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Umstrukturierung : Langjährige Mitarbeiter entlassen

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Ein wirtschaftlicher Einschnitt vollzieht sich im Unternehmen Goldschmidt Frischkäse in Kummer. Zukünftig erfolgt die Käseproduktion vermehrt industriell. Sechs Mitarbeiter müssen den Betrieb verlassen.

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erstellt am 01.Nov.2011 | 07:54 Uhr

Kummer | Ein wirtschaftlicher Einschnitt vollzieht sich im Unternehmen Goldschmidt Frischkäse in Kummer. Dort in der Karl-Marx-Straße 4 soll das unternehmerische Augenmerk zukünftig vermehrt auf industrielle Käseproduktion gelegt werden. Geschäftsführerin Rita Fröhlich sieht diesen Schritt als wirtschaftlich erforderlich, betrieblich umsetzbar und sozial als verträglich an. Eine erste Folge dieser neuen Firmenstrategie: Gleich sechs Mitarbeiter der insgesamt 18 Beschäftigten müssen den Betrieb verlassen. "Entlassungen im gegenseitigen Einvernehmen", lautete die Auskunft der Firmenchefin .

Der Schritt Personal zu reduzieren, kommt nicht von ungefähr, ist den Ausführungen der Geschäftsführerin zu entnehmen. Der Milchmarkt sei aufgeteilt, die Preise für das weiße Gold extrem taxiert und alle Verarbeitungsmaterialien einschließlich Verpackung stiegen vom finanziellen Aufwand her kontinuierlich in die Höhe. Wenn dann die Personaldecke auch noch durch stetige Schwankungen zur schwer kalkulierbaren Größe anschwelle, dann wirke sich das in der Gesamtheit entsprechend belastend auf das Unternehmen aus, umriss Rita Fröhlich die derzeitige Situation des Unternehmens, das als Hauptabnehmer den Unternehmensriesen Rotkäppchen und beide am Markt führenden Netto-Discounter bedient.

Der bereits seit einiger Zeit intern beschrittene Weg zu einer strafferen Unternehmensphilosophie soll Schritt für Schritt wohl bis zur zweiten Jahreshälfte 2012 umgesetzt werden, skizziert die 53-jährige Unternehmerin, die den im Jahre 1933 von Ernst Goldschmidt gegründeten Familienbetrieb von ihrer Mutter Ruth Schlüter im Jahre 1999 übernommen hat. Für Goldschmidt Frischkäse ist Rita Fröhlich alleinverantwortlich und erfolgreich geschäftig am Frischkäsemarkt unterwegs. Jedoch die insgesamt 35 Erzeugnisse von Ziegen- und Kuhmilch aus eigenem Hause mit Gewinn an potenzielle Abnehmer zu bringen, das verlange immer mehr Energie und Synergieeffekte.

"Es ist auch eine Anerkennung des Miteinanders, dass es bei den sechs Entlassungen der langjährigen Mitarbeiter zu keinem einzigen Rechtsstreit gekommen ist", urteilt die Unternehmerin. Doch der Schnitt in die Personaldecke sei unvermeidbar. Wohl mit ausschlaggebend kann für die Entlassungen angenommen werden, dass im Käsewerk Kummer auch Leiharbeitskräfte in der Produktion eingesetzt würden. Und die arbeiteten hochproduktiv, seien leistungsbereit und hinterlassen wenig Ausfallzeiten, wie es im Gespräch mit Rita Fröhlich herauszuhören war.

Der Kummeraner Produzent von Erzeugnissen aus Frischkäse stehe derzeit auf wirtschaftlich gesunden Fundamenten. Die handwerkliche Tradition bei der Herstellung von Lebensmitteln habe sich bislang positiv auf die Firmengeschichte niedergeschlagen, meint die Firmenchefin des Familienunternehmens in dritter Generation. Fröhlichs Blick in die Zukunft: Es werde eine Domäne von Branchenriesen werden, solche Delikatessen wie Käsesteaks oder Frischkäsetörtchen und -pralinen dem Verbraucher anzubieten. Kleinbetriebe, wie die Kummeraner Spezialisten werden nach den Aussagen von Chefin Fröhlich gezwungen sein, verstärkt auf industrielle Produktionslinien zu wechseln, um wirtschaftlich überleben zu können.

Nicht allein die Reduzierung von Arbeitskraft solle zu einem Überleben des Kleinbetriebes beitragen. Die Produktionsbereiche wurden teilweise bereits den künftigen Erfordernissen angepasst oder sollen schon bald entsprechend eingerichtet werden. Wie schnell auf Marktveränderungen reagiert werden müsse, könne auch daraus ersehen werden, dass das Käsewerk erst im Jahre 2000 umfangreich modernisiert wurde. Die Globalisierung schreite auch auf dem Milch- und Käsemarkt kontinuierlich und immer raumgreifender voran. Die Luft werde überall enger, meint Rita Fröhlich.

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