Langfingern keine Chance

Alle Jahre wieder derselbe Stress, dieselbe Vorfreude, aber auch dieselben Kniffe der Ganoven beim vorweihnachtlichen Einkaufsbummel. Damit die Geschenke auch unter dem richtigen Christbaum landen, müssen die Augen offen, aber auch die Taschen verschlossen bleiben. Pünktlich zur Weihnachtsmarkt-Saison gibt die Ludwigsluster Polizei deshalb Tipps, wie Sie sich vor Taschendieben schützen können. Gerade im dichten Gedrängel, das an Glühweinbuden und anderen Ständen herrscht, schlagen die dreisten Langfinger gerne mal zu.

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05. Dezember 2008, 06:28 Uhr

Wer möchte im allgemeinen Trubel der Weihnachtseinkäufe jedem unvorsichtigen Rempler eine böse Absicht unterstellen? Nicht jeder Mitmensch, der seinen Glühwein ohne gastronomisches Talent über den weihnachtlichen Markt trägt und dabei kleckert, führt Diebisches im Schilde. Dennoch ist es die Zeit der Ganoven, Gaukler und Taschendiebe, die es zu allem Überfluss durch die Unachtsamkeit ihrer Opfer auch noch leicht gemacht bekommen.

Taschendiebe nutzen gern das Gedränge aus„Besonders in der Weihnachtszeit ist das Gedränge in Kaufhäusern, an Bahnhöfen oder in der Fußgängerzone groß. Die Menschen wollen noch schnell letzte Einkäufe vor dem Fest erledigen oder dem Weihnachtsmarkt einen Besuch abstatten. Taschendiebe nutzen das Gedränge und die Hast aus, um Brieftaschen, Geldbörsen oder Handys aus Handtaschen oder der Bekleidung der arglosen Opfer zu stehlen“, weiß Uwe Oertel. Leiter der hiesigen Polizeiinspektion. Beliebte Orte der Eingriffe in fremde Taschen seien überfüllte Plätze wie Kaufhäuser, Bushaltestellen, Weihnachtsmärkte, öffentliche Verkehrsmittel und Großveranstaltungen. Besonders beliebt im Milieu sei der so genannte „Rempel-Trick“, erklärt der Polizeioberrat, wobei der Täter unachtsamen Passanten während des vermeintlich zufälligen Anstoßens in die Taschen greife.
„Das bewusste Bekleckern mit dem sofortigen Versuch, die Kleidung des Betroffenen zu säubern, dient als Ablenkung, um dem Opfer Wertvolles zu entwenden. Ich mahne zu besonderer Vorsicht, wenn allzu hektisch an der eigenen Kleidung genestelt wird. Besser ist es, höflich das Angebot abzuweisen und die Kleidung selbst zu reinigen“, rät Uwe Oertel.

Bei Wechselgeld-Fragern besonders wachsam seinAuch die Frage auf offener Straße nach passendem Wechselgeld könne den Diebstahl der gesamten Börse, oder doch zumindest der Geldscheine zur Absicht haben. „Nicht selten wird gleich die gesamte Handtasche gestohlen, indem die Täter im dichten Getümmel mit einem scharfen Messer blitzschnell die Träger durchtrennen und fliehen. Daher empfiehlt es sich, die Tasche eng am Körper zu halten und nicht aus den Augen zu lassen.“ Das Fragen nach dem Weg, das Vorhalten eines Stadtplans, das Anstecken einer Blume oder eine Umarmung seien überdies beliebte Tricks von Taschendieben, die meist in Teams vorgehen. Dabei bieten große Menschenmengen den Tätern den besten Schutz.
Die Adventszeit sei zu schön und zu besinnlich, um sie sich durch beständige Gedanken an mögliche Missetaten zu verderben. Dennoch warnt Oertel davor, sich allzu leichtsinnig durchs weihnachtliche Gewühl der Innenstädte zu bewegen.
Oertel: „Mantel- und Jackentaschen sollten stets verschlossen, das Portemonnaie, wenn möglich, in der Innentasche verstaut sein und letztlich immer ein kritischer Blick auf zufällig wirkenden Zusammenstößen liegen.“ Dann werde auch das „Alle Jahre wieder“ nicht zum Freudenfest der Kleinkriminellen.
NÜTZLICHE TIPPS DER POLIZEI:
Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie benötigen. Bieten Sie Fremden beim Bezahlen keinen Einblick in Ihre Geldbörse oder Brieftasche. Seien Sie in jedem Gedränge aufmerksam und achten Sie ganz bewusst auf Taschendiebe. Tragen Sie Geld, EC-Karten, Kreditkarten, Handys, Schlüssel und Papiere stets in verschlossenen Innentaschen der Kleidung dicht am Körper und verschließen Sie diese Kleidung. Benutzen Sie Brustbeutel, Gürteltasche oder Geldgürtel zur Aufbewahrung Ihrer Wertsachen. Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder unter den Arm geklemmt.
Stellen Sie niemals Ihre Handtasche im Restaurant, im Laden, im Kaufhaus oder bei Anproben unbeaufsichtigt ab.
Hängen Sie Ihre Handtasche nie an eine Stuhllehne. Legen Sie beim Einkaufen Ihre Geldbörse nie oben in die Einkaufstasche oder den Einkaufswagen.
Wer irgendetwas Verdächtiges beobachtet, sollte sich unverzüglich bei der Polizei melden.
Ganz wichtig ist es, am Geldautomaten auf Diskretion zu achten und nötigenfalls den Hintermann freundlich auf den nötigen Abstand aufmerksam zu machen. Findige Ganoven schauen unbemerkt bei der Eingabe der Geheimnummer über die Schulter und bemächtigen sich anschließend der Karte, um so ganz in Ruhe das Konto plündern zu können.

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