zur Navigation springen

Neustadt-Glewe : Land in Sicht für eine neue Brücke

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Marodes Bauwerk über den Brenzer Kanal: Gespräche mit möglichen Fördermittelgebern für neue Überquerung finden in dieser Woche statt

von
erstellt am 27.Jan.2015 | 11:22 Uhr

Die Pfeiler brechen, die Widerlager sind Schrott und die Holzbohlen marode – die Brücke über den Brenzer Kanal ist seit Frühjahr 2014 für Kraftfahrzeuge gesperrt. Weil auch eine Sanierung nicht helfen kann, kommt nur ein Neubau in Frage. Jetzt endlich scheint Bewegung in den Fall zu kommen.

Die Mitglieder des Amtsausschusses Sebastian Tappe und Bernd Bludowsky (beide CDU) haben den Antrag auf Einberufung einer Sitzung des Amtsausschusses gestellt, der bis Dienstagmittag nach eigenen Worten allerdings noch nicht bei Amtsvorsteher Jürgen Rosenbrock (SPD) angekommen war. Sebastian Tappe: „Aus unserer Sicht müssen mehrere Angelegenheiten des Amtes dringend beraten werden. Ganz vorne dabei steht die Wabeler Brücke“. Es gilt zu klären, wann mit dem Bau begonnen und wie er finanziert werden soll. Und schließlich steht auch die Frage, wie die Sperrung besser durchgesetzt werden kann.“

Wie Neustadt-Glewes Bürgermeister Arne Kröger, der zugleich Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes ist, am Dienstag gegenüber SVZ sagte, gab es am gleichen Tag ein Gespräch mit einem möglichen Fördermittelgeber für einen Brückenneubau. Am heutigen Mittwoch soll ein Gespräch mit einem weiteren potenziellen Fördermittelgeber folgen. Bei den Gesprächen ebenfalls dabei: Bürgermeister Hans-Dieter Schult (Die Linke) aus Blievenstorf., dessen Gemeinde Baulastträger der Brücke ist. „Nach den Gesprächen mit den möglichen Fördermittelgebern werde ich im Amtsausschuss über die Ergebnisse informieren,“ sagt Arne Kröger. In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass Neustadt-Glewe in der Vergangenheit dafür gesorgt hat, die Oberfläche der Brücke befahrbar zu halten. Und das, obwohl die Stadt nicht zuständig ist. Arne Kröger: „Aufgrund der Situation sehe ich das Problem als eine gemeindeübergreifende Angelegenheit.“

Kröger meint damit vor allem, dass die Brücke im Verlauf der Gemeindestraße von Neustadt-Glewe über Wabel (Ortsteil von Neustadt-Glewe) nach Muchow liegt, dazu Blievenstorf, wie erwähnt, Baulastträger der Brücke ist. Die Gemeinde aber verfügt nicht über das Geld, den Bau einer neuen Brücke zu finanzieren. Der soll laut Kröger rund 312  000 Euro kosten. Allerdings sei nicht alles durch Fördermittel abzudecken. Ein akutes Problem stellt auch die Tatsache dar, dass Warnbaken und Betonringe, die zur Absperrung der Brücke dienen, immer wieder beseitigt werden. Manche Kraftfahrer überqueren so die Brücke mit ihren Autos. Erst vergangene Woche wurde die Absperrung erneut hergestellt.

Christian Rosenkranz, CDU-Fraktionschef in der Stadtvertretung und Vorsitzender des Neustädter Gewerbevereins: „Inzwischen stellt sich für mich die Frage, ob die Brückensperrung ein Riesen-Schildbürgerstreich ist. Wenn die Brücke nicht befahrbar ist, gehört sie gesperrt – und zwar wirksam. Bisher ist sie faktisch nicht gesperrt. Wenn also kein Risiko besteht, fordere ich, die Sperrung aufzuheben.“

Ähnlich äußert sich Peter Warnecke, Vorsitzender der Fraktion Die Linke in der Stadtvertretung: „Die Absperrung hat den Anschein eines Schwabenstreichs. Angesichts einiger Leute, die alle Schilder ignorieren, wäre die komplette Sperrung durch einen Erdwall vernünftig.“ Warnecke betont, dass der gegenwärtige riesige Umweg für die betroffenen Anwohner eine zusätzliche Belastung darstellt und demzufolge auch keine Lösung sei. „Wir haben wiederholt gefordert, deshalb das Amt ins Boot zu holen und sich dringend um Fördermittel zu bemühen.“

Der Kritik an der Art der Absperrung hält Arne Kröger entgegen: „Es ist eine normgerechte Absperrung vorhanden. Grundsätzlich kann jeder in Kenntnis der Grundregeln der StVO die Zeichen deuten. Wenn er dies nicht tut, begeht er mindestens eine Verkehrsordnungswidrigkeit.“ Kröger will aber auch weitere Sicherungsmaßnahmen nicht ausschließen. Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust: „Wir führen zwar Kontrollen an der Brücke durch, die jedoch das Problem nicht lösen können.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen