Wöbbelin : Lehrer holen sich Rat in Brüel

Im zum Bienenwagen umgebauten Bauwagen gibt Rita Klammer (r.) den Gästen aus Wöbbelin weitere Tipps.
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Im zum Bienenwagen umgebauten Bauwagen gibt Rita Klammer (r.) den Gästen aus Wöbbelin weitere Tipps.

Kneipp-Schule will Biene zum Thema machen und von Erfahrungen des Imkervereins profitieren

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19. März 2014, 14:09 Uhr

Eine Kneipp-Schule sind sie schon, seit dem 1. Juni 2012 und somit die erste anerkannte in Mecklenburg-Vorpommern, sagt Jana Podlipnik, Schulleiterin der Theodor-Körner-Grundschule in Wöbbelin. Gesundheit und Bewegung werde bei ihnen groß geschrieben. Im vergangenen Jahr drehte sich vieles um den Apfel, jetzt habe man die Biene im Blickfeld, sagt sie und erzählt von der Arbeitsgruppe „Biene“ und der Idee, ein eigenes Volk anzuschaffen und eigenen Honig zu produzieren. Und wo finde man dafür bessere Unterstützung als beim Sternberger Imkerverein und in Person bei Rita Klammer?

Podlipnik war mit weiteren Lehrerinnen und einer Elternvertreterin an einem Nachmittag in der Brüeler Imkerschule zu Gast. „Ich finde es spannend, dass es eine Initiative im Altkreis Parchim gibt, die ihre Fortsetzung im Altkreis Ludwigslust findet“, freut sich Rita Klammer, die sich „als Imkerin, aber mehr als Bienenhüterin versteht“.

Vorhaben gibt es an der Wöbbeliner Grundschule einige: Eine Streuobstwiese soll auch Bienenweide werden, ein Bauwagen zum Bienenwagen. Zur AG „Biene“ wird eine weitere Arbeitsgruppe „Junge Imker“ hinzukommen, Flächen sollen bunter gestaltet werden mit Pflanzen, die für Bienen gut sind. Innerhalb der Sport- und Gesundheitswoche an der Schule wird ebenfalls die Biene im Vordergrund stehen...

„Kinder sind die besten Multiplikatoren“, weiß Klammer. Sich mit der Biene zu beschäftigen, das könne man schon im Kindergartenalter, am besten funktioniere das aber mit Grundschülern. Ihre Empfehlung: „Aber keine wissenschaftliche Aufbereitung!“ In Brüel habe sie in der Lehrerin Sylke Völzow eine gute Mitstreiterin gefunden. „Rita Klammer kam in die Schule und wollte was machen“, erinnert Völzow. Innerhalb des Wahlpflichtunterrichts konnten sich Schüler ab der fünften Klasse dann für „Junge Imker“ entscheiden. Inzwischen gebe es mindestens drei Tage im Schuljahr an der Regionalen Schule, an denen sich die Mädchen und Jungen mit Umwelt, gesunder Ernährung und gesunder Lebensweise beschäftigen und Bienen auch fachübergreifend Thema sind. Aber, so machte Sylke Völzow auch deutlich: „Es dauert.“

Das kann in dieser Gesprächsrunde auch der Brüeler Bürgermeister Jürgen Goldberg unterstreichen. „Man braucht Leute, die mit sehr viel Elan dabei sind und die nach Wegen suchen. Durch das Zusammenwirken mit dem Imkerverein pflanzen wir nur noch bienenfreundliche Bäume und überlegen, ob eine Fläche einfach nur grün belassen oder dort auch gepflanzt wird“, so Goldberg. Und wo möglich, beteiligt sich die Stadt an Projekten mit einem Eigenanteil, wie bei dem Abenteuer-Erlebnis-Spielplatz am Roten See.

Die innerhalb eines Workcamps von Studenten in die Erde gesetzten 10 000 Krokusse haben auch eine gute Außenwirkung ebenso wie die von Schülern der Brüeler Imkerklasse bepflanzten Baumscheiben. Und die sei sehr wichtig, gibt Rita Klammer den Wöbbelinern mit auf den Weg. „Wenn man etwas mit Schülern macht, muss man das auch im Ort sehen. Weil das dann sehr wertgeschätzt wird.“

Ein schuleigenes Bienenvolk betreffend, merkt sie allerdings an, „dass dies auch in den Schulferien bewirtschaftet werden muss. Man braucht dann einen Imker, im Idealfall einen Lehrer oder ein Elternteil.“ Um intensiver in die Thematik einzusteigen, empfiehlt Klammer denn auch Weiterbildungsmodule für Lehrer und entsprechende Fachliteratur.


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