Landwirtschaft : Lebensmittel aus der Region

Das Kalb ist gerade einmal 24 Stunden alt.
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Das Kalb ist gerade einmal 24 Stunden alt.

Die Agrargenossenschaft Brunow zählt 450 Milchkühe, betreibt Ackerbau und Schweinemast / Bauernmarkt wird 10 Jahre alt

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05. März 2015, 07:00 Uhr

Gerade einmal 24 Stunden ist das Kälbchen alt, das im Stall der Agrargenossenschaft Brunow im Stroh liegt. Die Mutter des Neugeborenen ist nur einen Meter durch einen Zaun entfernt und kann sich so erst einmal von der Geburt erholen. „Das Kalb wird anschließend 14 Tage in einem Einzelstall aufgezogen, bis es dann in eine Gruppe Gleichaltriger kommt“, sagt Helge Dieckmann, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Brunow eG. Erst wenn das Jungtier selbst Kälber geboren hat, wird es auch Milch geben. „Das ist ungefähr nach zwei Jahren der Fall“, so Dieckmann weiter. Dann gibt eine Kuh circa 25 bis 30 Liter Milch am Tag.

Die Milch ist der wichtigste Betriebszweig der Agrargenossenschaft Brunow. 450 Milchkühe zählt der Betrieb und jährlich knapp 400 Kälber. Die Milch wird von der Agrargenossenschaft über den Handel an die Molkerei verkauft. „In unserem Bauernmarkt können wir die Milch nicht vertreiben, weil diese ohne Vorbehandlung nach zwei Tagen sauer wird. Außerdem fehlt die Nachfrage nach diesem Produkt“, sagt Dieckmann.
Neben der Milchproduktion wird auch Ackerbau und Schweinemast mit 1800 Stallplätzen betrieben. Dabei wird zum einen der natürliche Kreislauf sichergestellt, in dem die Tiere beispielsweise mit dem eigens angebauten Mais gefüttert werden. Zum anderen werden die Abfallprodukte, wie z.B. Gülle, in einer eigenen Biogasanlage zu Strom und Wärme weiterverwertet sowie als Düngemittel auf den Feldern eingesetzt. „Die Einhaltung des natürlichen Kreislaufes ist das Wichtigste für uns als Landwirtschaftsbetrieb“, sagt Dieckmann.

Raps, Getreide und Zuckerrüben werden zudem produziert und an den Handel verkauft. Aber auch im Bauernmarkt der Agrargenossenschaft in Brunow werden Produkte aus eigener Herstellung angeboten. Dort können neben regionalen Speisekartoffeln unter anderem auch Getreide für Kleintiere oder Honig aus der näheren Umgebung gekauft werden. Der Renner im Bauernmarkt sei aber der Verkauf des Schweinefleisches, das von einem Schlachter aus der Region zu frischer Mettwurst, Jagdwurst, Schinken oder auch Sülze verarbeitet wird. „Unser Frischfleischverkauf findet am jeden ersten Donnerstag im Monat statt und wird gut angenommen“, sagt Dieckmann. Die frischen Fleisch- und Wurstwaren müssen nicht durch Konservierungsstoffe und andere Zusatzstoffe haltbar gemacht werden. Zudem entfallen die langen Transportwege, betont Dieckmann.

Der Bauernmarkt wird von den Menschen aus der näheren Umgebung gut angenommen: „Im April feiern wir unser zehnjähriges Bestehen“, so Ute Kolbe, Chefin des Brunower Bauernmarktes. Die Produktpalette habe sich von Jahr zu Jahr erweitert und aufgrund der großen Nachfrage sei ab nächster Woche auch wieder Sanddorn im Sortiment, verrät Kolbe. „Das Besondere an unserem Bauernmarkt sind neben den regionalen Produkten auch die Gespräche mit der Kundschaft, die in einem großen Supermarkt so nicht geführt werden“, sagt Kolbe. Durch das Mittags- sowie Kaffeeangebot, werde der Bauernmarkt auch oft als Treffpunkt genutzt.

„Leider kaufen trotzdem noch viele Verbraucher nur über den Preis“, sagt Helge Dieckmann und weist daraufhin, dass seine Produkte zeitnah zubereitet und frisch angeboten werden. „Wir würden uns eine größere Wertschätzung von den Menschen wünschen“, sagt er. „Für gute und regionale Produkte müsste auch bei den Menschen die Bereitschaft steigen, mehr Geld auszugeben“, so Dieckmann abschließend.

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