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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 15:18 Uhr

Wöbbelin : Lautstarkes Signal für Toleranz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mehr als 200 Motorradfahrer auf großer Polittour durch den Landkreis

von
erstellt am 11.Mai.2015 | 07:37 Uhr

Kranzniederlegungen und Gedenken an die Opfer von Krieg und Vertreibung gab es in diesen Tagen viele. Doch die Truppe von fast 300 Leuten, die sich da am vergangenen Sonnabend vor der Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Außenlagers in Wöbbelin versammelte, die war schon außergewöhnlich. In Lederkluft, teils in Regensachen, die Helme in der Hand und in Motorradstiefeln standen die Fahrer stumm, um sich der Opfer zu erinnern. Ramona Ramsenthaler, die Leiterin der Gedenkstätten, fand in ihrem kurzen Vortrag eindrucksvolle Worte, um an die besondere Tragik des Außenlagers des KZ Neuengamme zu erinnern. Während Auschwitz schon befreit war, wurde Wöbbelin erst aufgebaut, wurde sinnlos weitergestorben.


Landrat im Trike an der Spitze


Begonnen hatte die 15. Auflage „Sternfahrt für Demokratie und Toleranz“ kurz zuvor am Ludwigsluster Lindencenter. Wobei Rundtour eigentlich der richtigere Begriff gewesen wäre. Unter der Führung von Landrat Rolf Christiansen, der im Trike vorne weg fuhr, versammelten sich Motorradfahrer aus dem ganzen Kreis, der Region sowie aus dem Partnerkreis Borken, um auf besondere Art zu werben. Aufmerksamkeit erregte die Kolonne unterwegs fast in jedem Dorf oder in jeder Stadt, dafür war das Dröhnen der Motoren unüberhörbar.

Wie immer gut organisiert und durch die begleitenden Polizeistreifen geradezu vorbildlich abgesichert machte sich der Tross über die Lewitz auf den Weg in die verregnete Landeshauptstadt. Nach langer Pause und mit abtrocknenden Straßen zog der Pulk weiter über Gadebusch, Kneese Richtung Zarrentin. Unterwegs konnte der Landrat so eines der wichtigsten Bauprojekte, die Kreisstraße 10, persönlich in Augenschein nehmen. Nach der Begrüßung durch die komplette politische Führung Zarrentins am Kloster und einer Rast machte sich der Tross, der unterwegs kaum Mitstreiter verlor, weiter auf nach Wittenburg und schließlich Hagenow. Es waren beschwerliche und schöne 170 Kilometer, vor allem aber war es ein unüberhörbares Signal im Kreis für mehr Toleranz im gemeinsamen Zusammenleben.

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