Dreenkrögen : Landwirt Tacke liebt es bunt

Auf dreieinhalb Hektar zwischen Bundesstraße und Autobahn sind Gladiolen und Sonnenblumen die ungekrönten Königinnen

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29. Juli 2015, 07:00 Uhr

Es ist ein Farbtupfer zwischen Bundesstraße B 106 und Autobahn A 24. Dreieinhalb Hektar macht das große Blumenfeld aus. Davor steht ein kleines Kassenhäuschen. Landwirt Aloys Tacke aus Neu Schlagsdorf am Schweriner See bietet hier Blumen zum Selbstschneiden an. „Der Standort ist neu. Im April haben wir hier angefangen“, so der 48-Jährige.

Ein Schild an der Auffahrt weist auf die Stars hin, die hier prächtig gedeihen – Gladiolen. Es sind aber nicht die einzigen Gewächse, die hier auf ihre Interessenten warten. Sonnenblumen wachsen hier, außerdem Ringelblumen, Öllein, Phacelia und Lupinen stehen auf dem Feld als bunter Gründünger.

Gladiolen und Sonnenblumen sind die Königinnen auf dem Feld, wachsen hier in mehreren Sätzen, das heißt, zwischen ihnen liegen jeweils zwei, drei Wochen. „Ich hab das Feld ein bisschen überdimensioniert angelegt, damit ich bis an die Autobahn komme und man die Blumen von dort aus sehen kann“, so der Landwirt. In der Hoffnung, dass langfristig Autofahrer als Zwischenstopp die Ausfahrt Wöbbelin nehmen, um sich hier mit Blumen zu versorgen.

Aloys Tacke ist Landwirt mit Leib und Seele. Der Emsländer ist auf einem Bauernhof groß geworden. Eigentlich hätte er einen Betrieb übernehmen sollen, das hat aber dann wegen unterschiedlicher Auffassungen nicht geklappt. Also kam Tacke in den Osten und fing vor 24 Jahren neu an – „mit weniger als nichts“, wie er sagt. Aber Tacke hat angepackt und auch privat sein Glück gefunden. „Meine Frau ist aus Wismar. Was sind meine Kinder denn eigentlich? Wossis?“ Tacke lacht über das ganze Gesicht.

Auf sechs Standorten quer durch ganz Westmecklenburg bietet er seine Blumen an. „Das mit den Gladiolen machen wir seit 18 Jahren.“ Diese Felder seien zum wesentlichen Wirtschaftszweig seines Betriebes geworden, erklärt er. Und er ist stolz auf das Erreichte.

„Das Grundprinzip ist auf allen Feldern das Gleiche. Hier auf diesem Standort war mir wichtig, genügend Platz für Gründüngung zu haben. Und dass es dabei möglichst bunt aussieht“, so Tacke.

Von der so genannten „Kasse des Vertrauens“ ist er übrigens abgegangen. „Es hat mich angek…, dass die ehrlichen Leute den Diebstahl der anderen mitbezahlen. Außerdem fehlte mir die Kommunikation. So, wie es jetzt ist, kostet es zwar mehr, aber man kommt mit den Kunden ins Gespräch. Und wer nicht so gut zu Fuß ist, kriegt seinen Strauß vorn“, sagt Tacke.

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