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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 10:36 Uhr

Ludwigslust : Landkreis lässt Bildung managen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gestern Bildungskonferenz zum Start einer dreijährigen Projektphase – Bund finanziert zwei Mitarbeiter für Monitoring und Management

von
erstellt am 02.Mär.2017 | 11:55 Uhr

„Das ist ein guter Tag für unseren Landkreis“, sagte gestern Gleichstellungsbeauftragte Heidrun Dräger zum Auftakt der ersten Bildungskonferenz. „Hier und heute legen wir den Grundstein für kommunales Bildungsmanagement.“ Im vergangenen Jahr hatte der Landkreis bundesweit als einer von 30 Bewerbern den Zuschlag für das aus dem Europäischen Sozialfonds finanzierte Projekt „Bildung integriert“ erhalten. Ziel des auf drei Jahre angelegten Projektes sei es, Bildungsangebote im Landkreis zu bündeln und mögliche Lücken ausfindig zu machen. Dafür beschäftigt der Landkreis zwei neue Mitarbeiter: die Bildungsmonitorerin Sophie Wichmann und die Bildungsmanagerin Denise Betker. „Ich sehe mich als Klammer für alle Vorhaben in Sachen Bildung“, sagt Denise Betker auf der Konferenz. Sie möchte nicht nur die Angebote im Landkreis besser vernetzen, sondern vor allem die Akteure dazu bewegen, sich aktiv zu beteiligen. Kommunale Bildungsmanager sollen Behörden, Vereine, Weiterbildungsanbieter, Volkshochschulen oder Stiftungen zusammenführen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Zum Beispiel für leichtere Übergänge von der Kindertagesstätte in die Schule oder von der Schule in den Beruf. Genau um diese beiden Themenschwerpunkte ging es auch gestern auf der Konferenz.

Die Resonanz war groß. Mehr als 100 Vertreter von Bildungsträgern, Regionalen Schulen, Kitas, Kommunen, der Handwerkskammer und der IHK kamen ins Landratsamt. „Netzwerkarbeit ist das A und O“, sagt Detlef Postler, der für die Lebenshilfewerk Hagenow gGmbH da war. „Und es ist gut, dass auch wir dabei berücksichtigt werden.“ Besucher Gerd Laudon, Stadtvertreter in Ludwigslust und Mitglied im kreislichen Bildungsausschuss, verließ die Konferenz am Mittag nach den ersten Vorträgen ein wenig enttäuscht. „Die Zahlen und Fakten, die ich hier gehört habe, sind allgemein bekannt. Ich erwarte mehr Inhalte und Antworten. Zum Beispiel auf die Frage: Was wird in den Kindergärten heute getan, um die Kinder gut auf den Wechsel in die Schule vorzubereiten?“

Diskutiert wurde Laudons Frage dann doch noch – am Nachmittag an einem der Thementische zu „Frühkindliche Bildung“ und „Übergang Schule-Beruf“. Für diese beiden Schwerpunkte habe man sich entschieden, weil es die größten Brennpunkte im Landkreis seien, so Heidrun Dräger. Immer häufiger würden Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung zurückgestellt. Die Zahl der Schulabbrecher sei zwar leicht rückläufig – aber immer noch zu hoch. Mit dem Bildungsmonitoring wolle man nun nicht nur Zahlen für Statistiken erfassen, sondern auch die Gründe für Abbrüche von Ausbildung und Schule. Erste Ergebnisse der Arbeiten sollen in einem Bildungsbericht veröffentlicht werden. Spätestens zum Ausklang der dreijährigen Projektphase 2019 soll es wieder eine Bildungskonferenz geben.

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