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Ludwigsluster Tageblatt

17. Oktober 2017 | 08:00 Uhr

Vielank : Landkreis klotzt beim Straßenbau

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Anfang September beginnen in Vielank und Pampow die Bauarbeiten. Sonderbedarfszuweisung für Pampower Vorhaben bewilligt

von
erstellt am 16.Aug.2017 | 16:59 Uhr

Das Warten hat ein Ende. Nach jahrelangem Ringen wird die Ortsdurchfahrt Vielank der Kreisstraße 32 endlich ausgebaut. „Der Auftrag ist vergeben, die Bauarbeiten sollen Anfang September beginnen“, erklärte Hans-Georg Zwang, der zuständige Fachdienstleiter in der Kreisverwaltung.

Geplant ist der Vollausbau der Straße. „Das Kopfsteinpflaster kommt raus, ein neuer Unterbau sowie eine Asphalttrag- und -deckschicht hinein“, erklärte Hans-Georg Zwang. Rund 560 000 Euro hat der Landkreis als Straßenbaulastträger für das Vorhaben, das bis Ende Dezember realisiert sein soll, eingeplant. Dabei kann er rund 337 000 Euro Fördermittel nutzen, die über die Kommunale Straßenbaurichtlinie MV gewährt werden. Die Gemeinde ist mit dem Bau des neuen Gehweges beteiligt.

Die Ortsdurchfahrt Vielank ist längst nicht das einzige Straßenbauprojekt des Landkreises in diesem Jahr. „Insgesamt investieren wir 2017 rund 3,3 Millionen Euro an Eigenmitteln in den Ausbau von Straßen und Brücken“, erklärte Hans-Georg Zwang. Damit bewege man sich in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Deutlich gestiegen sind dagegen die Mittel, die für die Unterhaltung von Straßen und Brücken eingesetzt werden – von knapp 1,5 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt 2,7 Millionen Euro.

Für ein weiteres Vorhaben – den Ausbau der Pampower Ortsdurchfahrt der Kreisstraße 62 – wurde dem Landkreis am Dienstagabend eine besondere Zuwendung zuteil. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) überreichte an Landrat Rolf Christiansen einen Zuwendungsbescheid über eine Sonderbedarfszuweisung von rund 82 000 Euro. „Aus diesem Topf werden selten Straßen mitfinanziert, sondern eher Investitionen in Feuerwehren, Kindertagesstätten oder Schulen“, betonte der Minister bei der Übergabe im Ludwigsluster Kreistagssaal. Landrat Christiansen freute es: „Gemeinden können größere Investitionen nicht allein bewältigen, und dem Kreis geht es nicht anders“, sagte er. Immerhin befinden sich knapp 1000 Kilometer Straßen und rund 80 Brücken in Zuständigkeit seines Landkreises.

In Pampow soll im ersten Bauabschnitt die Bahnhofstraße zwischen der Abfahrt von der Umgehungsstraße und der Schweriner Straße auf einer Länge von 480 Metern voll ausgebaut werden. Die Gemeinde beteiligt sich an dem Vorhaben und finanziert den geplanten Gehweg. „Ich bin froh darüber, dass die Straße jetzt gemacht werden kann“, sagte Bürgermeister Hartwig Schulz. „Sie ist stark belastet, auch durch den gewerblichen Verkehr.“

Insgesamt sind für das Vorhaben rund 590 000 Euro eingeplant. Neben der Sonderbedarfszuweisung fließen auch 353 000 Euro aus dem Topf der Kommunalen Straßenbaurichtlinie MV sowie etwa 35 000 Euro von der Gemeinde Pampow in das Projekt. Der Auftrag für die Arbeiten sollte gestern erteilt werden. Anfang September rücken die Bagger an.

Möglicherweise wird es noch in diesem Jahr einen zweiten Bauabschnitt – die Schweriner Straße zwischen den Einmündungen Bahnhofstraße und Stralendorfer Straße – geben. Dort sollen die alte Fahrbahndecke abgefräst und eine neue aufgebracht werden. Klappt es mit der Deckensanierung in diesem Jahr nicht mehr, werde sie im kommenden Jahr realisiert, so Zwang.

Der Zustand der Straßen sei überall ein Problem, betonte Lorenz Caffier. „Der Verkehr und die Lasten haben enorm zugenommen. Das halten die alten Straßen nur eine gewisse Zeit aus, dann wird es schwierig.“ In dieser Frage müsse sich der Bund positionieren, „denn das ist kein Problem in Mecklenburg-Vorpommern, sondern ein bundesweites“. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist da keine Ausnahme. Mit den Investitionen dieses Jahres schaffe man es laut Hans-Georg Zwang nur, 34 Prozent der auf Straßen und Brücken erfolgten Abschreibungen neu zu investieren. „Das zeigt, dass wir dem Problem hinterherlaufen.“ Wenigstens sei dieser Anteil gestiegen. Früher waren es nur 27 bis 28 Prozent. 

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