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Ludwigslust : LED-Beleuchtung erhitzt Gemüter in Techentin

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Anwohner befürchten trotz zugesagter Fördermittel vom Land finanzielle Belastung durch Ausbaubeiträge

Selten war eine Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr in Ludwigslust so gut besucht wie am Donnerstagabend. Einwohner aus Techentin waren zahlreich erschienen, geht es doch um den Ausbau mit LED-Beleuchtung in der Rosenstraße, im Uhlenhorst und in der westlichen Schloßfreiheit, Eichenallee (Ludwigslust), Büdnerstraße, Mühlenstraße (Ludwigslust), Neue Torstraße und im Bereich Forstweg und Reiterweg.

Da bewegt die Einwohner des Ludwigsluster Ortsteils vor allem, was wohl an Kosten auf sie zukomme. An Ausschussmitglied Dirk Friedriszik, der auch in Techentin wohnt, hatten Einwohner im Vorfeld einen Brief übergeben, in dem die Techentiner der Stadt einige für sie ganz entscheidende Fragen stellen. „Am 14. April erfuhren wir aus der Zeitung, dass Techentin in einigen Straßen neue Straßenlampen bekommen soll. Warum kann man mit uns nicht vorher über das Vorhaben sprechen? Laut Zeitungsartikel fällt der Beitrag wegen der Fördermittel nicht so hoch aus. Was heißt das? Sind es 100 Euro, 1000 Euro oder wird es wieder nach Grundstücksgröße berechnet, was wir sehr ungerecht finden? Bei denen, die ein größeres Grundstück haben, fällt auch nicht mehr Licht auf die Straße oder das Gehöft. Was müssen wir noch alles bezahlen? Da haben wir erst mehrere Tausend Euro für eine Abwasserleitung bezahlt, die schon 30 Jahre in der Erde liegt. Von diesen Ausgaben haben wir uns immer noch nicht erholt. Jetzt kommen die Straßenlaternen, wo die Stadt die Einsparungen kassiert und wir mit leeren Händen dastehen. Und in zwei oder drei Jahren werden dann die Straßen neu gemacht, wo wir dann wieder zur Kasse gebeten werden“, heißt es in dem Schreiben weiter.

So wollten die Anwohner genau wissen: Welche Kosten kommen auf die Anlieger zu, wer hat das veranlasst und warum erfolgt der Ausbau der LED-Lampen bis zur Bahn?

Jens Gröger, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Tiefbau, ging gleich auf den letzten Teil der Frage ein und nahm Bezug auf eine Einwohnerversammlung in Techentin vor zwei Jahren. In dieser hatten sich viele Bürger dafür ausgesprochen, die Beleuchtung bis zum ehemaligen Bahngleis zu installieren, um dem Sicherheitsbedürfnis besonders für Radfahrer gerecht zu werden. „An solche Vorhaben wie den LED-Ausbau sind wir nicht ohne eine konzeptionelle Planung herangegangen. Die Unterhaltungskosten für Straßenbeleuchtung in Techentin sind besonders hoch. Eine Firma ist von der Stadt beauftragt worden, die 80 bis 90 Prozent ihres Volumens dafür einsetzt, die Reparaturanforderungen zu bearbeiten“, so der Fachbereichsleiter. Es sei notwendig, im Sinne von Kostenersparnis die aus den 60er-Jahren stammende Beleuchtung zu erneuern. Zudem seien die Leuchtenabstände zu hoch, ein Abstand unter 40 Metern sei optimal. „Es werden jetzt also mehr Leuchten aufgestellt, als jetzt vorhanden“, sagte Jens Gröger an die Einwohner gewandt. „Warum muss man denn die Anzahl der Lampen erhöhen, wenn irgendwann mal jede zweite abgeschaltet wird?“, kam ein Einwurf aus der Runde der Techentiner. Eine Abschaltung, so Jens Gröger, gebe es bei LED-Beleuchtung nicht. Es brennt jede Lampe, das ist effektiver und ökonomischer, als jede zweite abzuschalten.

Wie der Fachbereichsleiter weiter ausführte, gehe es jetzt an den Ausbau in der Rosenstraße in der 2. Fortschreibung des Gemeindestraßenausbauplans der Stadt Ludwigslust. Was die Kosten betrifft, so erfolgt die Berechnung der Anliegerbeiträge nach Grundstücksgröße, ausgehend von der Straßenausbaubeitragssatzung aus dem Jahr 2002. Neben der Grundstücksgröße seien u.a. aber auch Geschossigkeit und gewerbliche Nutzung von Gebäuden Kriterien der Berechnung. „Wir gehen mit einem gewissen Augenmaß an die Planungen, ich kann auch alle Argumente Ihrerseits verstehen“, so Jens Gröger. „Aber es ist auch unser Ansinnen als Verwaltung und Stadtvertretung, die Lebensqualität in Ludwigslust weiter zu erhöhen.“ Ein Techentiner Bürger brachte es aus seiner Sicht auf den Punkt: „Ich als Anwohner habe kein Bedürfnis, diese Straßenbeleuchtung zu erneuern. Nutznießer ist die Stadt.“ Bürgermeister Reinhard Mach warb für dieses Projekt, in dem er sagte, wir alle sind die Stadt, wir alle haben etwas davon. „Wenn wir weniger Kosten haben, dann gibt es auch die Möglichkeit, sich als Stadt weiterzuentwickeln. Lebensqualität heißt auch, dass es z.B. auch kulturelle Angebote gibt. Deswegen sind wir auch als Stadt bestrebt, die Maßnahme so wirtschaftlich wie möglich umzusetzen.“

Die Ausschreibung für die Baumaßnahme erfolgt dann, wenn der Fördermittelbescheid vorliegt und feststeht, in welcher Höhe die Fördermittel fließen. In den nächsten acht bis zwölf Wochen werde eine Datenabfrage erfolgen, so Jens Gröger, bezogen auf die einzelnen Grundstücke kann dann ein kalkulatorischer Beitragssatz ermittelt werden. Uwe Langmaack unterbreitete den Vorschlag, dann einen neuen Gesprächstermin mit den Bürgern zu vereinbaren. „Ich bin gerne bereit, eine Beratung zu machen, wenn ich die genauen Zahlen zum Ausbaubeitrag erhalte “, so Jens Gröger, der als Zeitpunkt den Juli oder August nannte.

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erstellt am 13.Mai.2016 | 17:00 Uhr

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