Haidan: "Die Vergoldung der Schriften und Ornamente war eine sehr langwierige und knifflige Angelegenheit. Immerhin sind es über 700 Buchstaben. Aber den spannendsten Moment hatten wir im Mai beim Abbau. Da wussten wir nicht, was unter der Deckelplatte war.

Wäre sie fest mit den Seitenplatten verbunden gewesen, hätten wir das aus Grauguss bestehende Denkmal in einem Stück anheben und für den Transport verladen müssen." Experte Haidan schloss damals für diesen Fall sogar nicht aus, das Denkmal an Ort und Stelle restaurieren zu müssen. Doch bei der Demontage stellte sich heraus, dass die Deckelplatte glücklicherweise nur lose auf den Seitenplatten lag.

Neu ist jetzt auch, dass die Seitenplatten des Denkmals an Winkeleisen befestigt sind, die wiederum im Betonsockel verankert wurden. Früher stand das 1814 aufgestellte Denkmal lose auf dem Sockel, wurde praktisch durch das Gewicht der Deckelplatte an Ort und Stelle gehalten.

Die feierliche Enthüllung des Denkmals am kommenden Sonnabend wird für alle Beteiligten ein besonderes Erlebnis werden. Die Gedenkveranstaltung in Wöbbelin beginnt um 11 Uhr. Zu den Festrednern gehört Wolfgang Schmülling, 1. Stellvertreter des Landrats. Nach der Enthüllung des restaurierten Körner-Denkmals gestalten Mädchen und Jungen der Grundschule Wöbbelin ein Programm. Ab 12.30 Uhr bietet die Grundschule am Dorfgemeinschaftshaus ein Catering, unter anderem mit Bratwurst und selbstgebackenem Kuchen.

Vorführungen und ein kleines Biwak der Interessengemeinschaft "Lützower Freicorps 1813" werden auf dem Sportplatz für alle ein besonderes Erlebnis sein. Parallel dazu gibt es Sonderausstellungen im Rahmen der Schülerprojekte zum Thema "Theodor Körner - ein Held!?" Den Abschluss des Tages bildet ab 15 Uhr ein Konzert des Rastower Chores.

Noch ein Tipp zu zwei weiteren Veranstaltungen anlässlich des Körner-Gedenkens: Eintrittskarten zu dem literarisch-musikalischen Programm "Das war ich - Dichter, Liebender und Schwarzer Jäger" des Landestheaters Parchim (Freitag 19 Uhr, Zebef in Ludwigslust) und für das Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters (Sonntag 15 Uhr, Stadthalle Ludwigslust) gibt es am morgigen Donnerstag ab 10 Uhr auch auf dem traditionellen Markttag in Ludwigslust auf dem Alexandrinenplatz.

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